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herausgegeben vom Förderverein Schlesisches Museum zu Görlitz – Landesmuseum Schlesien e.V.

Henkelvase nach einem Entwurf von O. Thamm 1890 (Form) und Max Rade 1899 (Dekor), Sammlung E. Gelfort, Köln. 

Kanne im Jodpur-Stil nach einem Entwurf von Max Rade um 1898, hergestellt 1898-1925; Muzeum Karkonoskie w Jeleniej Górze. Fotos (2): Arkadiusz Podstawka. 

 

Neue Sonderausstellung 7.4. – 2.8. 2020

Glas der Firma Fritz Heckert, PetersdorfPiechowice, 1863-1923

Demnächst wird es bunt im SMG: In der neuen Sonderausstellung sind ca. 200 Gläser der Firma Fritz Heckert aus Petersdorf/Piechowice zu sehen, die sich durch ihre Vielfalt und vor allem ihre farbenfrohen Dekore auszeichnen. Dabei sind die Stile sehr unterschiedlich. Großen Erfolg hatte die Fa. Heckert mit ihren Gläsern im Stil des Historismus – teils Repliken originaler Gläser, teils frei empfundene Nachschöpfungen. Enormen Absatz fanden im Deutschland der Gründerzeit, aber auch international Gläser im altdeutschen Stil.

Besonders farbenfroh sind die ab ca. 1880 hergestellten orientalisch geprägten Gläser (Serie „Jodpur“), irisierende Gläser („Cypern-Glas“) oder Überfang-Gläser. Aber auch im Jugendstil hatte man den Mut zur Farbe und wurde dabei von bedeutenden Entwerfern wie z.B. Max Rade in Dresden oder Ludwig Sütterlin unterstützt.

Gegründet wurde die Firma 1863 von dem aus Halle (Saale) stammenden Friedrich Wilhelm Heckert (1837-1887). In seiner „Glasraffinerie“ veredelte er zunächst nur die Gläser, die er bei anderen Glashütten wie der Josephinenhütte in Ober-Schreiberhau/Szklarska Poręba kaufte oder nach seinen Vorgaben herstellen ließ. 1889 ging – nun unter der Leitung seiner Familienangehörigen – die bisherige Geschäftsbeziehung mit der Josephinenhütte zu Ende und das Glas wurde in einer neu erbauten Hütte selbst hergestellt. Bis 1918 galt die Firma als einer der führenden deutschen Hersteller von Kunst- und Zierglas und konnte sich gegen die internationale Konkurrenz behaupten. 1918 wurde sie schließlich von der Josephinenhütte übernommen und die Produktion fortgesetzt.

Basierend auf einer Privatsammlung von fast 200 Produktionsbeispielen und ergänzt um Leihgaben aus dem Muzeum Karkonoskie wird die Ausstellung das breite Spektrum des Kunst- und Zierglases der Fa. Heckert zeigen.

Die Ausstellung wird zusammen mit dem Muzeum Karkonoskie erarbeitet und nach der Präsentation in Görlitz übernommen. Es erscheint ein Katalog. Weiterer Partner ist die Glasfabrik „Huta Julia“ in Piechowice, die am alten Standort der Fa. Heckert aktuell Glas produziert und sich intensiv dafür engagiert, Besuchern der Region die Geschichte der jahrhundertelangen Glasherstellung im Raum Hirschberg zu vermitteln. Hier kann man bei einem Rundgang durch den Betrieb die Glasherstellung erleben, die sich seit Fritz Heckerts Zeiten technologisch kaum verändert hat – ein lohnendes Ziel nicht nur für Exkursionen im Rahmen der Ausstellung.

Die Ausstellung wird anschließend, vom 2.10. 2020 bis 31.1. 2021 im Muzeum Karkonoskie w Jeleniej Górze/Riesengebirgsmuseum Hirschberg gezeigt.                              

Martin Kügler