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Seite aus dem Tagebuch von Eberhard Giese, Foto: SMG 

 

Foto vom Lager auf der Reichertstraße 1946-1948, Foto: (c) RAG 

Leihgaben aus dem Ratsarchiv Görlitz

Görlitzer Tagebuch von Eberhard Giese, Band 6, Eintragung vom 23.6.1945

In der neugebildeten Görlitzer Stadtverwaltung übernahm Eberhard Giese am 10. Mai 1945 das Wohlfahrtsamt. Hier hatte er täglich für das Überleben der Menschen zu sorgen. Nach der Abtrennung der Oststadt und der Vertreibung der deutschen Bevölkerung ab 21. Juni 1945 spitzte sich die Situation in Görlitz dramatisch zu. Auch persönlich war Giese betroffen. Am 23. Juni 1945 notierte er in seinem Tagebuch, dass er sein Haus in Görlitz-Ost „an die Polen verloren“ habe. Noch war der Verlauf der neuen Grenze ungewiss und er hoffte, „nur wenigstens in der Weststadt bleiben und deutsch bleiben“ zu können.

Erinnerungsalbum aus dem „Umsiedlerlager“ Reichertstraße in Görlitz, 1946-1948

Die in Görlitz ankommenden Vertriebenen wurden ab Herbst 1945 in großen „Umsiedler- und Quarantänelagern“ untergebracht. Im November 1945 entstand ein Lager auf der Reichertstraße. Lagerleiter Willy Fuguhn stellte in seinem Erinnerungsalbum für die Jahre 1946-1948 die Unterbringung und Versorgung Tausender Menschen als erfolgreich dar. Weitere große Lager befanden sich in der ehemaligen Marineschule und in der Lessingschule. Ende 1945 waren etwa 25 Prozent der Görlitzer Bevölkerung Flüchtlinge und Vertriebene. Bis Ende der 1940er Jahre stieg ihr Anteil auf etwa 40 Prozent. 

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