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Nachrichten aus dem Schlesischen Museum

 

Barockes Glass aus Schlesien – neue Sonderausstellung
Zu den schönsten Erzeugnissen Schlesiens gehören die geschliffenen und geschnittenen Gläser der Barockzeit aus dem Hirschberger Tal. Um 1650 begann eine Blüte der Glasherstellung und -veredlung und Glas aus Schlesien wurde weltberühmt. In einer gemeinsam erarbeiteten Präsentation zeigen das Muzeum Karkonoskie w Jeleniej Górze/Riesengebirgsmuseum Hirschberg (11.6.-31.7.) und das Schlesische Museum zu Görlitz (20.8.-20.11.) ihre Bestände. Über 150 Gläser aus den Sammlungen der beiden Museen sowie Leihgaben anderer Museen werden gezeigt.

Begleitend zu der Ausstellung ist auch eine internationale Tagung von Glasforschern und –sammlern aus Polen, Tschechien und Deutschland am 23. September 2016 geplant. Tagungsort ist das Muzeum Karkonoskie in Jelenia Góra/ Hirschberg. Für den 24. September ist eine Exkursion zu bedeutenden historischen Stätten der Glasherstellung im Raum Hirschberg vorgesehen.

Veranstaltungen im Juni

1. Juni 2016, Mittwoch 15 Uhr
Kaffee&Kultur – natürlich schlesisch

Cowboys in Schlesien und in der Oberlausitz?
Referent: Andrzej Paczos

12. Juni, Sonntag 15 Uhr
Sonderausstellung „Die große Not“.
Ausstellungsrundgang mit Kuratorin Dr. Martina Pietsch

25. Juni, Samstag 14 Uhr
Das Schlesische Einmaleins der Beruf
Ein Angebot der Museumspädagogin Sylwia Wackernagel

Weitere Informationen zu den Angeboten 
Siehe auch „Vorträge und Exkursionen“ in diesem Newsletter

Quelle:www.breslau.berlin 

Projekt Breslau- Berlin 2016. Europäische Nachbarn

Im Jahr 2016 feiern wir nicht nur die Kulturhauptstadt Breslau, sondern auch das 25-jährige Jubiläum des deutsch-polnischen Nachbarschaftsvertrags und der Städtepartnerschaft zwischen Berlin und Warschau. Die Stiftung Zukunft Berlin hat dies zum Anlass genommen, gemeinsam mit der Kulturhauptstadt Breslau und Partnern aus Kultur, Politik, Wirtschaft, Wissenschaft und Sport auf die aktuellen und teils zugleich geschichtlich tief verwurzelten Beziehungen zwischen Breslau und Berlin aufmerksam zu machen. Die Angebote zu Breslau-Berlin 2016 wie die interaktive Installation LUNETA, In Between Festivals, Ausstellungen, Clubnächte, Konzerte, Filme und Gespräche, geben in diesem Jahr vielfach Gelegenheit, die Kulturhauptstadt Europa in beiden Städten zu erleben.

An Wochenenden und Feiertagen verkehrt regelmäßig der Kulturzug Berlin – Breslau ab Bahnhof Berlin Lichtenberg für nur 19 € (einfache Fahrt).

"Breslau-Berlin 2016. Europäische Nachbarn“ ist eine Initiative der Stiftung Zukunft Berlin und der Kulturhauptstadt Breslau in Kooperation mit Partnern.  

 http://www.breslau.berlin

 

 

Foto: Anke Illing 

Breslauer Stadtschreiber im Kulturhauptstadtjahr 2016

Im letzten SILESIA-Newsletter berichteten wir bereits über das Stadtschreiber-Stipendium des Kulturforums  Östliches Europa. Heute möchten wir darauf hinweisen, dass auf der Internetseite des Stadtschreibers Mirko Martin laufend Reportagen und Feuilletons zu verfolgen sind. Wir empfehlen die Internetseite:

 http://stadtschreiber-breslau.blogspot.de/

 

 

Foto: Mieczysław Michalak 

Eröffnung des Vier-Kuppel-Pavillons

Am 25. Juni 2016 wird im Vier- Kuppel- Pavillon das Museum für Zeitgenössische Kunst, Abteilung des Nationalmuseums zu Breslau eröffnet. Der von Hans Poelzig 1912 entworfene Bau wird nach vielen Jahrzehnten wieder seiner ursprünglichen Funktion als Ausstellungsgebäude dienen.  Zu sehen sein wird die Sammlung der polnischen Gegenwartskunst:  Werke von Magdalena Abakanowicz, Jerzy Bereś, Władysław Hasior, Jan Lebenstein, Tadeusz Kantor, Alina Szapocznikow. Im Pavillon soll ein breites Spektrum der künstlerischen Aktivitäten - Malerei, Skulptur, Rauminstallation, Videodokumentation, Grafik, Fotografie, Performances - präsentiert werden.

 www.mnwr.art.pl

 

 

Quelle:www.retroteka.org 

Retroteka

Das Museum in Będzin hat sich an die Redaktion des SILESIA-Newsletters gewandt mit der Bitte, Nachrichten aus ihrer Arbeit bekannt zu machen. Będzin ist eine Stadt in der heutigen Wojewodschaft Schlesien im Kohlerevier „Zagłębie Dąbrowskie”.  Das neue Projekt „Retroteka“ macht Ausschnitte von digitalisierten alten Zeitschriften aus der Sammlung zugänglich. Die Basis bildet die polnischsprachige Tageszeitung "Kurjer Zagłębia", die in Sosnowiec/ Sosnowitz von 1906 bis 1922 herausgegeben wurde. Das Projekt richtet sich an die junge Generation, die etwas über die Geschichte ihrer Groß- und Urgroßeltern aus dem Dombrowaer Kohlerevier erfahren möchte.

In einzelnen Sektionen (Alltagsleben, Politik, Werbung, Humor, Zeichnung und Leseecke) werden alle zwei Wochen ausgewählte, interessante Artikel aus der Presse des Zaglebie Dabrowskie Gebiets präsentiert. Aus den alten Nummern von Zeitschriften kann man z. B. erfahren, dass man die echte Salbe und Seife gegen Sommersprossen nur in der Alten Apotheke in Myslowitz/ Mysłowice findet.  Das Projekt hat auch seine Facebook- Seite. 

 www.retroteka.org

Quelle: www.slaskarzecz.pl 

Śląska Rzecz/ Schlesisches Qualitätsprodukt

Der Wettbewerb „Śląska Rzecz" durch Schloß Cieszyn/ Teschen veranstaltet, fördert besondere schlesische Industrie- und Gebrauchsgraphikprodukte sowie Leistungen. Es werden Design- Produkte eingereicht, die in der Woiwodschaft Schlesien im Jahr 2015 ihre Anwendung fanden und sich zugleich zu einem Aushängeschild für die Region entwickeln. Der Wettbewerb ist ein Beitrag zum Aufbau einer schlesischen Marke und vermittelt ein modernes Image Oberschlesiens und regionaler Unternehmen, die für Qualität und gutes Design stehen. Viele preisgekrönte Designer und Unternehmen haben kommerzielle Erfolge erzielt, sowohl auf dem einheimischen wie auch ausländischen Markt und ihre Marke wurde erkennbar. Im Rahmen der bisherigen 10 Auflagen des Wettbewerbs haben sich 414 Unternehmen und Institutionen mit 530 Projekten beteiligt. Die Preisträger und Nominierungen werden in der Ausstellung präsentiert. Zudem begleitet die Ausstellung ein zweisprachiger, polnisch- englischer Katalog.

Schau der Wettbewerbspreisträger im Schloss Cieszyn: 15. Juni - 31. Juli, im Schlesische Museum in Katowice/ Kattowitz: 5. August- 25. September

 www.slaskarzecz.pl

Quelle:www.aloisnebel.de 

Alois Nebel im Gerhart-Hauptmann-Theater in Zittau

Der Graphic Novel „Alois Nebel“ von Jaroslav Rudiš i Jaromir 99 ist in Tschechen 2003 erschienen und bisher wurde in die Deutsche, Polnische und Französische  Sprache übersetzt. Im Jahr 2011 wurde die Geschichte des einsamen Fahrdienstleieter aus dem Altvatergebirge verfilmt und mit dem Europäischen Filmpreis sowie mit dem Georg-Dehio-Kulturpreis des Deutschen Kulturforums östliches Europa ausgezeichnet. Die erste Bühnenaufführung unter der Regie von Stefan Wolfram fand am 29. April im Gerhart- Hauptmann- Theater in Zittau statt. Die nächsten Termine sind für den 12.05, 17.05 und 27.05. geplant.

 http://www.g-h-t.de/de/Spielplan

 

 

Aneta Augustyn schreibt über den nach Breslau zurückgekehrten Schatz der Ursulinen

"Zu Breslau, seit 1946 in Bielefeld"- betonten die Ursulinen im Namen ihres Konvents, nachdem sie  Breslau nach dem Krieg verlassen mussten. Sie lebten in Breslau seit dem 17. Jahrhundert und führten hervorragende Schulen, denen sie zu verdanken haben, dass ihr Kloster 1810 nicht säkularisiert wurde. Nach dem Zweiten Weltkrieg wohnten die polnischen und deutschen Ursulinen etwa zehn Monate unter einem Dach am Ritterplatz ( heute Plac Biskupa Nankiera), bevor die Deutschen dann die Stadt Wroclaw endgültig verlassen mussten. Bei der Abreise nahmen sie liturgische Geräte mit. Etwa siebzig Jahre später wurde das Rad der Geschichte zurückgedreht. Schwester Carola Kahler OSU, Oberin des Ursulinenkonvents in Bielefeld, übergab dem Stadtmuseum zu Breslau fünf damals ausgeführte Preziosen: Monstranz, Ziborium, Messkelch, Hostienteller und Löffelchen. Die kostbarsten Stücke davon sind aktuell in der Ausstellung im Breslauer Rathaus zu sehen.

Über 300 Jahre alt ist die Monstranz, 70 cm hoch, mit silbernen Applikationen auf goldenem Hintergrund, mit Buntglass und Bergkristall aus dem Riesengebirge besetzt und mit Medaillons mit Szenen aus dem Leben Jesu und Maria verziert. Sie ist entstanden auf Bestellung der Ursulinen in der Werkstatt von Thobias Schier. - Er gehörte nicht zu den bedeutendsten Goldschmiedemeistern Breslaus, aber gerade dieses Objekt hat einen hohen Wert. Das ist eine Kranzmonstranz, eine Rarität, die wir in unseren Sammlungen noch nicht hatten. Mehr typisch sind Sonnen- und Strahlenmonstranzen - erzählt Jan Trzynadlowski, Kurator der Ausstellung. Nicht minder kostbar ist das Ziborium, das heißt der Hostienbehälter aus Gold und Silber aus dem Jahre 1700 von Gottfried Heintze, einem berühmten Breslauer Goldschmied. - Beide Objekte enthalten ein reiches Bildprogramm. In unseren sakralen Sammlungen haben wir bisher keine Gegenstände solcher Qualität gehabt. Das ist ein echter Schatz, welcher in Zukunft in der Dauerausstellung des Städtischen Museums im Königsschloss präsentiert werden wird -  kündigt der Kurator an.

Schätze gibt es in der Ausstellung noch viel mehr. Die Gaben der Ursulinen sind nur ein Teil dieser bisher größten Schau der Breslauer Goldschmiedekunst. Die 170 Ausstellungsobjekte sind Sammlungsgegenstände sowie Leihgaben. Die Borromäerinnen aus Trebnitz/ Trzebnica sowie die Breslauer Dominikaner und Jesuiten liehen für die Ausstellung Ostensorien, Weihrauchgefäße, Kelche und Weihwassergefäße aus.

In einem eigenen Raum im Rathaus (Städtisches Museum) werden die wertvollsten Artefakte aus der Schatzkammer der Kathedrale St. Johannes der Täufer zu Breslau präsentiert. Ein ungewöhnlich schönes Büstenreliquiar der hl. Dorothea aus dem Jahre 1410, Werk eines unbekannten Breslauer Goldschmieds, ist das älteste Ausstellungsobjekt. Bis zur Mitte des 19. Jahrhunderts befand es sich in der Breslauer Rathauskapelle, später wechselte es zum Schlesischen Museum für Kunstgewerbe und Altertum und nach dem Krieg wurde es nach Warschau ausgeführt. Nach Breslau kam das Reliquiar erst vor ein paar Jahren.

Es wird ergänzt durch andere feine Reliquiare: das Armreliquiar der hl. Hedwig von Fabian Nitsch aus dem Jahre 1607, der hl. Lucia von Caspar Pfister aus dem Jahre 1616, der hl. Helene von Mathias Sbaraski aus dem Jahre ca. 1705 und des hl. Vinzenz von Tobias Plackwitz aus dem Jahre 1723. Entzückend ist das Lavabo des Bischofs Paul Nitsch aus dem 16. Jahrhundert und die ein Jahrhundert ältere Kanontafel von Christian Mentzel, sowie ein eindrucksvolles, mit zwei zusammengeflochtenen Schlangen umwickeltes Zepter der philosophischen Abteilung des Jesuitenkollegs Leopoldina aus dem Jahre 1710.

Die Ausstellung besteht nicht nur aus hervorragenden Arbeiten der Breslauer Meister der Goldschmiedekunst, deren Werke auf dem Niveau der führenden Werkstätten Nürnbergs oder Augsburgs standen. Sie bietet zugleich einen Überblick über die Stilepochen: von der Gotik, über Renaissance, Manierismus, Barock, Rokoko, Klassizismus, Historismus bis zum Jugendstil. Es sind viele profane Objekte dabei, besonders aus der „Norbert und Barbara Heisig Sammlung“ aus Hamburg. Beide sind in Breslau geboren und haben in dieser Stadt ihre Kindheit bis zum Ende des Zweiten Weltkrieges verbracht.  Barbara Heisig stammt aus der Familie der Gründer der Julius Eispert Silberwarenfabrik zu Breslau. Norbert Heisig, Medizinprofessor im Ruhestand, gründete im Jahre 2001 die Deutsch- Polnische Gesellschaft der Universität Wroclaw, welche die Kultur und Wissenschaft fördert. Die vorbildliche Sammlung des Professors wird auf seinen Wunsch hin im Breslauer Rathaus als Dauerleihgabe aufbewahrt. Sie besteht aus Werken der Breslauer Goldschmiedekunst, welche er bei ausländischen Kunstauktionen erworben hat: Schüsseln, Kannen, Suppenterrinen, Zuckerdosen oder Hochzeitspokale.

Die Sammlung Heisig wird im Rathaus gleich neben dem berühmten "Schatz aus Bremen" gezeigt:  einige Dutzend Arbeiten der Breslauer Goldschmiede von großem künstlerischem und historischem Wert. Die Kollektion wurde von der Stadt im Jahre 2006 von der Galerie Neuse in Bremen gekauft.  Bei der eigens dazu ausgerufenen Spendensammlung engagierten sich damals die Stadtbewohner selbst. Der Ankauf des "Schatzes aus Bremen" war ein Ereignis ohne Präzedenzfall in der Nachkriegsgeschichte Polens. Der Vorgang hat gezeigt, dass Wroclaw Einwohner hat, die sich ihrer Identität bewusst sind - erzählt Ewa Pluta, Pressesprecherin des Stadtmuseums. In der Ausstellung wird ein Teil des Bestands gezeigt, u. a. mit Medaillen besetzte Barockbecher und ein seltener 12- Löffelsatz, dessen Griffe mit Apostelfiguren verziert sind.

- Diese Ausstellung zeigt, was für ein renommiertes Zentrum der Goldschmiedekunst Breslau war. Von dem 14. bis zum 19. Jahrhundert wurden hier bis zu 745 Werkstätten registriert. Es fehlte ihnen nicht an Arbeit: die Kirche bestellte bei ihnen liturgische Geräte, der Adel und das reiche Bürgertum  Tafelaufsätze. Handwerksinnungen spendierten sich Willkommens-Pokale, das heißt repräsentative Trinkgefäße sowie Sargschilder, außerdem Schützenbruderschaften -  zu verschiedenen Anlässe Plaketten - erzählt der Kurator der Ausstellung, die sich einer großen Popularität erfreut und aus diesem Grund um einen weiteren Monat verlängert wurde.

Schätze Breslauer Goldschmiedekunst, Stadtmuseum Wrocław, im Rathaus bis Ende Mai 2016

 
 http://www.muzeum.miejskie.wroclaw.pl/