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herausgegeben vom Förderverein Schlesisches Museum zu Görlitz – Landesmuseum Schlesien e.V.

 

Liebe Freunde des Schlesischen Museums,

im Jahr 2006 hat das Schlesische Museum im Schönhof eröffnet, und gut 15 bis 20 Jahre ist es her, dass das alte Gemäuer eine blitzblank-neue technische Ausstattung bekommen hat. Ich hatte wirklich geglaubt: mit dem Thema „Bau und Technik im Schönhof“ muss ich mich in meiner Dienstzeit nicht mehr befassen, aber Pustekuchen! Die technischen Anlagen sind inzwischen in großen Teilen veraltet. Sie sind „abgekündigt“, wie der Fachterminus lautet, den ich zuvor noch nie gehört hatte: d.h. die Firmen übernehmen keine Gewähr für das reibungslose Funktionieren mehr, und häufig fehlen die Ersatzteile für künftig anstehende Reparaturen. Noch läuft alles reibungslos, aber wir müssen uns darauf vorbereiten, die Apparaturen nach und nach zu ersetzen.

Dazu bedarf es langfristiger Planung, und natürlich stehen die Mittel für umfangreiche Investitionen nicht vom einen auf den anderen Tag zur Verfügung. Wir sind sehr dankbar, dass unsere Geldgeber – die Bundesrepublik Deutschland und der Freistaat Sachsen – die Übernahme der Kosten in Aussicht gestellt haben. Einen bedeutenden Beitrag leistet die Stadt Görlitz, die ja auch zu den Stiftern des Museums gehört, indem ihre Ämter die Maßnahmen baufachlich begleiten und uns bei Ausschreibungen und Auftragsvergabe unterstützen. Bis das Museum wieder auf dem neuesten technischen Stand ist, werden sicher zwei Jahre vergehen. Auf dem Weg dorthin werden gelegentliche Störungen im Museumsbetrieb nicht ganz zu vermeiden sein. Wir hoffen aber, ohne eine (allenfalls kurzzeitige) Schließung auszukommen.

Die technische Erneuerung soll einhergehen mit der Durchführung kleinerer Reparaturen und Ergänzungen in der ständigen Ausstellung. An einigen Stellen im Ausstellungsrundgang sollen interaktive Stationen vor allem Kinder und Jugendliche ansprechen. Sie sollen komplizierte Sachverhalte einfach erklären, zu spielerischem Umgang  und zu eigener aktiver Auseinandersetzung mit den Themen der Ausstellung anregen.

Nicht nur für Kinder soll das Schlesische Museum attraktiver werden. Die Aufgabe „Inklusion“ nimmt inzwischen auch bei uns einen hohen Stellenwert ein, was nicht ohne Auswirkungen auf das berufliche Selbstverständnis der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Museums geblieben ist. Wir haben Führungen in einfacher Sprache entwickelt und durchgeführt und Angebote für Demenzkranke ausprobiert. Ein kleiner Führer in leichter Sprache ist entstanden. Museumsbesucher mit körperlichen Beeinträchtigungen haben uns auf Barrieren und Fallen im Museumsrundgang aufmerksam gemacht, die wir nun – soweit es im denkmalgeschützten Haus möglich ist – nach und nach beseitigen wollen. In den nächsten Wochen werden Vorrichtungen zur automatischen Öffnung von Türen eingerichtet, ein Treppenlift zum oberen Ausstellungsraum im Mittelhaus eingebaut und der Zugang zum Museum von der Brüderstraße für Gehbehinderte und Rollstuhlfahrer erleichtert. Im nächsten Jahr stehen eine Verbesserung des Leitsystems durch die Ausstellungsräume und die Erstellung zusätzlicher, den Gehör- und Tastsinn ansprechender Angebote in der ständigen Ausstellung auf dem Programm.

Am Ende steht ein gastfreundliches und offenes Haus, ohne Barrieren und mit Angeboten, die sich an alle richten – ein lohnenswertes Ziel, wie ich finde.

Mit besten Grüßen und guten Wünschen für einen friedlichen Jahresausklang

Ihr Markus Bauer