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Foto: Eduversum 

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„Europa – unsere Geschichte“ – wie können deutsche und polnische Schüler/innen aus einem identischen Schulbuch lernen?

Am 27. Februar 2018 hatten die Kulturreferentin für Schlesien, das Augustum-Annen-Gymnasium und das Georg-Eckert-Institut – Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung in Braunschweig zu einer Fortbildung für Geschichtslehrer/innen eingeladen.
Das deutsche-polnische Geschichtsbuch geht zurück auf die Initiative des heutigen Bundespräsidenten und damaligen Außenministers Frank-Walter Steinmeyer aus dem Jahr 2006. Zum 25. Jahrestag des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrages von 1991 konnten die Außenminister Deutschlands und Polens im Juni 2016 den ersten Band des auf vier Bände geplanten Unterrichtswerkes der Öffentlichkeit präsentieren. Im vergangenen Herbst wurde der zweite Band für die Neuzeit bis zum Jahr 1815 herausgegeben. Das Besondere ist, dass es sich nicht um Zusatzmaterial für den Unterricht, sondern um ein staatlich zugelassenes Schulbuch für das Fach Geschichte handelt, das den Lehrplänen beider Länder entspricht. Deutsche und polnische Autorinnen und Autoren haben gemeinsam und aufbauend auf Expertenempfehlungen ein Lehrbuch zur Geschichte Europas beginnend mit der Ur- und Frühgeschichte verfasst, das zeitgleich in einem polnischen und deutschen Verlag erscheint.
Die Fortbildung wurde geleitet von Christiane Brandau, Mitarbeiterin am Georg-Eckert-Institut – Leibniz-Institut für internationale Schulbuchforschung in Braunschweig und zuständig für die Koordination der Öffentlichkeitsarbeit für das deutsch-polnische Geschichtsbuchprojekt "Europa - Unsere Geschichte".
An das Projekt wurden von Anfang an hohe politische Erwartungen gestellt, die gerade im Moment einer schwierigen Prüfung unterzogen werden. Die Schulreform in Polen stellt Lehrer/innen vor neue Herausforderungen bei der Einführung des gemeinsamen Lehrbuches. Themen wie die Behandlung des Zweiten Weltkriegs und der Folgen für das deutsch-polnische Verhältnis stehen gerade aktuell wieder im Fokus der öffentlichen Debatten. Die Weiterführung der Reihe „Europa – unsere Geschichte“ bis ins 20. Jahrhundert scheint deshalb umso dringlicher, damit die unterschiedlichen Perspektiven im Unterricht vermittelt werden können.In den bilingualen Klassen des Görlitzer Augustum-Annen-Gymnasium wird ab dem nächsten Schuljahr das deutsch-polnische Geschichtsbuch eingeführt, was die Veranstalter des Workshops besonders freut. 

Informationen zum Projekt:  www.gei.de/abteilungen/europa/europa-und-der-nationale-faktor/deutsch-polnisches-geschichtsbuchprojekt-europa-unsere-geschichte.html