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Nachrichten aus dem Schlesischen Museum

Öffnungszeiten während der Festtage

Heiligabend, 24.12.2015: geschlossen

1. Weihnachtstag, 25.12.2015: 13 - 17 Uhr

2. Weihnachtstag, 26.12.2015: 13 - 17 Uhr

Silvester, 31.12.2015: geschlossen

Neujahr, 1.1.201613: 13 - 16 Uhr

 

Begleitend zur Sonderausstellung „Die große Not. Erinnerung an das Kriegsende 1945 und den Neubeginn in Görlitz und Zgorzelec“ bietet das Schlesische Museum eine deutsch-polnische Vortragsreihe an. Kooperationspartner sind die Kulturreferentin für Schlesien, das Miejski Dom Kultury (Städtisches Kulturhaus / Dom Kultury) in Zgorzelec und der Verein Meetingspoint Music Messiaen e.V.

Im Rahmen des historisch-musikalischen Samstags des Meetingpoint Music Messiaen im Vorfeld der jährlichen Aufführung des „Quartetts an das Ende der Zeit“ am 15. Januar laden die Veranstalter zu einem Vortrag in das Europäische Zentrum für Bildung und Kultur auf dem ehemaligen Stalag-Gelände ein:

9. Januar, Samstag, 16 Uhr
Dr. Renata Kobylarz-Buło und Thomas Warkus

Das System der deutschen Kriegsgefangenenlager und die Geschichte des Lagers Lamsdorf

Der nächste Vortrag in der Reihe „Die große Not“ findet im Schlesischen Museum am 27. Januar 2016 um 18 Uhr statt: Dr. Martina Pietsch spricht zum Thema „Krieg und Hunger“

 

21. Januar, Donnerstag, 19 Uhr, Akademie modus vivendi, Elisabethstraße 10-11

Lesung und Gespräch: Małgorzata Lutowska: Der anvertraute Schlüssel. Erzählungen über ungewöhnliche Schicksale von Protestanten in Niederschlesien

Die Germanistin und Lehrerin aus Hirschberg/Jelenia Góra widmet in ihrem Buch "Der anvertraute Schlüssel" eine ihrer Geschichten Jacob Böhme und seiner Zufluchtsstätte Burg Schweinichen/Zamek Świny. Görlitz spielt in dieser Erzählung, die erstmals ins Deutsche übersetzt wurde, eine Hauptrolle.

- Veranstaltung der Kulturreferentin und der Redaktion "Schlesien heute"

- Eintritt 3 Euro

24. Januar, Sonntag, 10-16 Uhr

Großeltern-Enkel-Tag: Mit Oma und Opa ins Museum

Wir laden Großeltern mit ihren Enkeln zu einem kostenlosen Museumsbesuch ein! Anlass ist der schöne polnische Brauch, am 21. Januar den Tag der Oma und am 22. Januar den Tag des Opas zu begehen. Um 14 Uhr führt Dr. Martina Pietsch durch die Sonderausstellung "Die große Not".

- freier Eintritt (inkl. Führung) für Großeltern mit Enkeln (unter 16 Jahren)

Alois Hentschel steht in weißer Schürze vor seiner „Feinbackerei u. Honigkuchenfabrik. Cafe und Konditorei”, 1920er Jahre in Wartha 

Aneta Augustyn berichtet von der Wiederbelebung der Pfefferkuchentraditionen in Wartha/Bardo durch  Tomasz Karamon. Beim  I. Pfefferkuchentrag treffen am 6. Januar 2016 im Schloss Kamieniec bei Glatz/Klodzko kann man den Autor und Heimatforscher persönlich erleben. ( www.palackamieniec.pl).

„Es riecht nach Honig, Schokolade und Mandeln. Ich rieche auch den Duft unterschiedlicher Backwaren. Neugierig atme ich die Aromen ein, die ich noch aus der Kindheit kenne. Es ist Dezember, in der Luft fühlt man den einzigartigen Duft des Weihnachtsfestes. An der Tür der Werkstatt wartet auf mich der Bäckermeister. Er hat einen guten schlesischen Namen und sieht genau so aus, wie ich mir einen Bäcker vorgestellt habe: bärenhaft und stolz auf seine Bäckerei. Zwei Angestellte sind beschäftigt, aus dem Teig kleine Plätzchen zu schneiden, die später glasiert werden. Alle winden sich wie am Fließband, denn das Fest steht vor der Tür und die ganze Welt will die berühmte Spezialität aus Wartha haben, sie werden sogar jenseits des Ozeans geschätzt. Dieses kleine Städtchen unternimmt also viel für die Werbung für unser schlesisches Heimatland“, so beschrieb ein Journalist der „Schlesischen Monatshefte”  1936 die alte Bäckerei von Max Prause in Wartha.

In seinem Buch „Bardo – die Rückkehr zur Vergangenheit” zitiert Tomasz Karamon diese Reportage.  Dieses reich bebilderte Buch mit Fotographien aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg ist das Ergebnis der Faszination des Autors für die Geschichte des Städtchens, in dem er seine Kindheit verbracht hat. Seine Faszination dreht sich um ein Motiv: Pfefferkuchen. –  Ich habe Informationen gefunden, dass hier schon 1464 gebacken wurde, anfangs als Honigkuchen aus Mehl und Honig, ohne die damals sehr teuren Pfefferkuchengewürze, erzählt er. Die Stadt war seit dem Mittelalter berühmt für ihr Sanktuarium mit der wundersamen Figur der Gottesmutter  und die Pilgerer nahmen als Souvenir Pfefferkuchen aus Wartha mit.

Der Teig musste lange liegen, bevor gebacken wurde, verziert mit Sinnsprüchen aus Zuckerguss, Bildchen mit folkloristischen Motiven waren auch ein begehrtes Exportgut. Sie wurden sogar nach Amerika versandt.

- Unglaublich, dass dieses geschätzte Handwerk, dass über 500 Jahre gepflegt wurde, nach 1945 verschwindet – sagt Tomasz. Er hat überprüft, dass vor dem Krieg in dem kleinen Städtchen sogar fünf Bäckereien waren. Einer von ihnen, Alois Hentschel, steht in weißer Schürze vor seiner „Feinbackerei u. Honigkuchenfabrik. Cafe und Konditorei”.  Über ihm hängt ein Schild mit einem Bäcker. Genau diese Figur – ein Junge in Kochmütze, rotem Schal und einem Pfefferkuchen in der Hand hat Tomasz auf einer Fotographie der 1920er Jahre entdeckt.  Gemeinsam mit Freunden hat er vor einigen Monaten das Bäckerei-Schild auf genau dieser Straße rekonstruiert.

Wenn auch Wartha heute Bardo heißt, die Hauptstraße heißt weiterhin „Główna” (Hauptstraße), und in dem Haus befindet sich statt einer Bäckerei ein Arbeitsvermittlungsbüro ( u.a. für Altenpfleger in Deutschland) und die Replik des alten Schildes erinnert an die vergangene Zeit.  – Die Hentschels haben sich nach dem Krieg mit Maria Bok angefreundet, die aus den früheren polnischen Ostgebieten nach Bardo kam und die Bäckerei übernahm. Sie bemühte sich, ihnen zu helfen, sie wollte, dass sie bleiben, aber es ist nicht gelungen – erzählt der 33-jährige Tomasz, der auch eine Fanpage für „Pfefferkuchen aus Wartha“ eingerichtet hat.  Er lernt deutsch, um besser in Kontakt treten zu können mit den Menschen, die vor dem Krieg in Wartha gelebt haben.

Es ist ihm gelungen, die Nachfahren des Meisters Paul Neumann, der seine Bäckerei auf der heutigen ul. Noworudzka führte, zu finden. Bald fährt er zur Familie von Max Prause, dem Eigentümer der größten und ältesten Pfefferkuchenwerkstatt aus Wartha. – Sein Sohn Hans hat 1949 die Herstellung von Pfefferkuchen in Deutschland aufgenommen. Er hat versucht, den früheren Einwohnern von Wartha ihr Städtchen in Erinnerung zu rufen – erzählt Tomasz. In diesem Jahr hat er in Ochtrup (Nordrhein-Westfalen) zwei 90jährige Menschen besucht, einige der wenigen noch lebenden Vorkriegsbewohner von Wartha.  Er hat sie über Adressen aus dem „Wartha Bote” gefunden, das als Heimatblatt von 1947 bis 2007 in Deutschland herausgegeben wurde. – Ich habe sie sagen hören: „Gut, dass die Geschichte unserer Heimat in guten Händen ist“ – erzählt Tomasz, der gerade daran arbeitet, den Stammbaum der Familie Hoffmeister, ebenso Bäcker aus Wartha, zu erstellen.

Seine Faszination geht so weit, dass er bei Oldrich Kvapil in Pardubice lernt, Pfefferkuchenformen zu schnitzen. Kvapil ist einer der wenigen Meister dieses Handwerks in Europa. Er schnitzt die Formen aus hartem Birnen- oder Kirschholz; nach eigenen Entwürfen oder nach Vorbildern der Backformen aus Wartha aus dem 18. Jahrhundert, die in der Sammlung des Nationalmuseums in Breslau erhalten sind. – Warum ich das alles mache? Einfach aus Interesse, die schlesische Tradition wieder zu beleben, die zu Unrecht nach dem Krieg vergessen wurde, als alle Spuren des Deutschtums getilgt wurden. Aber die Geschichte Schlesiens ist kompliziert und vielschichtig. Und auch sehr geschmackvoll – lächelt er.

Im Ethnographischen Museum in Breslau wird noch bis zum 14. Februar 2016 die Ausstellung “Pfefferkuchen. Eine Reise der Sinne …
durch Schlesien, die Oberlausitz und über 900 Jahre Esskultur in Mitteleuropa" präsentiert, die im Winter 2014/5 im Schlesischen Museum zu Görlitz zu sehen war. 

Historische Silbermine 

Seit September 2015 arbeiten wir mit Dawid Smolorz aus Gliwice/Gleiwitz zusammen, um Ihnen im Wechsel mit Kurzreportagen aus Niederschlesien ebenfalls Korrespondenzen aus Oberschlesien zu bieten.

 Niederschlesien kann sich rühmen, gleich mit mehreren Denkmälern auf der Liste des Weltkulturerbes der UNESCO vertreten zu sein. Oberschlesien hingegen hat bisher noch keinen Eintrag in dieser prestigereichen Liste vorzuweisen.  Das kann sich bald ändern, denn die alte Bergwerksstadt Tarnowitz (Tarnowskie Góry) hat gute Chancen, dem elitären Kreis des anerkannten Weltkulturerbes beizutreten.

In der Region wird immer häufiger und immer lauter davon gesprochen, die frühere Silbermine in Tarnowitz auf die Liste des Weltkulturerbes der UNESCO einzutragen. Eine solche Aussage ist allerdings nicht vollständig. Auf der Liste des Weltkulturerbes sollte sich nicht nur das Bergwerk wiederfinden, das seit den 1970er Jahren als touristisches Objekt Führungen auf unterirdischen Wegen z Fuß und in Booten anbietet, sondern das ganze Ensemble mit 26 Gebäuden, verbunden mit der Bergwerksvergangenheit der Stadt. Das wäre unter anderen das ausgedehnte Gelände der unterirdischen Schächte, Gruben und Entwässerungstunnel, als auch die Halden und postindustrielle Landschaft in der Region des Schutzgebietes „Segeth“ und „Silberberg“.

Das im 16. Jahrhundert gegründete Tarnowitz war von Anfang an ein wichtiges Bergwerkszentrum, was sich sogar aus dem polnischen Namen der Stadt herauslesen lässt. Heute erinnern sich nur wenige daran, aber in frühenoberschlesischen Polnisch bedeutete das Wort „gory“ (siehe Tarnowskie Gory) einfach Bergwerk, und nicht Anhöhe oder Berge, wie man heute als Hintergrund der Namensgebung vermutet.  Ohne die geringste Übertreibung kann man behaupten, dass Tarnowitz (Tarnowskie Gory) im 18. Jahrhundert für die Industrialisierung in Mitteleuropa Pionierleistungen erbracht haben. Hier wurde die erste Dampfmaschine auf diesem Teil des Kontinents eingesetzt, die nicht nur Johann Wolfgang von Goethe besuchte und bewunderte, sondern auch viele gekrönte Häupter. Ebenso waren hier bereits seit 1797 Wasserleitungen in Betrieb. Erstmals wurde das durch die Entwässerung der Bergwerksstollen gewonnene Wasser als Trinkwasser genutzt. Unerhört gut funktionierte damals (nicht immer legal) der Wissenstransfer. Viele technische Entdeckungen, die auf den britischen Inseln eingesetzt wurden, kopierte man ohne Sorgen über entsprechende Patente geschickt in Tarnowitz.

Die Stadt war ebenfalls ein Vorreiter in der Bewirtschaftung postindustrieller Gebäude und des Industrietourismus. Regelmäßige Besichtigungen der früheren Bergwerksobjekte wurden in Tarnowitz schon in den 1930er Jahren angeboten.  Im Jahr 1903 wurde in der  Stadt ein Park auf einem rekultivierten Industriegelände eröffnet und die sogenannten Stollen zur Schwarzen Forelle, ein Teil eines fast 200jährigen Entwässerungssystems, wurde bereits 1960 für Touristen zugänglich gemacht.

Der Weg zum Erfolg, also zur Aufnahme in die anerkannte Liste des Weltkulturerbes, ist allerdings lang und steinig. Der über mehrere Jahre durch den Verein der Freunde des Tarnowitzer Landes vorbereitete 700-seitige Antrag wird offiziell Anfang 2016 beim Sitz der UNESCO in Paris eingereicht. Allerdings erst in der zweiten Hälfte des Jahres 2017 können wir mit einer Nachricht rechnen, ob es gelungen ist, ein erstes Objekt aus Oberschlesien auf die Liste des Welterbes zu bringen. In der Zwischenzeit werden die UNESCO-Experten mehrmals Tarnowitz besuchen. Die gute Nachricht lautet, dass die Chancen für die Aufnahme gut stehen. Die schlechtere Nachricht lautet, dass eine zweite Chance nicht gegeben wird: den Antrag kann man nur einmal stellen. 

Foto: walbrzych24 

St. Barbara-Tag in Boguszów-Gorce - Rothenbach bei Waldenburg

Zu Ehren der Patronin des Bergbaus wurde im Kongress-Zentrum auf dem Gelände des früheren Bergwerks "Witold" eine Ausstellung zur Geschichte des Bergbaus in Gorce/Rothenbach eröffnet. Der Verein "Witold" hatte im Frühjahr das Schlesische Museum zu Görlitz besucht, um sich mit der Waldenburger Sammlung bekannt zu machen, die das Museum vom Stadtarchiv Dortmund vor einigen Jahren übernommen hat. In ehrenamtlicher Initiative des Vereins entstand eine Ausstellung, die bewusst deutsche - in der Zeit, als der Schacht "Gustaw" hieß - und polnische Traditionen des Bergbaus in der Region zeigen möchte. Zu den Leihgaben aus der Waldenburger Sammlung in der Ausstellung "Gustav - Witold. Ein Symbol für die deutschen und polnischen Anstrengungen im Bergbau" zählt eine Fahne "Arbeiter-Radfahrer-Bund Solidarität, Ortsgruppe Gottesberg und Umgebung" aus dem Jahr 1921, ein Bergmannskittel aus der Zeit vor 1918 und ein Schachthut einer Bergmannsuniform aus dem Nachlass von Dr. Ing. Paul Schossig (1904-1965), 1936-1940 Direktor der Bergfreiheitsgrube Schmiedeberg (Eisenerz).

Foto: © Michael Winter 

Zugverbindung Dresden – Breslau

Seit dem 13. Dezember 2015, rechtzeitig zum Beginn des Kulturhauptstadtjahres 2016,  fahren die DB-Züge wieder auf der Strecke Dresden – Wroclaw über Görlitz und Zgorzelec.  Täglich 3 x kann Breslau von Dresden mit der Direktverbindung erreicht werden:  06.08 Uhr, 12.08 Uhr und  18.08 Uhr Abfahrt, Ankunft 4 Stunden später. Umgekehrt fahren die Züge ab Breslau um 06.06 Uhr , 14.30 Uhr und 18.08 Uhr.

Eine weitere erfreuliche Entwicklung im neuen Winterfahrplan:  Züge der „Koleje Dolnoslaskie“ – der Niederschlesischen Eisenbahn mit Richtung Wegliniec (Kohlfurt) oder Jelenia Gora (Hirschberg) fahren ab Bahnhof Görlitz und es fahren in den Görlitzer Bahnhof Züge aus Zielona Góra (Grünberg) ein.  Eine neue Besonderheit: für die Strecke Görlitz-Zgorzelec muss ein kostenfreier Fahrschein erworben werden,  um die 2 km lange Fahrt zwischen Görlitz und Zgorzelec  hin und zurück vorschriftsmäßig anzutreten.  Die neue Art, die Europastadt Görlitz-Zgorzelec zu erfahren.

Untermarkt, Foto: Jörg Schöner 

„Görlitz. Auferstehung eines Denkmals“ im Bundesrat in Berlin eröffnet

Die erfolgreiche Fotoausstellung des Dresdner Fotografen Jörg Schöner, die in Görlitz rund 20 000 Besucher angezogen hat, wird am 18. Dezember 2015 im Bundesrat in Berlin eröffnet.

Auf  rund 100 großformatigen Fotos werden Stadtansichten aus den späten 80er und frühen 90er Jahren mit Fotos des aktuellen Stadtbildes in Verbindung gebracht. Zu der Ausstellung ist ein Buch erschienen. 
Partner des Projektes sind die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, die Stadt Görlitz gemeinsam mit der Sächsischen Staatskanzlei und den Staatlichen Kunstsammlungen Dresden.

Nähere Informationen zum Projekt:  http://www.fotoausstellung-goerlitz.de/

Foto: Ondrej Cinkajzl 

Wissenschaftspreis des Botschafters der Republik Polen in Deutschland zum achten Mal verliehen

Der Botschafter der Republik Polen verlieh die Preise für die besten Master- und Doktorarbeiten des Jahres 2015. Der Wettbewerb wurde in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Historische Forschung Berlin der Polnischen Akademie der Wissenschaften durchgeführt . Die Feier fand am 8. Dezember im Senatssaal der Humboldt-Universität Berlin statt. Unter den ausgezeichneten wissenschaftlichen Arbeiten sind eine Doktor- und eine Masterarbeit zu Themen der schlesischen Geschichte.

Die Preisträgerin in der Kategorie Doktorarbeit ist Juliane Tomann - "Geschichtskultur im Strukturwandel. Öffentliche Geschichten Katowice nach 1989." In der Kategorie Masterarbeit wurde ein Hauptpreis ex aequo vergeben, darunter für Lisa Höhenleitner - "Das 'Oppenheim-Haus' in Breslau/Wrocław. Ein Bürgerhaus erzählt die jüdische, deutsche und polnische Geschichte seiner Stadt."

Unser herzlicher Glückwunsch gilt allen Preisträger/innen , aber wir erlauben uns, nur diese zwei Arbeiten zu erwähnen. Ausführliche Informationen:  http://www.berlin.msz.gov.pl/de

 

Empfehlungen der Kopernikus-Gruppe

Der deutsch-polnische Gesprächskreis Kopernikus-Gruppe traf sich zu seiner zweiunddreißigsten Sitzung in Warschau unter Vorsitz von Prof. Dr. Dieter Bingen und Dr. Kazimierz Woycicki. Das Thema der jüngsten Sitzung lautete „Perspektiven der deutsch-polnischen Beziehungen unter der PiS-Regierung“.  Das Arbeitspapier 26 der Kopernikus-Gruppe stellt die Ergebnisse der Beratungen unter das Motto „Zur Bedeutung der deutsch-polnischen Beziehungen in der Europäischen Union“.

Wir zitieren Auszüge:

Die vielfältigen europäischen Krisen und die innenpolitischen Entwicklungen nach dem Regierungswechsel in Polen verunsichern viele Menschen in beiden Ländern. Es ist das gute Recht einer demokratisch gewählten Regierung, den Kurs der Innen- und Außenpolitik ihres Landes neu zu bestimmen. Die Gewaltenteilung als universal anerkanntes Grundprinzip einer demokratischen Verfassung darf jedoch nicht angetastet werden.“  

Die politischen und gesellschaftlichen Kräfte sollten das bevorstehende Jubiläum des bilateralen Vertragswerks nutzen, um den strategischen Nutzen einer deutsch-polnischen Kooperation für die Stabilität und die Lösung von Problemen in der EU zu beweisen – nicht nur im Rückblick auf die letzten 25 Jahre, sondern vor allem auch für die gemeinsame europäische Zukunft.

Polen braucht Deutschland, um eine entscheidende Rolle in Europa und in den transatlantischen Beziehungen spielen zu können. Deutschland braucht Polen, wenn es die Grundlage seiner gestaltenden Kraft zugunsten der europäischen Einheit erhalten soll: Das heißt von Freunden umgeben zu sein. Wie riskant es für Deutschland ist, in der EU fast allein zu stehen, zeigt die aktuelle Flüchtlingskrise. Hier ist Deutschland auch auf Polen angewiesen. Richtig verstandene Solidarität wird aus Eigennutz im besten Sinne gewährt, sie hilft beiden: Deutschland und Polen. „

Das vollständige Arbeitspapier sowie die Empfehlungen der Vorjahre sind nachzulesen unter

www.deutsches-polen-institut.de/politik/kopernikus-gruppe/