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Epitaphien an der Kirchenwand in Giebułtów (Gebhardsdorf). Fot. A. Paczos. 

Samstag, 9. Februar 2019
Schlesien erfahren #2

Grenz- und Zufluchtskirchen für evangelische Schlesier in der Oberlausitz

Oberkonsistorialrätin Margrit Kempgen (Kirchliche Stiftung Evangelisches Schlesien) leitet die Exkursion zu ausgewählten Kirchenbauten in der  Oberlausitz.

Nach dem Dreißigjährigen Krieg und der anschließenden Rekatholisierung der schlesischen Erbfürstentümer wurde den evangelischen Christen ihre freie Religionsausübung untersagt. Die Grenz- und Zufluchtskirchen waren die Antwort darauf. Es waren – bereits bestehende oder neu errichtete – evangelische Gotteshäuser in grenznahen Gebieten Schlesiens, so auch in der Oberlausitz, in denen die evangelischen Christen des Landes an evangelischen Gottesdiensten teilnehmen konnten. Ihre Bedeutung verloren sie Mitte des 18. Jh. nachdem den evangelischen Schlesiern die freie Religionsausübung und der Bau von neuen Kirchen und Bethäusern innerhalb des mittlerweile preußisch gewordenen Schlesiens gewährt wurden.

Als kirchliche Bauwerke mit außergewöhnlichem Schicksal dokumentieren die Grenz- und Zufluchtskirchen die Konfessionskonflikte Schlesiens im 17. und 18. Jh. Zusammen mit den Friedens- und Gnadenkirchen symbolisieren sie das evangelische Schlesien. Im heutigen Schlesien leben nach dem durch den Zweiten Weltkrieg verursachten Bevölkerungsaustausch nur wenige evangelische Christen. Die meisten Kirchen werden für römisch-katholische Gottesdienste benutzt. Auch wenn ihre Ausstattung weitgehend verloren ging, erinnern heute dennoch zahlreiche Spuren an Reformation, Gegenreformation und die konfessionellen Konflikte dieser Zeit.

(Nach: „Grenz- und Zufluchtskirchen Schlesiens“ von Lars-Arne Dannenberg et al., Via Regia Verlag 2012)

Programm Exkursion:
08:00 Abfahrt Görlitz Demianiplatz (Am Kaisertrutz)
09:00 Ankunft Marklissa/ Leśna, Besichtigung der Zufluchtskirche
09:30 Weiterfahrt nach Volkesdorf/ Wolimierz, Besichtigung der Grenzkirche
10:30 Weiterfahrt nach Gebhardsdorf/ Giebułtów, Besichtigung der Zufluchtskirche
11:30 Weiterfahrt nach Nieder Wiesa/ Wieża, Besichtigung der Gedenkstätte für die Grenzkirche
12:00 Weiterfahrt nach Friedersdorf/ Biedrzychowice, Besichtigung der Grenzkirche
13:00 Weiterfahrt nach Lauban/ Lubań, Mittagessen in Motel Łużycki
14:30 Weiterfahrt bzw. Fußweg zur Frauenkirche in Lubań, Besichtigung der Zufluchtskirche
15:30 Weiterfahrt nach Holzkirch/ Kościelnik, Besichtigung der Zufluchtskirche
16:30 Rückfahrt nach Görlitz
17:30 Ankunft in Görlitz

Die Exkursion ist ein Angebot des Kulturreferats für Schlesien am Schlesischen Museum und des Görlitz-Tourist // Reiseleitung: Margrit Kempgen, Begleitung: Andrzej Paczos // Teilnahmebeitrag: 49 Euro, darin enthalten sind: Transport, Reiseleitung, Eintritte, einfaches Mittagessen // Information und Anmeldung unter: 49 3581 764747, m.buchwald@goerlitz-tourist.de

Hinweis: Oberkonsistorialrätin Margrit Kempgen hält am 7. Februar 2019 um 18 Uhr im Schlesischen Museum zu Görlitz einen Vortrag zum Thema der Exkursion. Eintritt 3 €.