Kulturreferat für Schlesien

Deutsches Kulturerbe in Schlesien erlebbar machen

Das Kulturreferat für Schlesien gehört zum Netzwerk von neun Kulturreferaten, die für die Vermittlung der Kultur und Geschichte der ehemals deutschen Siedlungsgebiete in Ost- und Mitteleuropa zuständig sind. Heutzutage befinden sich diese Gebiete auf den Territorien anderer Staaten wie u.a. Polen, Tschechische Republik, Litauen, Lettland, Estland, Ungarn, Rumänien, Slowenien, oder Moldawien.

Deutschland hat Schlesien nach dem Zweiten Weltkrieg an Polen abtreten müssen. Die deutsch-polnische Grenze verläuft seit 1945 an der Lausitzer Neiße und der Oder. Die deutsche Bevölkerung wurde nach dem Krieg fast vollständig aus Schlesien vertrieben. Der Landstrich wurde mit vertriebenen Polen aus den an die Sowjetunion angeschlossenen polnischen Ostgebieten bzw. mit freiwilligen polnischen Umsiedlern neu besiedelt.

Das Kulturreferat für Schlesien erinnert an das deutsche Kulturerbe dieser Region, entwickelt Projekte der kulturellen Bildung, organisiert – oft mit Kooperationspartnern aus Deutschland und Polen – Veranstaltungen wie Vorträge, Buchpräsentationen, Filmvorführungen, Konzerte, Exkursionen, Studienreisen, Begegnungen, Tagungen oder Seminare. Unter dem Motto „Wissenswertes aus Schlesien“ unterhält das Kulturreferat für Schlesien zusammen mit dem Kulturreferat für Oberschlesien den deutschsprachigen Blog SILESIA News, in dem über aktuelle Entwicklungen in Schlesien insbesondere mit Bezug auf das deutsche Kulturerbe berichtet wird.

Pflege des deutschen Kulturerbes als Bund- und Länderaufgabe

Rechtsgrundlage für die Tätigkeit der Kulturreferate ist § 96 des Bundesvertriebenen- und Flüchtlingsgesetzes (BVFG) aus dem Jahr 1953, der die Integration der nach dem Zweiten Weltkrieg vertriebenen Deutschen in die Gesellschaft der Bundesrepublik Deutschland, also zunächst Westdeutschlands, regelte (nach der Wiedervereinigung Deutschlands 1990 gültig für das ganze Land). Dieser sogenannte "Kulturparagraph" des BVFG verpflichtet die Bundesregierung sowie die Regierungen der einzelnen Bundesländer, das kulturelle Erbe der vertriebenen Deutschen zu pflegen und für künftige Generationen zu erhalten, und zwar sowohl das in Deutschland als auch das in Mittel- und Osteuropa befindliche Erbe. Nach § 96 des BVFG werden Kultureinrichtungen wie Museen, Archive, Bibliotheken oder Vereine gefördert, deren Tätigkeit die in diesem Paragraphen formulierten Aufgaben der wissenschaftlichen Forschung und Vermittlung erfüllt. Eine im Jahr 2000 erfolgte Neukonzeption der Bundesregierung für die kulturelle Breitenarbeit nach § 96 des BVFG ermöglichte ab 2002 die Einrichtung von Kulturreferaten bei den einzelnen Museen, die für eine bestimmte Region zuständig sind. So ist auch das Kulturreferat für Schlesien als eins der ersten Kulturreferate schon 2002 entstanden. Am Schlesischen Museum zu Görlitz angesiedelt, untersteht es direkt der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien (BKM).

Das Kulturreferat als Kooperationspartner und Förderer

Das Kulturreferat für Schlesien kooperiert gern und regelmäßig mit Partnern und bei Projekten, deren Inhalte und Ziele mit denen des Kulturreferats übereinstimmen, indem sie schlesische Geschichte und Kultur öffentlichkeitswirksam vermitteln. An den Kooperationsprojekten beteiligt sich das Kulturreferat konzeptionell und nach Bedarf auch mit finanziellen Zuschüssen.

Beim Kulturreferat kann weiterhin eine Bundesförderung für externe Projekte beantragt werden, die sich mit dem deutschen Kulturerbe in Schlesien auseinandersetzen und vom Antragsteller selbstständig, d.h. nicht in Kooperation mit dem Kulturreferat, umgesetzt werden. Die Aktualität der Themen, die Professionalität der Durchführung und die Nachhaltigkeit der Maßnahmen sind hierbei die zentralen Förderkriterien. Bei der Bewertung der Projekte wird das Kulturreferat inhaltlich unterstützt von dem in Oldenburg ansässigen Bundesinstitut für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa.

Die Kulturreferentin für Schlesien

Seit August 2018 ist die Germanistin und Kulturmanagerin Agnieszka Bormann die Kulturreferentin für Schlesien am Schlesischen Museum zu Görlitz. Die vorliegende, im Juli 2020 erschaffene Internetpräsenz des Museums informiert über die Arbeit des Kulturreferats in dieser Zeit. Das umfangreiche Projektarchiv 2002-2018 wird nicht mehr online präsentiert. Jedoch ist die Handschrift der früheren Kulturreferenten in einigen von ihnen initiierten, zyklischen Projekten weiterhin ablesbar, etwa dem Schlesischen Nachtlesen oder dem Schlesien-Kolloquium.

Kontakt

Agnieszka Bormann
Kulturreferentin für Schlesien

Schlesisches Museum zu Görlitz
Untermarkt 4
02826 Görlitz

Tel.: 0049 - (0)3581 / 8791-116
Fax: 0049 - (0)3581 / 8791-222
abormann(at)schlesisches-museum.de