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Nachrichten aus dem Schlesischen Museum

Alexander Camaro, Aschermittwoch-Blues, 1973, Mischtechnik und Collage auf Leinwand, 160 x 200 cm, © Camaro Stiftung/VG Bild-Kunst, Bonn 2018, Foto: Eric Tschernow 

Drei neue Sonderausstellungen im Schlesischen Museum zu Görlitz:

Alexander Camaro und Breslau – Eine Hommage
19.10.2018 –10.3.2019 | Eröffnung am 18.10.2018, 19 Uhr

Eine Ausstellung des Schlesischen Museums zu Görlitz in Zusammenarbeit mit der Alexander und Renata Camaro Stiftung Berlin

Vom 19.10.2018 bis 10.3.2019 zeigt das Schlesische Museum zu Görlitz Werke von Alexander Camaro (1901–1992), einem bedeutenden Künstler der Moderne mit Breslauer Wurzeln. Die Ausstellung widmet sich Themen und Motiven, die von nostalgischen Erinnerungen an die Kinder- und Jugendzeit in Breslau inspiriert wurden und sein Werk zeitlebens beeinflussten. Vor allem die glücklichen Jahre der Kindheit im idyllischen Morgenau, einem beliebten Ausflugsziel der Breslauer mit Kaffeegärten, Tanzsälen und andere Vergnügungsstätten prägten ihn nachhaltig. Von 1920 bis 1926 studierte er an der Breslauer Akademie für Kunst und Kunstgewerbe beim legendären Expressionisten Otto Mueller, den er zeitlebens als Vorbild verehrte. Heute gilt Camaro als sein erfolgreichster Schüler. Die Ausstellung ist daher eine Ergänzung zur Otto-Mueller-Ausstellung im Hamburger Bahnhof in Berlin (12.10.2018 bis 03.03.2019).

Die Hommage wurde von der Berliner Alexander und Renata Camaro Stiftung initiiert, die aus ihrem Bestand rund 30 Bildwerke – großformatige Gemälde, feine Zeichnungen und Pastelle – sowie Texte, Fotos und kurze Filmsequenzen zur Verfügung stellte. Sie zeigen Camaro nicht nur als Maler, sondern auch als Bühnenkünstler, Literaten und Filmemacher.

Zur Ausstellung erscheint eine zweisprachige Publikation (deutsch-polnisch).

Das Projekt wird gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und mitfinanziert durch das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst und das Sächsische Staatsministerium des Innern mit Steuermitteln auf Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes.

Der Breslauer Psalter - Glanzlicht europäischer Buchkunst
3.–25.11.2018 | Eröffnung am 2.11.2018, 19 Uhr

Der Quaternio Verlag Luzern stellt erstmals in Deutschland seine neueste Faksimile-Edition vor: den kostbaren Breslauer Psalter. Die um 1265 entstandene Handschrift aus dem berühmten Fitzwilliam Museum in Cambridge (UK) begeistert durch ihre überaus prächtige und erzählfreudige Ausstattung. Für die 147 Blätter wurden insgesamt 36 Kalenderbilder, 28 ganzseitige Miniaturen, 10 ganzseitige Zierinitialen, 168 Miniaturen auf den Seitenrändern und zahllose andere Schmuckelemente geschaffen – alles in leuchtenden Farben und vieles auf funkelndem Goldgrund.

Auftraggeberin der Handschrift war vermutlich Anna von Böhmen (1201/04–1265), die Schwiegertochter der Hl. Hedwig. Der Anlass könnte die Heirat ihres Sohnes Heinrich III. von Schlesien-Breslau mit Helene von Sachsen gewesen sein. Als Herstellungsort kommt das Kloster Leubus in Frage, das im 13. Jahrhundert in Schlesien als einziges solche Handschriften anfertigte. Der Psalter ist ein eindrucksvolles Zeugnis für den kulturellen Austausch zwischen Ost und West, Süd und Nord, denn er verbindet Elemente aus sächsischen, thüringischen und fränkischen Handschriften mit französischen und italienischen Schmuckformen.

Die Präsentation bietet die einmalige Gelegenheit, die einzelnen Seiten der Handschrift mit ihren vielen Details aus nächster Nähe zu betrachten und sogar im originalgetreuen Faksimile-Band zu blättern. Umrahmt wird die Schau mit fachkundigen Informationen der beteiligten Wissenschaftler. Im Anschluss wird ein Exemplar des Psalters in der Dauerausstellung des Museums zu sehen sein.

Das Projekt wird gefördert von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien und mitfinanziert durch das Sächsische Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst mit Steuermitteln auf Grundlage des von den Abgeordneten des Sächsischen Landtags beschlossenen Haushaltes.

Silber aus Schlesien – Tafelsilber der Fa. Lemor in Breslau
8.12.2018 bis 10.03.2019 | Eröffnung am 7.12.2018, 19 Uhr

Im Jahr 1818 erwarb der aus Unterfranken stammende Theodor Lemor das Bürgerrecht der Stadt Breslau und gründete eine kleine Silberschmiedewerkstatt. Er konnte nicht ahnen, dass sich hieraus die größte Silberwarenfabrik Ostdeutschlands entwickeln würde, die bis 1945 in Breslau edles Tafelsilber produzierte. Zum Sortiment gehörten alle Arten von Korpuswaren wie Leuchter und Service, Flachwaren wie Tabletts und Teller sowie Kleinsilberwaren wie Etuis und Dosen. Berühmt wurde die Firma aber vor allem wegen ihres breiten Angebotes an Silberbestecken. Seit der Reichsgründung 1871 und in einer Zeit sinkender Silberpreise wurden solche Bestecke auch für weite bürgerliche Kreise erschwinglich und die Auswahl an Besteckmustern kontinuierlich erweitert. Auch funktionale Neuheiten kamen auf den Markt: zum Beispiel Orangenschäler, Sardinenheber, Tomatenmesser, Keulenhalter, Gebäckzangen, Spargelzangen, Hummergabeln, spezielle Fischbestecke und vielfältige Vorlegebestecke.

Der Firmengeschichte hat Rainer Lemor, ein Nachfahre der letzten Inhaber, jahrzehntelang nachgespürt und eine umfangreiche Silbersammlung zusammengetragen, darunter über 2500 Besteckteile. Diese Kollektion übergab er dem Schlesischen Museum als Dauerleihgabe, die nun in großen Teilen ausgestellt wird.

Es erscheint eine Publikation, in der Rainer Lemor rund 140 Besteckmuster der Firma Lemor identifiziert. Damit ist Sammlern eine wertvolle Bestimmungshilfe geboten. Ergänzt wird die Publikation durch einen Beitrag über die Silberpunzierung der Stadt Breslau von 1818 bis 1945 mit Abbildung aller Marken dieser Zeit.

Willy Jaeckel: Im Granatfeuer, 1915, Lithographie. © SMG 

Zwei Vortragsreihen im Schlesischen Museum zu Görlitz:

Gleich zwei Vortragsreihen werden im Schlesischen Museum zu Görlitz ab Oktober 2018 bis Februar 2019 angeboten. Das sind die Themen:

Vortragsreihe I:
1918 und die Folgen: Unabhängigkeit Polens und Zweite Republik

Deutsche und Polen verbinden mit dem Jahr 1918 höchst unterschiedliche Erinnerungen. Während man in Deutschland vor allem an die militärische Niederlage im Ersten Weltkrieg und den Zusammenbruch der Monarchie denkt, ist für die meisten Polen 1918 das Jahr, in dem ihr Land als selbständiger Staat wieder erstand – nach über 120 Jahren der Teilung und Unfreiheit. Die Vortragsreihe beleuchtet die Ereignisse in Polen im Herbst 1918, ihre Vorgeschichte und Folgen sowie die Auswirkungen auf Schlesien.

11.10.2018, 19 Uhr | Dr. Sławomir Tryc, Hochschule Zittau-Görlitz:
Die Gründung des neuen polnischen Staates 1918 und ihre Vorgeschichte

Seit 1795 war Polen als selbständiger Staat von der Landkarte Europas verschwunden, aufgeteilt zwischen seinen Nachbarn Preußen, Russland und Österreich. Der Kampf um die Überwindung der Teilung und die nationale Unabhängigkeit ist das zentrale Thema der polnischen Geschichte im 19. Jahrhundert. Die Ereignisse in den letzten Wochen des Ersten Weltkriegs führten zur Proklamierung der Zweiten Polnischen Republik am 11.11.1918.

28.11.2018, 19 Uhr | Prof. Dr. Werner Benecke, Viadrina Frankfurt (Oder):
Neue Grenzen – neue Gräben. Polen nach dem Ersten Weltkrieg und sein brisantes Minderheitenproblem

In Ostmitteleuropa brachte die Grenzziehung nach dem Ersten Weltkrieg eine Reihe von multiethnischen Staaten hervor. Nationale Minderheiten machten im wiederentstandenen Polen mehr als 30% der Bevölkerung aus, was innen- wie außenpolitisch zu erheblichen Problemen führte. Der Vortrag wird die Zeitspanne zwischen 1917 und 1926 in den Fokus nehmen und die zeitgenössischen Konflikte ebenso wie unterschiedliche – gewaltsame und friedliche – Lösungsansätze thematisieren.

12.12.2018, 17 Uhr | Dr. Martina Pietsch:
Schlesien 1918-1939 – Vom Friedensschluss zum Beginn des Zweiten Weltkrieges

Der Erste Weltkrieg endete mit großen territorialen Verlusten für Deutschland. Durch die Teilung Oberschlesiens entstand für die Weimarer Republik innen- und außenpolitischer Zündstoff.

Vortragsreihe II:
„Mehr denn ganz verheeret“. Krieg und Frieden in der Geschichte Schlesiens

Das Ende des Ersten Weltkriegs vor hundert Jahren hatte für Schlesien dramatische Veränderungen zur Folge. Dies gibt Anlass, über die Bedeutung von Krieg und Frieden aus regionaler Perspektive nachzudenken: für die politische Geschichte Schlesiens, die Kunst und das Kunsthandwerk.

Die Vortragsreihe findet in Kooperation mit der Volkshochschule Görlitz statt. Die Referate werden von den wissenschaftlichen Mitarbeiter*innen des Schlesischen Museums gehalten.

24.10.2018, 17 Uhr | Dr. Markus Bauer:
Vom Schlachtenlärm und Schweigen der Waffen – Schlesien in Krieg und Frieden

Von den europäischen Machtzentren aus gesehen, war Schlesien ein Randgebiet. Dennoch wurde die Auseinandersetzung um die Vorherrschaft in Mitteleuropa immer wieder hier ausgetragen.

14.11.2018, 17 Uhr | Michalina Cieslicki:
Mittendrin und doch außen vor – Schlesien im Dreißigjährigen Krieg

Vor 400 Jahren kam es zum Zweiten Prager Fenstersturz - der Auftakt des Dreißigjährigen Krieges. Schlesien war weniger Akteur und doch Leidtragender der religiösen und machtpolitischen Konflikte.

9.01.2019, 17 Uhr | Dr. Johanna Brade:
Friedenssehnsucht: Bildbotschaften der Künstler aus der Zeit des Ersten Weltkriegs

Viele Künstler begrüßten den Krieg 1914 als befreiende Kraft und Ausweg aus der Enge der wilhelminischen Gesellschaft. Unter dem Eindruck der grausamen Kriegsrealität wurden einige Künstler jedoch früh zu Kriegsgegnern.

13.02.2019, 17 Uhr | Dr. Martin Kügler:
Kunsthandwerk unter dem Einfluss von Krieg und Frieden während der Schlesischen Kriege (1740-1763)

Im Zuge der preußischen Propaganda entstanden zahlreiche Grafiken und kunsthandwerkliche Artikel, die von den Ereignissen und Lebensumständen berichten und die veränderten politischen Verhältnisse bezeugen.

Sonstige Veranstaltungen im Schlesischen Museum zu Görlitz (Auswahl):

10.10.2018, 15 Uhr
Kaffee & Kultur – natürlich schlesisch
Alexander Camaros poetische Bildwelten
Vor Eröffnung der neuen Sonderausstellung stellt Kuratorin Dr. Johanna Brade die ungewöhnliche Biographie und das künstlerische Schaffen Alexander Camaros vor.

20.10.2018, 11-12 Uhr
Musikalisches Mitmach-Theater für Kinder
Mit dem Berggeist um die Welt

Rübezahl begibt sich mit seinen Freunden auf eine Reise in ferne Länder. Dabei hat er viele Kinderlieder in unterschiedlichen Sprachen im Gepäck. Doch stets treffen die Reisenden auf den griesgrämigen Satero, der gar keine Musik mag! Ob der Berggeist das ändern kann?

  • Eine Produktion des Gerhart-Hauptmann-Theaters Görlitz-Zittau
  • ab 4 Jahren
  • Eintritt: Kinder 2 Euro (bis 6 J. kostenlos), Erwachsene 4 Euro, Familien 8 Euro

7.11.2019, 15 Uhr

Kaffee & Kultur – natürlich schlesisch
Zur Entstehung des Breslauer Psalters
Dr. Johanna Brade führt in die Welt der mittelalterlichen Schreibwerkstätten ein. Sie schildert die Hintergründe für die Beauftragung von Handschriften und die Arbeitsschritte zu ihrer Realisierung.

5.12.2018, 15 Uhr
Kaffee & Kultur – natürlich schlesisch
Weihnachten auf Schlesisch

Im Dezember dreht sich alles ums Weihnachten. Der Schlesische Christkindelmarkt draußen und der Kunsthandwerkermarkt im Schlesischen Museum bieten mit ihrem fröhlichen Markttreiben eine passende Kulisse für „Kaffee und Kultur – natürlich schlesisch“ am 5. Dezember 2018 um 15 Uhr. Die Besucher der Veranstaltung erleben eine Vielfalt der schlesischen Mundarten. Frau Doris Stempowska, die langjährige Vorsitzende der Sozial-Kulturellen Gesellschaft in Waldenburg (Wałbrzych) und Frau Marianne Scholz-Paul aus Königshain bei Görlitz, bekannt u.a. als das Schlesische Tippelweib, lesen inhaltlich zur Vorweihnachtszeit passende Gedichte und Prosastücke schlesischer Mundartdichter vor. Alles beim Kaffee und typisch schlesischen Kuchensorten wie Mohn- und Streuselkuchen, wie das bei gemütlichen Schlesiern üblich ist. Mit dabei ist auch die Initiatorin des Treffens, Frau Christine Ettrich, die sich für die Dokumentation und den Erhalt der schlesischen Mundarten engagiert. Sie selbst kommt aus Oberschlesien und lebt seit vielen Jahren in Görlitz, wo sie als Übersetzerin für die polnische Sprache tätig ist.

 

Reformationsausstellung auf Wanderschaft

Die vom Schlesischen Museum zu Görlitz anläßlich des Reformationsjubiläums 2017 erarbeitete Wanderausstellung "Kirchfahrer, Buschprediger, betende Kinder - 500 Jahre evangelisches Leben in Schlesien" ist bis Ende September 2018 in der Jakobuskirche in Köthen zu sehen. Die nächste Station wird Zerbst sein. 

In Polen wird dieselbe, aber polnischsprachige Ausstellung demnächst im Webereimuseum in Landshut (Kamienna Gora) präsentiert. Bis Ende August 2018 wurde sie im Regionalmuseum in Jauer (Jawor) präsentiert.

Die Wanderausstellung stellt auf 15 reich illustrierten Tafeln die Geschichte des Protestantismus in Schlesien auf. Seit ihrer ersten Präsentation im Görlitzer Museum war sie bereits in mehr als 20 Orten in Deutschland und Polen zu sehen. 

Die Präsentation enstand als Teil eines größeren Ausstellungsprojekts des Deutschen Kulturforums Östliches Europa in Potsdam mit dem Titel „Reformation im östlichen Europa“.

 

 

Vielfalt und gute Qualität sind das Markenzeichen des Handwerkermarktes im Schönhof. 

Kunst und Handwerk im Museum

30.11. – 16.12.
Handwerkermarkt
täglich 12 bis 19 Uhr, Eintritt frei

Jedes Jahr während des Schlesischen Christkindelmarktes lockt der Schönhof mit weit geöffneten Toren die Besucher an. Hier haben Handwerker und Künstler aus Deutschland, Polen und Tschechien ihre Verkaufsstände aufgebaut und bieten ihre Arbeiten an: Schnitzereien, Bleiglas, reich verzierte Pfefferkuchen, Klöppelarbeiten, Korbwaren, Schmuck aus verschiedensten Materialien, Textilien aus Leinen und Wolle, Patchwork, Grafik, Fotografien und vieles mehr.

Nachrichten aus dem HAUS SCHLESIEN

Sonderausstellungen:

NEUANFANG IN FORM UND FARBE
Sechs Künstler des 20. Jahrhunderts und ihre Geschichte
verlängert bis 4. November 2018

BLICKWECHSEL
Porträts des Malers Wolf Röhricht (1886-1953)
bis 28. Oktober 2018

Zwischen Revolution und Ruhrbesetzung
Die Folgen des Ersten Weltkriegs für Schlesien
11. November 2018 bis 28. April 2019 (info s. unten)

Öffnungszeiten der Ausstellungen: Di-Fr 10-12 und 13-17 Uhr, Sa, So und Feiertag 11-18 Uhr

Termine im HAUS SCHLESIEN Oktober-Dezember 2018

13.10.2018, 19 Uhr

Öffentliche Abend-Veranstaltung

Schlesien in Gedichten, Erzählungen und Romanen

Auf Spurensuche in der verlorenen Heimat der Eltern und Großeltern

Nachdem 1989 der 'Eiserne Vorhang' zwischen Ost- und Westeuropa gefallen war und sich damit verbunden auch die politische Lage in Europa grundlegend verändert hatte, begannen sich vermehrt die Kinder und Enkel der 1945 aus Schlesien vertriebenen Deutschen für die Geschichte(n) ihrer Eltern oder Großeltern und deren (ehemalige) Heimat und (damaligen) Lebensverhältnisse zu interessieren. Viele AutorInnen der 'Kinder'- und 'Enkelgeneration' haben sich seitdem auf Spurensuche in das Land ihrer Vorfahren begeben und sind in ein für sie bis dato meist unbekanntes Land gereist – und damit häufig auch in vergangene Zeiten und an vergessene oder verlorene Orte.

Die literarischen Früchte dieser Erkundungen prägen nicht zuletzt unsere Zeit und scheinen sich mit ihren thematischen – und oft auch persönlichen – Schwerpunkten fast zu einer eigenständigen Literaturrichtung zu entwickeln, die neue Perspektiven auf Geschichte und Gegenwart eröffnet und damit auch für die Zukunft Relevanz gewinnen kann. Die Erzählungen, Novellen und Romane oder Reiseberichte und Gedichte vieler AutorInnen zeugen auch von einem veränderten Verhältnis zur eigenen Heimat, in der die nach 1945 Geborenen aufgewachsen sind, und zu einer veränderten Sicht auf Regionen, die sie bis dato oft nur aus den mündlichen Berichten oder Briefen und Tagebuchaufzeichnungen der Vertriebenen kennen gelernt haben. Der Vortrag möchte – in Wort und Bild – ausgewählte literarische Texte von Artur Becker, Ulrike Draesner, Sabrina Janesch, Michael Zeller u.a. vorstellen und vor allem auch zu Gehör bringen.

Die öffentliche Lesung mit PD Dr. Jürgen Nelles, Universität Bonn, und Frank Schablewski, Autor und Rezitator, Düsseldorf, findet im Rahmen der Tagung „Oma kommt aus Schlesien“ (13.-14.10.2018, ausgebucht) statt.

11.11.2018, 15 Uhr

Ausstellungseröffnung

Zwischen Revolution und Ruhrbesetzung. Die Folgen des Ersten Weltkriegs für Schlesien

Am 11. November jährt sich zum 100. Mal das Ende des Ersten Weltkrieges – das Ende eines in vielfacher Hinsicht bis dahin beispiellosen, als "Urkatastrophe des 20. Jahrhunderts" betitelten Krieges, der Europa maßgeblich verändert hat – ein Ende, in dem nicht wenige Fachleute den Anfang des Zweiten Weltkrieges sehen.

Die Jahre 1918 bis 1923 waren auch für Schlesien unruhige und folgenreiche Jahre, in denen die Wurzel vieler langwieriger Konflikte und politischer wie gesellschaftlicher Besonderheiten der Region zu suchen sind. Deshalb widmet HAUS SCHLESIEN diesem Zeitraum ab 11. November 2018 eine Sonderausstellung und beleuchtet die Ereignisse und Entwicklungen dieser Zeit in Schlesien bzw. die Auswirkungen nationaler und internationaler Geschehnisse auf Schlesien. Die Ausarbeitung erfolgt dabei erneut in Zusammenarbeit mit polnischen Kooperationspartnern – dem Museum der Polnischen Aufstände in Schwientochlowitz, dem Museum des Teschener Schlesien und dem Regionalmuseum in Groß Wartenberg – um die Geschichte sowohl aus deutscher als auch polnischer Sicht darzustellen. Dies soll den Besuchern einen differenzierten Blick ermöglichen und damit insbesondere der Situation in Oberschlesien gerecht werden.

12.12.2018, 19:00 Uhr

Lesung mit Hans Pleschinski aus seinem jüngsten Roman Wiesenstein
Mit Begleitkonzert auf dem Zitronenholzflügel von Gerhart Hauptmann

Ein Kooperationsprojekt mit dem Kulturreferenten für Oberschlesien, Dr. Vasco Kretschmann, dem Literaturhaus Bonn e.V. und Literatur im Siebengebirge e.V.

Kontakt und Information

HAUS SCHLESIEN - Dokumentations- und Informationszentrum für schlesische Landeskunde

Dollendorfer Straße 412
53639 Königswinter
Tel: 02244 - 886 0
kultur@hausschlesien.de | www.hausschlesien.de

Teilnehmer für ein Jugendprojekt zum Strukturwandel in Schlesien gesucht

Das Haus der deutsch-polnischen Zusammenarbeit in Oppeln/Gleiwitz veranstaltet vom 30.09.-06.10.2018 einen Workshop für junge deutsche und polnische Studierende (18-26 Jahre), die sich für das industrielle Erbe Oberschlesiens und eine nachhaltige Stadtentwicklung interessieren. 2019 wird es eine Fortsetzung des Workshops im Ruhrgebiet geben.

 http://www.haus.pl/de/news-1455.html
https://www.facebook.com/341803579195956/posts/1887414961301469/