Seiten in anderer Sprache:

Druckansicht aufrufen:

Suchbegriff eingeben:

Hauptnavigation:

Unternavigation:

Umhängetasche,  

Leihgaben von Horst Milde, Oldenburg

Umhängetasche und Küchenmesser von Flucht und Vertreibung aus Breslau, 1945/46

Der bekannte, angesehene Schlesier und frühere Landtagspräsident von Niedersachsen Horst Milde hat zum Beispiel eine leinene Umhängetasche beigesteuert. Seine Mutter hatte sie genäht, bevor sie mit ihrem fast zwölfjährigen Sohn Ende Januar 1945 Breslau verließ, auf der Flucht vor der Roten Armee. Die beiden erlebten eine monatelange Odyssee durch das zerstörte Deutschland. 1.000 Kilometer legten sie mit dem Zug, in Militärlastwagen, mit einem Pferde- und Ochsengespann, zumeist aber zu Fuß zurück. In Dresden überlebten sie die Bombennacht vom 13. Februar. Ihr gesamtes Hab und Gut verbrannte, nur der Beutel und sein Inhalt blieben erhalten. Als sie in Görlitz die Neiße auf den Trümmern des gesprengten Viadukts überquerten, um wieder nach Breslau zu kommen, liefen sie einer polnischen Patrouille in die Hände. Die Männer drohten den beiden mit Erschießung, begnügten sich aber schließlich damit, den Beutel zu durchsuchen und alles Brauchbare an sich zu nehmen. In Breslau trafen Mutter und Sohn den Vater wieder. Im Juni 1946 wurde die Familie von dort vertrieben.