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Wolf von Busewoy (1509-1563) war ein einflussreicher Förderer der Reformation im Herzogtum Liegnitz. Sein Porträt enthält ein Glaubensbekenntnis im Sinne der Lehre Martin Luthers. Unbekannter schlesischer Maler, 1550, Pfarrkirche in Bärsdorf-Trach bei Haynau/Parafia Niedźwiedzice, Foto: Dariusz Berdys 

Die große Tradition der Kirchenmusik an der Schweidnitzer Friedenskirche besteht bis heute: Bach-Festival 2016. Foto: © Evang.-Augsburg. Gemeinde zur Hl. Dreifaltigkeit in Schweidnitz/Świdnica 

Das Martin-Luther-Denkmal in Bielitz/Bielsko ist das einzige in Polen. Foto: Marek Kocjan 

Kirchfahrer, Buschprediger, betende Kinder
500 Jahre evangelisches Leben in Schlesien

10.12.2016 bis 12.03.2017 im Schlesischen Museum  

Zum Reformationsjubiläum 2017 bereitete das Schlesische Museum zu Görlitz eine deutsch- und polnischsprachige Wanderausstellung zur Geschichte des Protestantismus in Schlesien vor.  

Schlesien gehört zu den Kernländern der Reformation. Seit den 1520er Jahren breitete sich die Lehre Martin Luthers im Bürgertum und im niederen Adel aus und fand bald auch unter den schlesischen Fürsten einflussreiche Förderer. Bis zum Ende des 16. Jahrhunderts waren drei Viertel der Gemeinden Schlesiens evangelisch geworden.

In der Auseinandersetzung mit der Gegenreformation konnte sich der schlesische Protestantismus behaupten, selbst als große Teile der Bevölkerung – während des 30jährigen Krieges auch mit Mitteln der Gewalt – zum Katholizismus zurückgeführt wurden. Die im Westfälischen Frieden 1648 garantierten drei Friedenskirchen bildeten den Ausgang für eine Konsolidierung der lutherischen Konfession. Sie waren die Grundlage für die seit dem 18. Jahrhundert redensartlich gewordene „schlesische Toleranz” in einem bikonfessionellen Land.

Die Ausstellung verfolgt die Geschichte der Protestantismus in Schlesien in der Epoche der Industrialisierung und durch die Katastrophen und Bewährungen des 20. Jahrhundert bis in die Gegenwart. Ein „roter Faden“ ist die Frage nach der Aktualität des Protestantismus und seiner Geschichte in einem heute überwiegend katholischen Land. Gerade die polnische evangelische Minderheit wurde seit den 1960er Jahren in Zusammenarbeit mit den heimatvertriebenen schlesischen Protestanten und der Evangelischen Kirche in beiden deutschen Staaten zu einem Träger der deutsch-polnischen Versöhnung.  

Die Präsentation ist Bestandteil eines größeren Ausstellungsprojekts des Deutschen Kulturforums östliches Europa in Potsdam mit dem Titel „Reformation im östlichen Europa“. Weitere Partner sind die Kirchliche Stiftung Evangelisches Schlesien in Görlitz und die Diözesen Wrocław, Katowice und Cieszyn der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen.  

Die fünfzehn Tafeln der Ausstellung werden nach der Präsentation im Schlesischen Museum auch im Haus Schlesien in Königswinter sowie in Breslau/Wrocław, Schweidnitz/Świdnica, Kattowitz/Katowice, Teschen/Cieszyn, Oppeln/Opole und Hirschberg/Jelenia Góra gezeigt. Weitere Ausleihen sind möglich.

 Informationen zur Ausleihe und Stationen der Wanderausstellung 

Informationen zum Ausstellungsprojekt „Reformation im östlichen Europa“:  http://www.kulturforum.info/de/