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herausgegeben vom Förderverein Schlesisches Museum zu Görlitz – Landesmuseum Schlesien e.V.

 

Das Schlesische Museum ehrt Professor Rudolf Lenz 

Der Wissenschaftliche Beirat des Schlesischen Museums hat sich, unter dem damaligen Vorsitzenden Professor Norbert Conrads, bei den Arbeiten für die Dauerausstellung vor der Eröffnung des Museums große Verdienste erworben. Der Vorstand der Stiftung beschloss daher, nach Professor Conrads, der im Jahr 2013 die Ehrengabe erhalten hatte, in diesem Jahr ein weiteres Mitglied des Wissenschaftlichen Beirats zu ehren, nämlich Professor Dr. Dr. h.c. Rudolf Lenz. Die Ehrung erfolgte im Rahmen der Mitgliederversammlung des Vereins der Freunde und Förderer des Schlesischen Museums, die am 10. Oktober 2015 stattfand, und zu der Vorsitzender Dr. Klaus Schneider auch Museumsdirektor Dr. Markus Bauer und Professor Rudolf Lenz begrüßen konnte.

Die Laudatio hielt Dr. Markus Bauer in seiner Eigenschaft als Vorsitzender des Stiftungsvorstands. Professor Lenz hat für die Geschichtswissenschaft eine neue Quellengattung entdeckt, nämlich die frühneuzeitlichen Leichenpredigten, die als Drucke aus der Zeit vom späten 16. bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts zu Zehntausenden überliefert sind. Lenz konnte zeigen, dass sie nicht nur Einblicke in die Frömmigkeit der Zeit und ihren Umgang mit Trauer und Tod geben, sondern auch in das Leben, den Bildungsweg und den Alltag der Menschen in der frühen Neuzeit.

Über die Beschäftigung mit den Leichenpredigten ist Lenz nach Schlesien gekommen. In der Universitätsbibliothek Breslau liegen über 30.000 Leichenpredigten. Durch die häufigen Forschungsaufenthalte in der schlesischen Hauptstadt hat Lenz den kulturellen Reichtum der Stadt und des Landes entdeckt und begann, sich um bedrohtes Kulturgut zu kümmern. Er ergriff die Initiative zur Förderung einer Reihe denkmalpflegerischer Projekte in Schlesien. Die Universität Breslau verlieh ihm die Ehrendoktorwürde.

Im Jahr 1999 wurde er in den Wissenschaftlichen Beirat berufen. Seit dieser Zeit hat er dem Museum in zahllosen Beratungen und Verhandlungen zur Seite gestanden. „Man muss daran erinnern“, so Dr. Bauer, „dass der Beirat vor allem in der Gründungsphase des Museums, als die ständige Ausstellung konzipiert wurde, eine maßgebliche Bedeutung und ungewöhnlich starke Stellung im Gefüge der Stiftung hatte. ….Professor Lenz arbeitete systematisch unsere Konzeptentwürfe durch, las alle Ausstellungstexte, machte auf Fehler und missverständliche Formulierungen aufmerksam. … Manchmal hat es eine Weile gedauert, bis seine Auffassung sich durchsetzte, aber er hat am Ende fast immer Recht behalten.“

In seinen Dankesworten sprach Professor Lenz davon, dass er sich als Ehrengabe einen Stich der Sandinsel von Grete Schmedes ausgesucht hatte, weil die Universitätsbibliothek auf der Sandinsel eine wichtige Stätte für seine Forschungsarbeiten geworden sei. An Dr. Bauer gewandt sagte er, man habe bis zum Mai 2006 manchen Streit miteinander ausgefochten, niemals seien aber persönliche Auseinandersetzungen entstanden. Gerne werde er auch weiterhin das Schlesische Museum fördern, künftig auch als Mitglied des Vereins der Freunde und Förderer. 

Klaus Schneider