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herausgegeben vom Förderverein Schlesisches Museum zu Görlitz – Landesmuseum Schlesien e.V.

 

Agnieszka Bormann, neue Kulturreferentin am Schlesischen Museum

Seit 1. August 2018 erschließe ich „Neue Wege nach Schlesien“, wie die Journalistin Ines Eifler ihren Beitrag über die Neuausrichtung des Kulturreferates treffend betitelt hat (Sächsische Zeitung vom 12. September 2018).

Diese Neuen Wege resultieren einerseits aus der Tatsache, dass ich andere Qualifikationen und berufliche Erfahrungen mitbringe als meine Vorgänger. Als ausgebildete Germanistin und Kulturmanagerin, mit einem abgeschlossenen Aufbaustudium im Bereich Soziale Kommunikation und Medien, bin ich eine Grenzgängerin, Organisatorin und Vermittlerin zwischen zwei Welten, Sprachen und Kulturen. Darüber hinaus bin ich die erste Kulturreferentin mit polnischer Herkunft und die erste aus Görlitz, tief verwurzelt und stark vernetzt in der lokalen und grenzüberschreiten-den Kulturlandschaft. Von hier aus habe ich mir seit 2005 Niederschlesien im Selbststudium erschlossen, nicht zuletzt auch auf der Basis persönlicher Freundschaften und durch unzählige Reisen. Meine Begeisterung für die Region möchte ich nun als Kulturreferentin in einem professionell vorbereiteten und realisierten Programm weitergeben, über dessen Einzelheiten ich Sie gern immer wieder informieren werde.

Die Neuausrichtung des Kulturreferates bedeutet in erster Linie eine andere Schwerpunktsetzung, denn ich fange ja nicht bei Null an. Bewährte Projekte meiner Vorgänger werde ich organisch weiterentwickeln, wenn auch mit eigenen Akzenten. Dazu gehören die beiden etablierten Literaturprojekte, die Deutsch-Polnischen Literaturtage an der Neiße und das Schlesische Nach(t)lesen, sowie das Exkursionsprogramm, das ab 2019 neben den bereits erprobten Kulturreisen weitere neue Angebote für Naturinteressierte, Wanderer und Familien umfassen wird, ebenso Projekte für Schüler.

Durch die Ansprache von jungen Menschen, Schülern und jungen Familien mit Kindern, soll die deutsch-polnische Erzählung über Schlesien verjüngt und zukunftsfähig gemacht werden. Diesem Ziel wird auch die Anwendung moderner Kommunikationstechniken dienen. Über die Facebook-Seite des Schlesischen Museums wird verstärkt über eigene Vorhaben und Projekte Dritter berichtet und mit dem neuen Blog, der bald den SILESIA-Newsletter ersetzt, werden Neuigkeiten rund um Schlesien verbreitet. Angestrebt wird ein lebendiger Kontakt, eine Interaktion mit Schlesien-Interessierten und allen, die es werden möchten. Dabei gilt stets: Interesse wecken statt Interesse voraussetzen.

Neue Wege nach Schlesien verlaufen auch auf anderen Pfaden als nur über die Geschichte. Mein Angebot bedeutet eine thematische Horizonterweiterung und Öffnung auf andere inhaltliche Zusammenhänge, die neue Zugänge zu der vielschichtigen Kulturregion Schlesien ermöglichen und damit neue Interessengruppen erschließen. Geotourismus, Kreativwirtschaft, zeitgenössische Kunst, Handwerk und Design können hier als Schlüssel zur Erkundung der Region fungieren, ebenso natürlich das weite Feld der Kulinarik. Die Themen reichen vom geologischen Reichtum Schlesiens, über schlesische Handwerkstraditionen im neuen Gewand (Keramik, Glas, Tuch, Weinanbau, Bierbrauen, Müllerei usw.) bis hin zu Persönlichkeiten, die als Identifikationsfiguren sowohl für Deutsche wie auch für Polen gelten können.

Am meisten interessieren mich jedoch die kleinen Orte des ländlich geprägten Schlesien mit ihren häufig noch versteckten Perlen der Kulturgeschichte, mit ihren Menschen, die oft ein altes Haus, Gewerbe oder Handwerk wiederbeleben, die deutsche Vergangenheit ihres Ortes pflegen, aufarbeiten und schließlich als Element der eigenen Identität begreifen. Diesen Menschen eine öffentlichkeitswirksame Plattform zu bieten, wäre eine Bereicherung für alle Interessierten.

Agnieszka Bormann