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Film

Angelus © Angelus Silesius 

FilmFestival Cottbus – Regio: Silesia
6.-11. November 2018

Schlesien ist mehr!

Mit der Sektion Regio: Silesia widmet sich das 28. FilmFestival Cottbus (6.-11.11.2018) der Industrie- und Regionalgeschichte Oberschlesiens, die zugleich symptomatisch für die Entwicklung Mitteleuropas in den letzten zweihundert Jahren ist. Die Filmreihe stellt zentrale Fragen an das Zusammenleben in Europa sowie an die weitere Entwicklung monokulturell geprägter Regionen. In vierzehn Programmpunkten werden Spiel-, Dokumentar- und Kurzfilme gezeigt, die dabei helfen, die genannten Fragen am Beispiel Schlesien zu diskutieren.

Das vielfältige Programm zeigt neben dem Dokumentarfilmen AGFA 1939, A Journey Into War, in dem sich der polnische Filmemacher Michael Wnuk anhand von außergewöhnlichen, aus dem eigenen Familienarchiv stammenden Dokumenten, seiner eigenen Familiengeschichte widmet, den Spielfilm The Feast of Santa Barbara von Maciej Pieprzyca, in dem es zu einem Culture Clash zwischen den traditionellen und etwas sturen schlesischen Bergarbeitern und den ‚smarten‘ Fremden aus dem urbanen Warschau kommt, die im ländlichen Schlesien weder unter noch über Tage so recht zu Rande kommen. Das Kurzfilmprojekt THE LAST SHIFT OF TOMÁŠ HISEM von Jindřich Andrš zeigt mithilfe einer Helmkamera beeindruckende Aufnahmen der beengten, schweißtreibenden Arbeit unter Tage und ermöglicht dadurch einen Einblick in eine Welt, die ganz real ist und uns doch so fremd vorkommt. Maria Zmarz-Koczanowiczs The Mine ist ein direktes Portrait dreier Minenarbeiterinnen aus Ridułtowy. Urszula, Aleksandra und Krystyna – zwischen 35 und 54 – sind für das Dispatchment und die Reinigung der Verladeanlage zuständig – eine schmutzige und schwere Arbeit. Eine Bestandsaufnahme mit normalen Heldinnen in künstlerisch beeindruckender Bildgestaltung und fragmentarischen Gesprächsbeobachtungen.

Ebenso zur Filmreihe  gehört auch die Vorführung von Filmen der Kultregisseure Kazimierz Kutz (The Beads of One Rosary) und Lech Majewski (ANGELUS), die sich in großen Teilen ihrer Lebenswerke mit schlesischen Themen beschäftigten.

Mit den dreizehn Beiträgen wirft Regio: Silesia einen Blick auf Tradition und Moderne in Schlesien, zwischen Barbara-Fest und Stadtumbau, emblematischen Familiengeschichten – etwa des in Schlesien aufgewachsenen Schriftstellers und Kinderbuchautors Janosch – und einer ganz eigenen, aus unterschiedlichen Kulturen gespeisten Identität mit ihrem eigenen Humor und einer eigenen Sprache, einer zuweilen sperrigen Mentalität und starkem Regionalbewusstsein. Dazu gehören auch filmische Blicke in die Vergangenheit und in den tschechischen Teil Schlesiens. So erzählt der zweiteilige Fernsehfilm Dukla 61 vor dem Hintergrund eines Minenunglücks, bei dem am 7. Juli 1961 in der Nähe von Ostrava 108 Bergleute umgekommen sind, eine Familiengeschichte, in dessen Mittelpunkt der Konflikt zwischen den Generationen steht. Ein spannend inszenierter Katastrophenfilm, der großen Wert auf Authentizität legt.

Während des Festivals werden verschiedene Filmemacher, u.a. Lech Majewski, anwesend sein. Nächstes Jahr widmet sich das FFC der Region Niederschlesien.

Die Filmreihe Regio Silesia entstand in inhaltlicher Kooperation mit Silesia-Film und wird unterstützt von der Stiftung Deutsch-Polnische Zusammenarbeit und dem Deutschen Kulturforum Östliches Europa.

Weitere Informationen auf:  www.filmfestivalcottbus.de