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Fotos (3): SMG 

Leihgaben von M. Schmidt-Brümmer 

Tuch und Trachtenweste der Mutter
Fotos von Heimatdorf Lomnitz und Familie (Mutter in der Mitte, 1. Reihe), Ende 1930er Jahre
  

Wenn M. Schmidt-Brümmer als Kind in den 1960er Jahren das handgewebte Tuch ihrer Mutter betrachtete, hieß es: „Das ist von zu Hause.“ Zu Hause – das war eine Bergbauernwirtschaft in Lomnitz bei Waldenburg und eine große Familie. Kaum mehr als diese Erinnerungsstücke sind davon geblieben. Während des Krieges arbeitete die Mutter als Krankenschwester in einem Lazarett. Dann wurde sie schwanger. Das Kriegsende erlebte sie bei Verwandten in Frankenau/Sachsen. 1946 kam sie mit ihrem Kind bei Angehörigen im hungernden Görlitz unter. Sie half, die vielen Typhustoten zu bestatten, um den Lebensunterhalt zu verdienen.

Tagebuchaufzeichnung von Max Opitz, 8. und 10.6.1945

M. Schmidt-Brümmer veröffentlichte erstmals 2010 das Tagebuch ihres Großvaters Max Opitz. Der Görlitzer Bestattungsunternehmer begann am 7. Mai 1945 mit seinen Eintragungen. Erhalten geblieben sind seine Aufzeichnungen bis zum 5. Juli 1945. Sie enden mit dem Satz: „Die Ernährungslage ist bereits in eine Hungersnot ausgeartet“. Neben der Lebensmittelversorgung war die Holzbeschaffung für die Särge eine große Sorge, denn die Sterbezahlen stiegen in diesen Wochen rasant an. Zwischen Eintragungen, die das Elend beschreiben, erwähnt er aber auch die Wiedereröffnung des Theaters am 10. Juni 1945.