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Teilnehmer/innen der Nachwuchstagung in Herrnhut. Foto: SMG 

Nachwuchstagung für Doktoranden in Herrnhut 22.-23. November 2017

Zum zweiten Mal luden die Stiftung Kulturwerk Schlesien und das Kulturreferat für Schlesien am Schlesischen Museum zu Görlitz Doktorandinnen und Doktoranden aus Polen und Deutschland in die Comenius-Akademie nach Herrnhut ein. Der gemeinsame Nenner aller vorgestellten  Dissertationsprojekte war der Bezug zur Region Schlesien. Die 12 Teilnehmer/innen schreiben ihre Arbeiten an den Universitäten Opole, Wroclaw, Katowice, Göttingen, Halle und Siegen. Vorgestellt wurden Themen aus der Literaturgeschichte (Johannes Wüsten, Arnold Zweig, Sagen von Richard Kühnau), der Wirtschaftsgeschichte (Unternehmer unter Unternehmen - die Kaufleute der Brüdergemeine in Neusalz an der Oder, vorgestellt von Susanne Kokel) und der Zeitgeschichte (Der Landkreis Liegnitz in der Zeit von 1933-1945. Die Bedeutung von Zeugenberichten und Privatsammlungen in der Geschichtsforschung, Thema von Dawid Hopej an der Universität Wroclaw). Eine der Arbeiten gehört in die Epoche des Mittelalters: „Stadtschreiber im spätmittelalterlichen Schlesien und ihr Einfluss auf die Entwicklung der städtischen Schriftlichkeit“ von Vicky Kühnold, angesiedelt in Halle.
Die Tagungen sollen fortgesetzt werden und im 2-Jahres-Wechsel mit Görlitz-Herrnhut durch das Kulturreferat für Oberschlesien (Oberschlesisches Landesmuseum Ratingen) in Haus Schlesien, Königswinter angeboten werden.

Manuskripte der Vorträge, auch vom Vorjahr, können eingesehen werden auf den Seiten der Stiftung Kulturwerk Schlesien unter:  https://www.kulturwerk-schlesien.de/doktorantenforum/index.html

Foto: Fluchtburg e.V. 

3. Tagung „Zu Gast in der Fluchtburg“ in Karpacz/Krummhübel am 4. November 2017 

Zum dritten Mal lud der Verein Fluchtburg e.V. zu einem Seminar „Gerhart Pohl´s „Fluchtburg“ und ihre Gäste“ nach Karpacz/Krummhübel ein. Während die Veranstaltungen der Vorjahre im Gerhart-Hauptmann-Haus in Agnetendorf und im Schlesischen Museum zu Görlitz organisiert werden konnten, war der Tagungsort (Hotel Artus) dieses Mal in direkter Nähe zur Siedlung Wolfshau, heute der Ortsteil Wilcza Poręba von Karpacz, wo das Haus „Fluchtburg“ von Gerhart Pohl steht. So lag es nahe vor Beginn des Seminars das Haus selbst zu besichtigen und von den erfreulichen Perspektiven für die Sanierung und Nutzung des früheren Wohnhauses von Lisa Pohl, der Schwägerin des Dichters, zu erfahren.  Sie hatte es lange vor ihrem Tod an die Evangelisch-Augsburgische Gemeinde Wang vererbt und sich gewünscht, es möge weiterhin ein offenes Haus für Gäste und Begegnungen bleiben. Jetzt hat die Gemeinde über einen Förderantrag finanzielle Mittel eingeworben, um das Haus zu sanieren und vor allem neu zu isolieren. Der Verein Fluchtburg e.V. wird in die Nutzung einbezogen werden und im Erdgeschoss das frühere Arbeitszimmer Gerhart Pohls und das Wohnzimmer als Gedenk- und Begegnungsstätte einrichten. Im oberen Stockwerk werden die Schlaf- und Gästezimmer möglichst originalgetreu erhalten. Der Vorsitzende des Vereins Michael Schuster dankte Pfarrer Edwin Pech und allen Wegbegleitern für das Engagement. Während des anschließenden Seminars wurde der öffentlichen Bibliothek von Karpacz feierlich die polnische Ausgabe des kleinen Aufsatzbandes „Ein kleines Haus im Sturm der Zeit. Der Schriftsteller Gerhart Pohl, eine Auswahl seiner Reden und Essays und der Verein „Fluchtburg e.V.“ sowie eine bebilderte polnischsprachige Broschüre zum Haus überreicht. Beide Publikationen liegen in deutscher Sprache vor und können über den Verein bestellt werden. Auf dem Programm des Seminars standen Vorträge über den Dichter Jochen Klepper von Markus Baum (Biograph), von Dr. Barbara Zibler (Regionalmuseum Berlin-Treptow) über Adalbert Norden und von Michael Schuster über eine Spur zur Gerhard Pohls Wohnung in West-Berlin in den Unterlagen des Ministeriums für Staatssicherheit der DDR. 

Das Seminar wurde durch die Kulturreferentin für Schlesien aus Mitteln der Bundesbeauftragten für Kultur und Medien gefördert.

Schematische Darstellung des neuen Netzwerks. Foto: www.szzip.pl  

Tagung des Zentrums „Erinnerung und Zukunft“ (Ośrodek Pamięć i Przyszłość) in Wrocław zu den ersten Nachkriegsjahren in Westpolen 

Vom 6.- 7. November 2017 fand im Geschichtszentrum „Straßenbahndepot” (Zajezdnia) die wissenschaftliche Tagung „Auf eigenem Boden? Zu Hause? Unter uns? Die ersten Jahre in den West- und Nordgebieten” („Na swoim? U siebie? Wsrod swoich? Pierwsze lata na ziemniach zachodnich i polnocnych”) statt, veranstaltet durch ein neues Netzwerk wissenschaftlicher Institute und Museen. Im März diesen Jahres unterzeichnete das polnische Kulturministerium auf Initiative des Breslauer Zentrums „Erinnerung und Zukunft“ eine Vereinbarung über einen Zusammenschluss von bestehenden Instituten unter einem neuen Namen: Sieć Ziemi Północnych i Zachodnich – das Netzwerk  „Polens Nord- und Westgebiete“. Zu diesem Netzwerk gehören wissenschaftliche Institute, die in den Nachkriegsjahren in den Nord- und Westgebieten Polens, den historischen deutschen Ostgebieten, gegründet worden waren und in den zwei Jahrzehnten nach der politischen Wende von 1989 um ihre Neuorientierung gerungen haben: das Westinstitut in Posen/Poznań, das Schlesische Institut in Oppeln/Opole und das Forschungsinstitut in Allenstein/Olsztyn. Dazu kommen zwei neue Einrichtungen, die als Museen und Begegnungsorte zur Zeitgeschichte in den 2000er Jahren gegründet wurden: das Zentrum „Erinnerung und Zukunft“ in Breslau mit seinem Museumsstandort „Straßenbahndepot“ und das Zentrum für Dialog als Filiale des Nationalmuseums in Stettin. Unter dem Motto „Ein Museum an vielen Orten“ wurde das neue Netzwerk gegründet, über das gemeinsame Wanderausstellungen, Residenz-Stipendien, ein Jahrbuch, Konferenzen und wissenschaftliche Projekte gefördert werden. Langfristig geht es um eine neue Form für die Umsetzung des Projektes von vor über 10 Jahren, in Breslau ein „Museum der Westgebiete“ (Muzeum Ziem Zachodnich) zu begründen und damit ein Narrativ über das Phänomen der Herausbildung einer neuen Gesellschaft in den vormals deutschen Gebieten und die Aufbauleistungen nach dem Zweiten Weltkrieg anzubieten. Einen Einblick, wie dieses Narrativ aussehen kann, bietet die am 6. November (noch bis zum 31. Dezember vor dem Straßenbahndepot zu sehen) eröffnete Wanderausstellung unter der Schirmherrschaft des Präsidenten der Republik Polen unter dem Titel „Zusammenwachsen. Die West- und Ostgebiete. Der Anfang.“ (Wrastanie. Ziemie Północne i Zachodnie. Początek).
Internetpräsentation des neuen Netzwerkes in dt. Sprache:  http://szzip.pl/de/