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Fragment eines Michael Willmann-Werkes Foto: mnwr.art.pl 

Schlesische Kunst im Piastenschloss zu Brieg

Schlesische Kunstwerke aus dem 15. bis 18. Jahrhundert kann man im Brieger Piastenschloss (Zamek Piastowski, Brzeg) besichtigen. Gezeigt werden Werke schlesischer Künstler aus den Beständen des Nationalmuseums zu Breslau (Muzeum Narodowe we Wroclawiu). Diese Präsentation zeigt Kunstobjekte aus schlesischen Werkstätten von Weltrang. Sie sind zwischen 1420 und den ersten Dekaden des 16. Jahrhundert geschaffen worden und zierten einst Kirchen und Kapellen. Zu den absoluten Perlen gehören die monumentale „Gruppe mit dem gekreuzigten Christus, dem Aufseher, Maria Mutter Gottes, der hl. Maria-Magdalena, dem hl. Johannes und Longinus“ aus der Breslauer St.-Elisabeth-Kirche oder das „Drei-Königs-Tryptichon“ aus Schildau (Wojanow) von etwa 1510. Auch Renaissance-Epitaphen und barocke Kunstwerke aus den Zisterzienserklöstern Leubus (Lubiąż), Grüssau (Krzeszów), Heinrichau (Henryków) oder Kamenz (Kamieniec Ząbkowicki) gehören zu Raritäten der Ausstellung.Die Brieger Ausstellung zeigt auch die polenweit umfangreichste Sammlung von Werken Michael Willmanns, dem in Königsberg geborenen erfolgreichsten Malern der Barockzeit. Aus seiner Breslauer Schaffenszeit stammen seine ersten bekannten Gemälde, die er im Auftrag des Abtes Arnold Freiberger für das niederschlesische Zisterzienserkloster Leubus schuf. Bald wurde dieses Kloster Willmanns wichtigste Schaffensstätte. Es folgten weitere Aufträge der Zisterzienser für ihre Abteien in Grüssau, Heinrichau, Kamenz sowei Rauden (Rudy Raciborskie) und Himmelwitz (Jemielnica) in Oberschlesien. Die Zisterzienserklöster waren zu Willmanns Zeit künstlerische Zentren, deren Äbte auch durch die Kunst ihren fürstenähnlichen, gesellschaftlichen Status manifestieren wollten.„Es ehrt uns, dass nach 30 Jahren unsere Sammlung schlesischer Kunst, die das Breslauer Nationalmuseum berühmt machte, diese Brieger Neubearbeitung bekam. Dadurch kommt wunderbar zu Geltung, welch imposante Kunstwerke in Schlesien entstanden sind“, so Prof. Piotr Oszczanowski, Leiter des Nationalmuseums. Er ist sich sicher, dass durch das „Verteilen“ der Sammlung nach Brieg (und Fürstenstein) neue Besucher/innen generiert und damit multipliziert werden.

Die Präsentation bleibt vorerst in Brieg als ständige Ausstellung.
Muzeum Piastów Śląskich - Zamek Brzeg, ul. Pl. Zamkowy 1
Öffnungszeiten: Di. – So. von 10:00 bis 17:00 Uhr
An Samstagen ist der Eintritt frei.

 

Kunstentdeckungen im Waldenburger Land -  Wanderausstellung zur Erinnerung an den Künstler Johannes Maximilian Avenarius 

Ende Mai eröffnete der Bürgermeister der Gemeinde Mieroszów/Friedland an der polnisch-tschechischen Grenze gemeinsam mit einer Delegation der Kirchlichen Stiftung Evangelisches Schlesien und der Kulturreferentin für Schlesien im Kulturzentrum der Stadt eine Wanderausstellung:  „Das Paradies. Johannes Maximilian Avenarius – Kunstentdeckungen im Waldenburger Land“.  Dieses Gemeinschaftsprojekt  setzt die Zusammenarbeit der Partner fort, die sich gemeinsam für die Restaurierung der Wandbilder in der früheren evangelischen Kapelle im Kurort  Görbersdorf (Sokołowsko) einsetzen.
In den 1930er Jahren erhielt  J.M. Avenarius, bekannt über seine „Paradieshalle“ im Haus des Schriftstellers Gerhart Hauptmann im Riesengebirge, auf private Vermittlung den Auftrag zur Ausmalung des Kircheninnenraums in Görbersdorf.  Zum 50-jährigen Kirchbaujubiläum 1935 konnte der Bilderzyklus feierlich übergeben werden. Entwürfe zu diesen und anderen Wandbildern des Künstlers haben sich im Kulturhistorischen Museum der Stadt Görlitz erhalten, wo ein großer Teil seines Nachlasses aufbewahrt wird. Museumsmitarbeiter Kai Wenzel hat für die Zwecke der jetzt entstandenen Wanderausstellung Zeichnungen ausgewählt und sprach zur Eröffnung in Friedland über Avenarius und sein Werk. Die 20 Bild-Texttafeln dokumentieren mit weiteren Reproduktionen Leben und Wirken des Künstlers, insbesondere im Waldenburger Land, wo er in den 1930er Jahren bis 1946 mit seiner Frau Anna Marie lebte. Johannes Maximilian Avenarius (1887-1954) fand auf besonderen Wunsch und dank des Bemühens seiner Witwe seine letzte Ruhestätte auf dem Görlitzer Nikolaifriedhof.

 Die Ausstellung wird bis zum 15. August 2018 im Gemeindekulturzentrum in Friedland/Mieroszów,
ul. S. Żeromskiego 28 gezeigt.

 

Im Fluss der Zeit Z biegiem rzeki. Jüdisches Leben an der Oder

Das Deutsche Kulturforum östliches Europa und die Bente-Kahan-Stiftung eröffnen am 14. Juni 2018 die deutsch-polnische Ausstellung »Im Fluss der Zeit – Jüdisches Leben an der Oder« in der Synagoge zum Weißen Storch in Breslau/Wrocław. Die Ausstellung widmet sich Momenten der jüdischen Geschichte beiderseits der Oder. Sie will zum Nachdenken und zum Gespräch zwischen den ehemaligen und heutigen Bewohnern der Region anregen. Sie ist zugleich eine Einladung zur Neuentdeckung des deutsch-polnisch-jüdischen Kulturerbes dieser Landschaft.
Die Ausstellung ist bis zum 30. August 2018 in der Synagoge zum Weißen Storch in Breslau zu sehen. Weitere Stationen sind Berlin (Rotes Rathaus, 5.09.-5.11.2018), Gorzów Wielokopolski/Landsberg an der Warthe (9.11.2018-15.02.2019).

Informationen zur Ausleihe der Wanderausstellung  www.kulturforum.info

Eine Ausstellung des Deutschen Kulturforums östliches Europa, realisiert in Zusammenarbeit mit:

  • Moses Mendelssohn Zentrum für europäisch-jüdische Studien e. V.
  • Stiftung Denkmal für die ermordeten Juden Europas
  • Zentrum für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften
  • Uniwersytet Wrocławski
  • Stowarzyszenie Historyczno-Kulturalne »Terra Incognita«
  • Muzeum Ziemi Międzyrzeckiej im. Alfa Kowalskiego
  • Fundacja Bente Kahan

Zwei Freunde aus Tarnowitz vor ihrem ersten Schultag, Slg. Jüdisches Historisches Museum (Amsterdam) 

Schaukelpferd und Zinnsoldaten. Kindheit und Jugend in Schlesien

Neue Sonderausstellung im Oberschlesischen Landesmuseum

8. Juli 2018 – 19. Mai 2019, Ausstellungseröffnung: Sonntag, 8. Juli, 15 Uhr

Kindheit heute, vor 50, 100 oder sogar 200 Jahren - die Unterschiede könnten kaum größer sein. Was ist Kindheit? Was oder wer gehörte damals zum Leben eines Kindes dazu? Auf welche Weise haben Familie, Umfeld und Religion das Leben von Kindern beeinflusst? Bis ins 18. Jahrhundert betrachtete man Kinder als „kleine Erwachsene“. Erst später wurde die Kindheit als eigenständiger Lebensabschnitt wahrgenommen.Die neue Sonderausstellung „Schaukelpferd und Zinnsoldaten“ spricht alle Generationen an. Kleidung, Spielzeug, Objekte zur Säuglings- und Kinderpflege, Taufausstattung, Kommunion und Konfirmation, Fotografien, Briefe, Zeugnisse, Schulbücher, Kinderliteratur, Tagebücher und Schulchroniken werden zu einem Panorama des bewegten 19. und 20. Jahrhunderts verbunden - von der Geburt, den ersten Lebensjahren, der Schul- und Freizeit bis hin zur Ausbildung. Dargestellt wird der Alltag der Kinder, wozu auch das Zusammenleben verschiedener Religionen und Nationalitäten, zwei Weltkriege, Heimatverlust durch Umsiedlung, Flucht, Vertreibung oder das Leben im Kommunismus gehörten.

Begleitend zur Ausstellung bietet der Kulturreferent für Oberschlesien einen Aktionstag, Vortrag und Sonderführungen an. Weitere Informationen finden Sie unter  www.oslm.de