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Nachrichten aus dem Schlesischen Museum

 

Nachrichten aus dem Schlesischen Museum

Museumsführung am Montag ganzjährig jeden Montag, 10 Uhr, Teilnahme: 8 Euro, ermäßigt 6 Euro

Aktuelle Sonderausstellung: 8.4. – 9.7. 2017 Verfolgte Kunst. Der jüdische Künstler Heinrich Tischler und sein Breslauer Kreis

Freitag, 7.4., 19 Uhr Ausstellungseröffnung

Die Ausstellung widmet sich der jungen jüdischen Künstlergeneration im Breslau der 1920er-Jahre, die trotz der schwierigen Zeit das aufblühende Kunstleben in der schlesischen Metropole bereicherte. Weitere Informationen: http://www.schlesisches-museum.de/?id=6434

Samstag, 8.4., 13-15 Uhr
Kreativ im Museum
Ei, es wachst und klebt! Verzierungstechniken zu Ostern
Offene Ostereier-Werkstatt für Junge und Junggebliebene
Kosten: 3 Euro

Samstag, 29.4., 14 Uhr
Schlesischer SaTOURday
Jüdische Lebenswelten in der Kunst
Interaktiver Museumsrundgang für Kinder ab 8 Jahren
Kosten: 2 Euro

Mittwoch, 3.5., 15 Uhr
Kaffee & Kultur – natürlich schlesisch
Jüdisches Künstlerleben in Breslau
In der nächsten Veranstaltung der Reihe „Kaffee & Kultur – natürlich schlesisch“ am Mittwoch, den 3.5., 15 Uhr, führt Kuratorin Dr. Johanna Brade in die Sonderausstellung „Verfolgte Kunst“ ein. Anhand zahlreicher Bilder berichtet sie Wissenswertes und Spannendes zur vergessenen jüdischen Künstlergeneration Breslaus der 1920er-Jahre.
- Eintritt: 10 Euro (inkl. Kaffee und Kuchen)
- Reservierung: +49 3581 87910,  kontakt(at)schlesisches-museum.de

Freitag, 5.5., 15 Uhr
Führung in leichter Sprache
Wer sind die Menschen hinter der Kunst?
Der Museums-Rundgang in leichter Sprache führt zu Bildern, die von Künstlerinnen und Künstlern aus Schlesien gestaltet wurden. (Dauer: 45 Minuten)
Kosten: 3 Euro

Sonntag, 21.5.
Freier Eintritt und Führungen zum Internationale Museumstag
Anlässlich des Internationalen Museumstages ist der Museumsbesuch kostenlos. Um 14 Uhr lädt Kuratorin Dr. Johanna Brade zur Führung durch die Ausstellung „Verfolgte Kunst“ ein. Um 15 Uhr erleben Sie eine Aktion der Museumsscouts von der Scultetus-Oberschule Görlitz. Sie treten als Live-Speaker vor ausgewählten Objekten im Museum auf. Da das Motto des Internationalen Museumstages „Spurensuche. Mut zur Verantwortung!“ lautet, wollen sie aussprechen, worüber man sonst nicht (gern) spricht.

 

 

Dr. Stephan Kaiser und Vasco Kretschmann  

Zweiter Kulturreferent für Schlesien

Vasco Kretschmann ist seit dem 1. März 2017 als Kulturreferent für Oberschlesien am Oberschlesischen Landesmuseum (OSLM) in Ratingen bei Düsseldorf tätig. Gemäß der Fortentwicklung der Konzeption des Bundes zur Förderung der Kulturarbeit nach § 96 BVFG wurde ein neues Kulturreferat für Oberschlesien geschaffen. Die neue Stelle des Kulturreferenten für Oberschlesien ist bei der Stiftung Haus Oberschlesien in Ratingen angebunden.
Zum Auftakt seiner Arbeit und der damit verbundenen Förderungsmöglichkeiten lädt der Kulturreferent für Oberschlesien zu einer eintägigen Fachtagung am 27. April 2017 nach Ratingen ein.

Dort wird sich Vasco Kretschmann vorstellen und erste Leitlinien zur Förderung sowie Vernetzung von Kulturvorhaben aufzeigen. Vertreterinnen und Vertreter entsprechender Organisationen sowie von Einrichtungen, die für das zweite Halbjahr 2017 oder perspektivisch schon für 2018 einen Antrag für eigene Vorhaben sowie für gemeinschaftliche Projekte in (Ober-)Schlesien stellen wollen, sind hiermit eingeladen und besonders aufgerufen, die Ideen bei der Tagung öffentlich zu präsentieren.

Informationen zur Tagung:  http://www.oberschlesisches-landesmuseum.de/images/Flyer_TagungVorstellung_druck.pdf

Foto: Wikipedia, Schloss Reisen (Rydzyn) 

10 neue Kulturdenkmäler auf der polnischen Denkmalliste

Der polnische Präsident Andrzej Duda hat am 15. März zehn Kulturdenkmäler in die Liste geschützter Denkmäler eingetragen. Sieben davon sind Hinterlassenschaft des deutschen Kulturerbes.

Als neue Kulturdenkmäler wurden unter besonderen Schutz gestellt: der Radiosender Gleiwitz, die Friedenskirche in Jauer, die evangelische Marienkirche in Klemzig bei Grünberg, die eiserne Hängebrücke im oberschlesischen Malapane, Schloss Reisen (Kreis Lissa, Großpolen), die katholische Kathedrale und die Friedenskirche in Schweidnitz, das Benediktinerkloster in der Woidwodschaft Heiligkreuz, das Benediktinerkloster in Tyniec bei Krakau sowie die  Abtei Wąchock (Woiwodschaft Heiligkreuz).

„Jedes dieser Objekte ist von unschätzbarem Wert, jedes trägt ein Teil großer Geschichte, jedes ist im gewissen Sinne eine Perle sowohl technischer, architektonischer, als auch künstlerischer Art“, sagte Duda während der Feierlichkeit im Warschauer Präsidentenpalast. Duda freute besonders, dass auf der Liste Objekte der Reformationskultur Platz fanden. „Ich bin froh darüber, denn sie bauen eine Gemeinschaft in unserem Land, eine Gemeinschaft der Gläubigen, der Religionen, der christlichen Werte und der christlichen Geschichte“, zitierte den Präsidenten das Portal Polsat.news.pl

Als Kulturdenkmal wird ein denkmalgeschütztes Objekt bezeichnet, das vom besonderen Wert für die Geschichte und Kultur Polens ist. Die Liste der Kulturdenkmäler wird seit 1994 geführt. Mit den neuen Objekten zählt diese Liste bislang 70 Kulturdenkmäler, darunter befinden sich: die Stadt Krakau, das Freilichtmuseum Biskupin (Woiwodschaft Kujawien-Pommern), Tschenstochau mit dem Mariensanktuarium, der Salzstollen Wieliczka bei Krakau, das Schlachtfeld um Tannenberg oder der Dom zu Frauenburg (Woiwodschaft Ermland-Masuren).

Foto: K. Kandzia, Erzbischof Alfons Nossol 

Brückepreis der Europastadt Görlitz/Zgorzelec für Alfons Nossol

Prof. Alfons Nossol, der emeritierte Erzbischof von Oppeln erhält den Internationalen Brückepreis 2017 der Europastadt Görlitz/Zgorzelec. In der Begründung der Gesellschaft für die Preisverleihung heißt es, Nossol habe sich Zeit seines Lebens mit Nachdruck und persönlichem Einsatz für einen Brückenschlag zwischen Menschen unterschiedlicher Herkunft, Nationalität und unterschiedlichen Glaubens eingesetzt. Weiterhin heißt es, er arbeite an einer spirituellen Verknüpfung der Religionen, Konfessionen und Nationen im Sinne einer Gemeinschaft des Geistes.  

Der Internationale Brückepreis wird am 3. November im Gerhart Hauptmann-Theater in Görlitz überreicht. Die Laudatio hält der langjährige Wissenschaftsminister des Freistaates Sachsen, Prof. Dr. Hans-Joachim Meyer. Auch der sächsische Ministerpräsident Stanislaw Tillich hat seine Teilnahme an der Preisverleihung angekündigt.

Zu den Preisträgern des seit 1993 vergebenen Brückepreises gehören u.a. der ehemalige polnische Ministerpräsident Tadeusz Mazowiecki, der ehemalige polnische Außenminister Władysaw Bartoszewski, „Die Zeit“-Herausgeberin Marion Gräfin Dönhoff, Schriftsteller Günter Grass und Olga Tokarczuk oder die Historiker Timothy Gordon Ash, Fritz Stern und Norman Davies.

Foto: Wikipedia, Rafał Dutkiewicz 

Deutscher Nationalpreis 2017 für Rafał Dutkiewicz

Der Stadtpräsident von Breslau, Dr. Rafał Franciszek Dutkiewicz, erhält den mit 50.000 Euro dotierten Deutschen Nationalpreis der Deutschen Nationalstiftung. Die offizielle Preisverleihung findet am 13. Juni in Berlin statt.

Der 57 jährige Dutkiewicz hat sich um das europäische Profil seiner Stadt und um die deutsch-polnischen Beziehungen in besonderer Weise verdient gemacht, begründete die Deutsche Nationalstiftung ihre Entscheidung.

Unter den zahlreichen Initiativen der Stadt Breslau steche die erfolgreiche Bewerbung um den Titel der Europäischen Kulturhauptstadt 2016 hervor, die den weltoffenen Charakter der Stadt verdeutlicht habe. Die deutsch-polnische Annäherung habe dabei eine besondere Rolle eingenommen, wie die Wiederbelebung des „Kulturzuges“ zwischen Berlin und Breslau oder die Eröffnung des „Goethe-Institut Pop Up Pavillons“ zeigten. Dazu gehöre auch die erfolgreiche Arbeit des Willy-Brandt-Zentrums als eine der wichtigsten Forschungseinrichtungen zu Deutschland in Polen.

Die Deutsche Nationalstiftung mit dem Sitz in Hamburg wurde 1993 von Bundeskanzler Helmut Schmidt in Weimar gegründet. Der Nationalpreis der Deutschen Nationalstiftung wird an Menschen oder Organisationen vergeben, die sich um das Zusammenwachsen Deutschlands und um die Stärkung der Idee der deutschen Nation als Teil eines vereinten Europas verdient gemacht haben. Bisherige Preisträger sind unter anderem: die Initiative zum Wiederaufbau der Frauenkirche in Dresden, Tadeusz Mazowiecki, Kurt Masur, Fritz Stern, Karl Dedecius oder Erzbischof Alfons Nossol.

Foto: Wikipedia 

Die Magie des Glatzer Kessels

 

„Pokot“ (Jagdstrecke) der Regisseurin Agnieszka Holand - Polens Beitrag bei den Berliner Filmfestspielen „Berlinale 2017“ - erhielt den „Silbernen Bären. Alfed-Bauer-Preis für Innovation und das Eröffnen neuer Perspektiven im Kino“.

 Das Drehbuch schrieb die Schriftstellerin Olga Tokarczuk, quasi Niederschlesierin in erster Generation und Preisträgerin des internationalen Brückepreises der Europastadt Görlitz-Zgorzelec 2015.

„Neurode (Nowa Ruda), Habelschwerdt (Bystrzyca Klodzka) im Glatzer Kessel sind die Orte des Geschehens – Polens Peripherie, ein Landstrich, der bis 1945 nie polnisch war, das Glatzer Bergland mit seiner wie barocke Architektur wirkenden Natur, mit seinen Geheimnissen. Wenn all das für die Region werben soll, dann freue ich mich. Viele werden erst durch den Film erfahren, dass wir solche Orte haben“, so die Schriftstellerin Olga Tokarczuk bei „Radio Wroclaw“, dem öffentlich-rechtlichen niederschlesischen Regionalsender.

Jäger werden zu gejagten

Seit Ende Februar läuft der oft als Kriminal-Drama bezeichnete Streifen in den polnischen Kinos. Die Dorflehrerin für Englisch Janina Duszejko liest in den Sternen und spricht mit Tieren. Eines Nachts im Winter findet sie die Leiche ihres Nachbarn, eines Wilderers. Um die Leiche herum findet Duszejko ausschließlich Spuren von Rehen. Bald schon werden weitere Opfer tot aufgefunden. Alle verbindet ihre Leidenschaft –  die Jagd. Die Polizei sucht nach dem Täter, doch Duszejko hat ihre eigene Theorie… Ist es möglich, dass die Jäger zu gejagten wurden?

„Ich wollte erreichen, dass die Geschichte metaphorisch, allegorisch anmutet und zu einer tiefen Reflexion über das Verhältnis des Menschen zur Natur, aber auch gegenüber den schwächeren – den Tieren – motiviert“, so Tokarczuk. „Die Aufgabe der Literatur, des Films, der visuellen Kunst ist es Grenzen zu erweitern, Standpunkte aufzuweisen, für dessen Annahme man sonst keinen Anlass hat. Ich möchte erreichen, dass der Zuschauer den Film als Provokation sieht, dass er dadurch verwirrt wird. Und wenn er mit der Geschichte nicht einverstanden ist, dann ist es gut so. Ich muss mir treu bleiben, provozieren, Grenzen sprengen und unbequeme Fragen stellen“, versprach Tokarczuk, die viele Jahre als Psychologin mit verhaltensgestörten Jugendlichen gearbeitet hat.

Schwarz-Weißmalerei?

„Pokot“ stellt Fragen, provoziert zum Nachdenken. Nur eins tut er nicht – er lässt weder den Zuschauer noch die Kritiker kalt. Małgorzata Piwowar vom konservativen Blatt Rzeczpospolita schreibt: „Schade, dass der Film, der wichtige Themen über die ständig schlechter werdenden Beziehungen zwischen Mensch und Tier aufnimmt, nichts dem Zuschauer zum Denken überlässt. Dafür wird man belehrt darüber was gut und was böse ist. (…) Das Problem von ‚Pokot‘ ist nicht das, worüber er erzählt, sondern wie er es tut. Wenn der Priester sagt, ‚die Behandlung eines Tieres so wie man einen Menschen behandeln würde ist Gotteslästerung‘, sehen wir im Bild ausschließlich die diabolischen Lippen des Sprechers. Es ist Belehrung, dass wir es hier mit dem Bösen zu tun haben. (…) In diesem Film ist Weiß nur Weiß und Schwarz nur Schwarz. Damit niemand das Gute mit dem Bösen verwechselt, wird mit dem Finger auf die positiven und negativen Helden gedeutet“.

„Wer von ‚Pokot‘ einen ökologischen Thriller erwartet, wird enttäuscht sein. Wer aber die Konvention des Films akzeptiert – entdeckt die Bitterkeit dieser Geschichte, ihre Schärfe und ihren Reichtum. Es ist eine tief menschliche Erzählung über eine erschreckende Machtlosigkeit, über Wut, die irgendwann explodiert. Es ist aber auch eine Geschichte über eine vergessene Sensibilität, das Verlangen nach Nähe, die Solidarität der Ausgestoßenen. Es ist ein tief christlicher Film, der den Menschen eine Stimme gibt, die viel zu einfach an den Rand gedrängt wurden. (…) Was bleibt ist eine verdammte, schmerzhafte Unruhe, aber eben diese Unruhe macht Hoffnung“, schreibt Barbara Hollender in der gleichen Rzeczpospolita.

Für den ehemaligen Mitarbeiter des öffentlich-rechtlichen Radiosenders „Trojka“ aus Warschau, Jerzy Sosnowski ist der Film: „außergewöhnlich hübsch. Das Glatzer Bergland, das ich kenne, sieht man in seiner besonderen Schönheit. (…) Während ich ‚Pokot‘ schaute, hatte ich den Eindruck, die Magie des Ortes, wieder zu erleben“.

Fotos: K. Kandzia 

 

 

Geschichtsunterricht im Museum

Das Schlesische Museum zu Görlitz bietet ungewöhnlichen Geschichtsunterricht: Es bringtSchüler mit Zeitzeugen zusammen.

Martin Cichon ist Geschichtslehrer und Leiter der Freien Evangelischen Oberschule in Görlitz. Im Rahmen des Unterrichts nahm er seine Schulklasse ins Schlesische Museum mit. Dort wartete auf die Jugendlichen Bettina Harnischfeger mit Geschichten aus ihrer Kindheit in Schlesien. „Geschichte bedeutet nicht immer nur große Schlachten, Kriege, große Zivilisationen, sondern Geschichte fängt immer erst bei persönlichen Erlebnissen an“, so Cichon.

Kindheit in Schlesien

Bettina Harnischfeger hatte viele persönliche Geschichten zu bieten. Die junggebliebene, fröhliche und offene Frau, bewies schnell, dass sie einen guten Draht zu Jugendlichen hat. Sie erzählte von ihrem Geburtsort in Sulau (Sułów), im Bartschtal (Dolina Baryczy) und von ihrem Vater, Pastor Axel Sommer, der ein Gegner des Nazi-Regimes war. Deshalb musste er sein Kirchenamt abgeben und wurde an die Front geschickt. Er fiel im Krieg, als Bettina drei Jahre alt war. Mit dem Ende des Kriegs hörte das Leid für Bettina Harnischfeger und ihre Familie nicht auf. Es folgte die Vertreibung aus der Heimat.

Die Pfarrerstochter aus Sulau hat viele Erinnerungen an die Kindheit in Schlesien, auch viele schöne, die sie ebenfalls den Schülern erzählte. Dabei zeigte sie Bilder von Sulau, der Kirche, die heute katholisch ist, dem Pfarrhaus, der Umgebung. „Mein Beitrag ist kein umfassender Bericht über den Widerstand gegen Hitler, ich beschränke mich auf Regionales, versuche einen kleinen konkreten Ort als Schauplatz einer Geschichte herauszugreifen, die so oder ähnlich auch anderswo stattgefunden hat“, erklärte die Zeitzeugin.  

70 Jahre unterm Dachbalken

Als Quelle ihrer Erinnerungen diente Harnischfeger ein besonderer Fund. Die heutigen Bewohner des Pfarrhausen in dem Bettina einst zu Hause war, entdeckten bei der Renovierung des Dachstuhls unter einem Dachbalken einen Knäuel aus alten Papieren voller Dreck, Mörtel und Spinnweben. „Voll Aufregung stellte ich fest, dass es sich um versteckte Papiere einer kirchlichen Organisation handelte, bei der mein Vater Mitglied war. Die Mitglieder dieses ‚Notbundes‘ waren sich sicher, dass das, was die Nazis in der Kirche durchsetzen wollten, nicht Gottes Wille sein konnte“, so Harnischfeger. Der Teil der evangelischen Kirche, der hinter diesem Bund stand, hieß „Bekennende Kirche“. Unter den Papieren aus dem Fund war auch eine Liste schlesischer Pastoren, die dem Notbündnis angehörten

Erbe und Verpflichtung

Der Fund motivierte Bettina Harnischfeger mehr aus dieser Geschichte zu machen. Sie schuf eine Ausstellung und anschließend eine deutsch-polnische Broschüre. Und sie trifft Schüler, denen sie darüber erzählt. „Es geht mir nicht darum die Schuld der Alten auf die Schultern der Jungen abzuwälzen. Ich möchte erklären, wo nebelhaft Bekanntes eher belastender, verwirrender ist, als gewissenhaft Erzähltes. Ich sehe mich als Brücke zwischen den Generationen und Nationen. Der eine Fuß steht in deutscher Geschichte und Tradition, der andere in polnischer Gegenwart“, so Harnischfeger, die sich selbst als Bumerang-Schlesierin bezeichnet, da sie seit 1996 wieder in ihrem Heimatkreis Millitsch lebt.

Foto 1:

Bettina Harnischfeger berichtet über ihre Kindheit in Schlesien

Foto 2:

70 Jahre warteten Dokumente der bekennenden Kirche auf ihr Entdecken

Foto 3:

Schüler der Freien Evangelischen Oberschule Görlitz zu Besuch im Schlesischen Museum

Text: Klaudia Kandzia