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Blick vom Turm der Alten Kurhauses in Bad Flinsberg. Fot. A. Bormann. 

Andrzej Paczos, Görlitz: Zur Kur nach Schlesien. Die Entwicklung des Kurtourismus in Bad Warmbrunn und Bad Flinsberg - Vortrag

SCHLESIEN ERFAHREN

Zur Kur nach Schlesien

In den Westsudeten gibt es zwei Badeorte: Jelenia Góra - Cieplice (Bad Warmbrunn) und Świeradów Zdrój (Bad Flinsberg). Sie sind nur etwa 30 km voneinander entfernt aber unterscheiden sich sehr. Das erste liegt im Hirschberger Kessel am Fuße der Riesengebirge, das andere im Isergebirge. Das erste, die „Königin der Sudetenbäder“, ist das älteste Bad in Schlesien, das andere gehört zu den jüngsten in Schlesien. Das erste hat Thermalquellen, das andere Mineralquellen. Das verbindende Element sind sagenumwobene Anfänge der Entwicklung – mit einem Tier in der Hauptrolle.

Nach einer Legende soll die Heilquelle von Warmbrunn schon im Jahre 1175 auf einer Jagd von Herzog Bolesław I. entdeckt worden sein, als die Jagdgesellschaft den getroffenen Hirsch in einer dampfenden Quelle fand. Laut der vom Herzog veranlassten Untersuchung soll die Quelle heilkräftige Wirkung besitzen und die ersten Heilung Suchenden sind bereits im Jahre 1180 schriftlich belegt.

Was der Hirsch für Warmbrunn, das ist der Frosch für Bad Flinsberg - allerdings erst vier Jahrhunderte später. Während eines Spaziergangs beobachtete der sich damals in Bad Flinsberg aufhaltende Berliner Arzt Leonard Thurneyssen bei einer Quelle einen toten Frosch. Beim nächsten Spaziergang stellte er mit Verwunderung fest, dass bei diesem Frosch keine Verwesung einsetzte. Von dieser Tatsache neugierig gemacht, schrieb er 1572 eine kurze Notiz über die Flinsberger Mineralwasser und ihre heilenden Eigenschaften. Dennoch wurde erst auf den Auftrag des Grafen Schaffgotsch hin im Jahr 1739 eine ärztliche Kommission ernannt, um die chemischen Bausteine des Wassers genauer zu untersuchen und schlussendlich ihre heilende Wirkung zu beweisen.

Wie die Geschichte an beiden Orten weiter geht, wie sie sich zu angesehenen Kurorten entwickelten und was sie heutzutage anzubieten haben, davon erfahren die Besucher des Vortrags am 10. Januar.

10.01.2019, 18:00, Schlesisches Museum zu Görlitz, Eintritt 3 Euro