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herausgegeben vom Förderverein Schlesisches Museum zu Görlitz – Landesmuseum Schlesien e.V.

 

Achtung Zug! 175 Jahre Eisenbahn in Schlesien
Sonderausstellung des Schlesischen Museums 2.9.2017 bis 2.9.2018

Am 21./22. Mai 1842 begann auch in Schlesien das Eisenbahnzeitalter mit der Aufnahme des regelmäßigen Zugverkehrs zwischen Breslau und Ohlau. Der 175. Jahrestag ist nur eines von zahlreichen Jubiläen, die die schlesische Eisenbahn und Görlitz 2017 feiern können. Dazu gehören auch die Einweihung des ersten Bahnhofs in Görlitz und die Aufnahme des regulären Zugverkehrs nach Dresden und Berlin bzw. Breslau über Kohlfurt am 1. September 1847 (170 Jahre) und die Eröffnung des Empfangsgebäudes des neuen und heutigen Bahnhofs in Görlitz am 6. September 1917 (100 Jahre). Diese Jubiläen sind für das Schlesische Museum zu Görlitz der Anlass, die Ausstellung „Achtung Zug! – 175 Jahre Eisenbahn in Schlesien“ zu zeigen.

Am Beginn der Ausstellung steht die Eröffnung der ersten Eisenbahnstrecke in Schlesien 1842. Der rasche Ausbau des Eisenbahnnetzes innerhalb Schlesiens, insbesondere in Oberschlesien sowie die Anbindung an Fernstreckenziele wie Berlin, Wien und Warschau ist ein weiteres Thema. Wichtig waren aber auch die zahlreichen Nebenstrecken und Privatbahnen, die insbesondere im Riesengebirge und in der Grafschaft Glatz unter schwierigsten topografischen Bedingungen entstanden.

Für Schlesien und ganz besonders für Görlitz spielt die Eisenbahn bis heute eine elementare Rolle, da sich hier nach 1847 eine umfangreiche Industrie zum Bau von Lokomotiven und Waggons ansiedelte, in der zahlreiche technische Innovationen entwickelt wurden. In Görlitz entstanden u.a. die schnellsten Lokomotiven der 1930er Jahre („Fliegender Hamburger“, „Fliegender Schlesier“). Bis heute ist der Waggonbau einer der wichtigsten Industriezweige der Stadt, wenn auch aktuell in seiner Fortexistenz bedroht.

Vor allem aber sind aber die beiden Jubiläen der Görlitzer Bahnhöfe zu feiern. Ein eigens für die Ausstellung hergestelltes Modell zeigt den ersten Bahnhof von 1847. Das zentrale Ausstellungsobjekt aber ist ein 18 m langes und 2,5 m breites originalgetreues Architekturmodell der Görlitzer Bahnhofsanlage vom rechten Neißeufer mit dem Viadukt und dem Bahnhofsgelände bis zum Brautwiesentunnel/Lutherstraße im Maßstab 1:87. Die von Ingo Wobst erbaute Modellanlage gibt den Zustand bei der Einweihung des bis heute genutzten Empfangsgebäudes im September 1917 wieder. Zahlreiche Fotos und Dokumente erläutern die Geschichte der Görlitzer Bahnhöfe von 1847 bis heute und ein umfangreiches Begleitprogramm bietet viele weitere Einblicke in das große Thema „Schlesische Eisenbahn“.    

Martin Kügler