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Objekt aus Görlitz: Pokal mit Lamm Gottes, um 1690 

Objekt aus Hirschberg: Schalenförmiger Pokal, 1667-1672; Fotos (2): Arkadiusz Podstawka 

Direktorin des Muzeum Karkonoskie, mgr Gabriela Zawiła, und Direktor des Schlesischen Museums zu Görlitz, Dr. Markus Bauer, bei der Präsentation der Görlitzer Leihgabe in Hirschberg; Foto: Muzeum Karkonoskie 

Museen in Görlitz und Hirschberg ergänzen durch gegenseitige hochwertige Leihgaben ihre Ausstellungen zur (Früh-)Geschichte des schlesischen Glases

Schon in der Barockzeit wurden europaweit die kunstvoll geformten und mit höchster künstlerischer Qualität geschnittenen Gläser aus dem Raum Hirschberg hoch geschätzt. Der Preußlerschen Glashütte in Weißbach (Biała Dolina; heute zu Schreiberhau/Szklarska Poręba gehörig) gelang es seit Mitte des 17. Jahrhunderts, das hoch geschätzte reine und deshalb farblose Glas herzustellen. Zunächst war nur diese Hütte der Lieferant für das sogenannte „weiße“ Glas.

Die Pokale, Becher, Humpen und anderen Gefäße wurden von den Stein- und Glasschneidern in Hermsdorf (Sobieszów) oder Warmbrunn (Cieplice) mit Hoch- und Tiefschnitt aufwändig verziert. Unter den Künstlern ragt insbesondere Friedrich Winter (Rabishau/Rębiszów 1652 – Hermsdorf/Sobieszów 1708) hervor, von dem das Schlesische Museum zu Görlitz einige Objekte besitzt. Dagegen fehlen in seiner Sammlung frühe farblose Glaserzeugnisse, die an die als Vorbild dienenden Arbeiten aus Bergkristall erinnern.  

Auf Vorschlag von Gabriela Zawiła, der Direktorin des Muzeum Karkonoskie w Jeleniej Górze/Riesengebirgsmuseum in Hirschberg, kam es nun zu einem vorteilhaften Objektetausch, der bis zum Mai 2019 befristet ist. Das polnische Museum übergab leihweise dem Partnermuseum in Görlitz einen schalenförmigen Pokal aus der Zeit zwischen 1667 und 1672, der mit seiner Struktur und Qualität die Erzeugnisse aus Bergkristall nachahmt.

Im Gegenzug entleiht das Görlitzer Museum einen von Friedrich Winter gestalteten Pokal. Das Hirschberger Fachmuseum für Glas, das über keine Arbeit dieses bedeutenden Glasschneiders verfügt, kann nun einen um 1690 in Winters Werkstatt auf der Burg Kynast (Chojnik) gefertigten, 16 cm hohen Pokal ausstellen.