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Fotos: SMG 

Ein wertvolles Geschenk

Im Herbst 2014 erhielt das Museum von einem Gönner in Goslar ein in Leder gebundenes Gebetbuch. Es handelt sich um die siebte Auflage des „Neues Laubanisches Gesang-Buch zum Gebrauche bey dem öffentlichen Gottesdienste und bey der Hausandacht“. Das Buch wurde von Magister Gottlob Friedrich Gude (1701-1756), Pastor primarius in Lauban, verfasst und 1779 in Lauban gedruckt. Dem Text ist ein Kupferstich mit der Ansicht von Lauban vorangestellt.

Damals gehörte die Stadt zur sächsischen Oberlausitz. Ähnlich wie das im angrenzenden preußischen Schlesien weit verbreitete „Hirschbergische Gesangbuch“ oder das „Jauerische Gesangbuch“ hat G. F. Gude auf fast 1000 Seiten Gebete und Lieder für die Sonn- und Feiertage des Jahres sowie für zahlreiche Lebenslagen zusammengestellt. Auch nach seinem Tode wurde das Buch bis 1795 noch mehrfach aufgelegt.

Unser Exemplar ist mit einem aufwändig bemalten Einband aus Leder versehen, der auch etwas über die Geschichte und Wertschätzung des Buches durch die Gläubigen erzählt. Die Vorderseite ist mit einem achtstrahligen Stern in einer Kartusche verziert, die auch die Initialen der Besitzerin „M.R.R:G:H.“ (das „G:“ steht für „geborene“) und die Jahreszahl „1790“ zeigt. Das Gesangbuch wurde aber noch viel länger benutzt. Spätere Besitzervermerke, darunter die Eintragung „Hulda Aust 1884“, belegen dies. Wie wertvoll – materiell wie vor allem auch in religiöser Hinsicht – das Gesangbuch für Hulda Aust gewesen ist, belegt der Spruch, den sie auf das zweite Vorsatzblatt geschrieben hat:

„Dieses Buch ist mir sehr werth,
wer mirs entwendt de(m) geht’s verkehrt,
es sei Herr oder Knecht,
ich laß` ihn betrafen nach dem Recht!“

Eine Warnung, die jedem Buchbesitzer und Bibliothekar aus dem Herzen spricht.