Seiten in anderer Sprache:

Druckansicht aufrufen:

Suchbegriff eingeben:

Hauptnavigation:

Unternavigation:

herausgegeben vom Förderverein Schlesisches Museum zu Görlitz – Landesmuseum Schlesien e.V.

 

Ein Wort des Museumsdirektors

Liebe Freunde des Schlesischen Museums,

das scheint ein gutes Jahr für das Schlesische Museum zu werden, aber ein wohl noch besseres liegt hinter uns. Das Jahr 2016 hat mit 30.600 Besuchern in den Ausstellungen und Veranstaltungen des Schlesischen Museums einen absoluten Rekord gebracht, den wir dieses Jahr wohl kaum werden toppen können– immerhin waren das mehr als 5.000 zusätzliche Besucher gegenüber dem Vorjahr 2015!

Nicht nur unsere gute Arbeit (in aller Bescheidenheit), sondern auch einige Sondereffekte haben diesen Erfolg zu verantworten: Vor allem hat das Jahr der Europäischen Kulturhauptstadt in Breslau viele kulturinteressierte Menschen zu einer Reise nach Schlesien verführt. Die Stadt Görlitz als touristischer Standort und nicht zuletzt unser Museum haben davon profitiert. Einen erfreulichen Aufschwung hat auch die Museumspädagogik genommen. Frau Wackernagel betreute rund 2.000 Besucher und damit fast doppelt so viel wie im Vorjahr. Außerdem hat sie neue Arbeitsfelder und Kooperationsbeziehungen zu Schulen und Hochschulen erschlossen.

Während der Fokus unserer Arbeit also nach wie vor auf Görlitz lag, hat doch im gleichen Zeitraum unsere Zusammenarbeit mit polnischen Museen an Intensität merklich zugenommen. Unsere beiden letzten Ausstellungen „Barockes Glas aus Schlesien“ und „Verfolgte Kunst“ (über die jüdische Künstlergruppe um Heinrich Tischler im Breslau der 1920er und 1930er Jahre) sind ja zuerst in Polen zu sehen gewesen, im Riesengebirgsmuseum in Hirschberg bzw. im Stadtmuseum Breslau, bevor sie nach Görlitz gekommen sind. Auch die Wanderausstellung „500 Jahre evangelisches Schlesien“ richtet sich nicht zuletzt an ein polnisches Publikum. Sie hat sich überraschender Weise zu einer Art „Verkaufsschlager“ entwickelt. Die Ausstellung kursiert inzwischen in vier Kopien und wird in diesem und Anfang nächsten Jahres an rund zwanzig verschiedenen Orten zu sehen sein. Den Abschluss im Reformationsjahr 2017 macht eine Präsentation im Sächsischen Landtag.

Und noch eine gute Nachricht gefällig? Wir haben Verstärkung bekommen. Im Mai hat zum ersten Mal eine Volontärin ihre Arbeit am Schlesischen Museum aufgenommen. Zwei Jahre lang wird nun Michalina Cieslicki eine Ausbildung in der Museumsarbeit erhalten, und gleichzeitig hoffen wir, auch von ihr einiges zu lernen. Frau Cieslicki ist in Polen geboren und zweisprachig in Deutschland aufgewachsen. Sie hat in Greifswald und Berlin Kunstgeschichte und Geschichte studiert und schon während des Studiums an mehreren großen Museen in Berlin gearbeitet. Sie erfüllt perfekt die Erwartungen, die wir an eine Volontärin gestellt haben, und wir freuen uns sehr, dass sie zu uns gestoßen ist!

Damit der Bericht aus Görlitz aber nicht zu rosig klingt - wir haben auch Probleme. Das größte ist: Das Schlesische Museum platzt aus allen Nähten. Die stürmische Entwicklung, die unsere Sammlung in den letzten Jahren erfahren hat, fordert Tribut. Eine Bestandsaufnahme der letzten Wochen hat ergeben, dass wir im Schönhof und im Haus zum Goldenen Baum Depotflächen nur noch für wenige Jahre haben. In diesem Zeitraum müssen wir Lösungen gefunden haben. Neubau? Anmietung weiterer Flächen? Derzeit sind wir noch ratlos.

Mit besten Grüßen und allen guten Wünschen für einen schönen Sommer

Ihr Markus Bauer