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herausgegeben vom Förderverein Schlesisches Museum zu Görlitz – Landesmuseum Schlesien e.V.

 

Maciej Łagiewski: Festrede zum 10. Jahrestag der Eröffnung des Schlesischen Museums (Auszüge)

Als Festredner beim Jubiläumsfest des Schlesischen Museums war Dr. Maciej Łagiewski eingeladen, der Direktor des Breslauer Stadtmuseum. Doch er musste wegen einer Erkrankung kurzfristig absagen, und seine Rede wurde verlesen.

Er hatte sie unter den Titel „Kaffee aus Breslau mit Milch aus Görlitz“ gestellt und lobte darin die  „wunderbare und wohlwollende Zusammenarbeit“ zwischen seinem Museum und dem Schlesischen Museum. „Unsere Museen widmen sich, wenn auch in unterschiedlichem Maßstab, der gleichen Sache. In den letzten Jahren haben die Mitarbeiter des Schlesischen Museums in Görlitz den Deutschen die komplizierte und schwierige Geschichte Schlesiens vor Augen geführt, einer Region, die sich heute fast ganz auf dem Gebiet des polnischen Staates befindet. Wenn wir jedoch den Versen des 1922 in Breslau geborenen deutschen Dichters Heinz Winfried Sabais folgen, die dieser an den polnischen Dichter Tadeusz Różewicz richtete: ´Wir beide / sind Cives Wratislavienses, Gott will es. / Die Stadt hat uns beide in ihre Geschichte / genommen. Die heraklitische Oder / umfriedet Ihre und meine Jahre´, dann bestätigen wir mit unserer Arbeit, dass es sich tatsächlich um die Geschichte und die Kultur zweier Nationen handelt und dass Deutsche und Polen heute ein gemeinsames kulturelles Erbe anerkennen und pflegen. In einem größeren Maßstab betrachtet, gibt dies den nachfolgenden Generationen der Europäer einen Einblick in die Multikulturalität des Kontinents, auf dem zu leben ihnen aufgegeben ist.“

Łagiewski rühmte die Sammlung des Schlesischen Museums als „eine der besten Sammlungen von Silesiaca in Europa“ und hob den Bestand an Goldschmiedearbeiten, schlesischem Glas  und  Porzellan sowie die Kunstwerke aus dem Umkreis der Breslauer Akademie hervor. Abschließend kam  er auf ein silbernes Milchkännchen zu sprechen, das erste Objekt, das das Schlesische Museum vor über zwanzig Jahren käuflich erwarb. Es handelt sich dabei um eine Arbeit des Breslauer Goldschmieds Carl Gottlieb Freytag von 1810  – eine zum selben Kaffeeservice gehörende Kaffeekanne ist im Besitz des Breslauer Stadtmuseums. „Die Kanne und das Milchkännchen des Breslauer Goldschmieds sind für mich ein charmantes und ganz unpathetisches Symbol unserer gemeinsamen Arbeit und der gegenseitigen Ergänzung. ... Ich danke Ihnen, liebe Freunde, dafür, dass Sie gemeinsam mit uns daran mitwirken, den Reichtum des multikulturellen Schlesien kennen und verstehen zu lernen. Aus Erfahrung weiß ich: diese Aufgabe ist faszinierend und zugleich schwer zu meistern.“