Schlesien erfahren: Die Schaffgotsch

Vortrag von Dr. Jarosław Bogacki, Uni Oppeln: Die Schaffgotsch - Geschichte eines schlesischen Adelsgeschlechts
10.09.2020, 18:00, Schlesisches Museum zu Görlitz

Kaum ein weiteres Adelsgeschlecht prägte jahrhundertelang die Geschichte Schlesiens wie das der Schaffgotsch. Vom Mittelalter bis zum Ende des 2. Weltkrieges, vom Isergebirge bis zum oberschlesischen Industriegebiet, von der Schneekoppe bis zu Tiefen der Kohlen- und Zinkerzgruben – in allen diesen Dimensionen wirkte sich die Schaffgotsch’sche Hand positiv aus, verwandelte schlesische Menschenschicksale und verlieh dieser Landschaft ein neues Gewand. Ruhm und Reichtum verschafften dem Geschlecht u.a. die Enthauptung des Generalissimus Hans Ulrich Schaffgotsch (1635 in Regensburg), die Verwandtschaft mit dem schlesischen Piastengeschlecht, die Heirat Hans Ulrich Schaffgotsch‘s aus der Warmbrunner Linie mit dem „schlesischen Aschenputtel“, hohe Ämter, politischer Einfluss und der von einer Generation auf die andere übertragene Sinn für Verantwortung. Die Geschichte dieses Geschlechts hat in Schlesien eine Fortsetzung und das Schaffgotsch’sche Kulturerbe wird heute erneut entdeckt.
Das namhafte Haus Schaffgotsch und die Meilensteine in dessen Geschichte stellt Ihnen Dr. Jarosław Bogacki dar, der gemeinsam mit vielen anderen deutschen und polnischen Schlesiern für den Erhalt des Schaffgotsch’schen Kulturerbes sorgt.
Dr. Jarosław Bogacki ist wissenschaftlich-didaktischer Mitarbeiter am Lehrstuhl für deutsche Sprache an der Universität Oppeln, wissenschaftlicher Mitarbeiter am Lehrstuhl für Interkulturelle Germanistik an der Universität Bayreuth, Sprachwissenschaftler, Germanist und Sekretär des Verbandes Polnischer Germanisten. Seine linguistischen Forschungsinteressen hängen u.a. mit der Geschichte der deutschen Sprache in Schlesien zusammen. Im Rahmen seiner beruflichen und außerberuflichen Aktivitäten versucht er bei jungen Deutschen und Polen das Interesse für das schlesische Kulturerbe zu wecken, z. B. mit dem deutsch-polnischen Projekt „Das Kulturerbe Schlesiens: Rettung – Bewahrung – Popularisierung“ oder dem Projekt „Das Lapidarium an der nicht mehr existierenden evangelischen Grenzkirche in Nieder-Wiesa“.