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herausgegeben vom Förderverein Schlesisches Museum zu Görlitz – Landesmuseum Schlesien e.V.

 

 

Alfred Nickisch
(1872 Bischdorff – 1948 Bamberg)
Am Zacken, undatiert, Öl/Malpappe,
signiert u. r., auf der Rückseite betitelt,
58 x 73 cm, ungerahmt

Alfred Nickisch wurde am 22. Dezember 1872 in Bischdorff bei Breslau geboren und zählt zu den wichtigsten Vertretern der Künstlerkolonie Schreiberhau im Riesengebirge. Nickisch studierte um 1890 bis 1898 an der Karlsruher Kunstakademie sowie an der Kgl. Kunst- und Kunstgewerbeschule zu Breslau. Bereits früh gehörte er zu einem Kreis Karlsruher Studenten, die 1895 in Cuxhaven-Duhnen eine Künstlerkolonie begründeten. Durch seinen Breslauer Professor Carl Ernst Morgenstern dürfte er später das Freilichtmalen im Riesengebirge kennengelernt haben.

Von 1898 bis 1909 hielt sich Nickisch regelmäßig im Riesengebirge auf, begleitet von den Künstlerkollegen Heinrich Tüpke und Otto Fischer. 1908 wurde Nickisch Mitbegründer des Künstlerbundes Schlesien und war um 1910 in der Gegend von Trebnitz ansässig. 1917 zog er ganz nach Schreiberhau, wo er 1922 die Vereinigung bildender Künstler St. Lukas in Schreiberhau mitbegründete. Nickisch war als Maler in diesem Kreis von zentraler Bedeutung, da er auch junge Künstler wie Willi Oltmanns mit seiner bereits expressiv anmutenden Malweise beeinflusste. Nach der Vertreibung wirkte Nickisch noch wenige Jahre in Bamberg.

Das aus Privatbesitz stammende Gemälde zeigt den durch Schreiberhau fließenden Zacken, ein beliebtes Motiv. Die dynamische Bewegung des Wassers und der umrahmenden Landschaft werden von Nickischs lockerer, pastoser Malweise eindrucksvoll wiedergegeben. Das Schlesische Museum besitzt bereits einige Gemälde von Nickisch, ein vergleichbares Motiv fehlt jedoch noch in der Gemäldesammlung. Der Erwerb des Bildes ist vor allem im Hinblick auf die 2021 geplante Ausstellung über Künstler im Riesengebirge wünschenswert.                     

Johanna Brade