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Bischof Bolesław Kominek, Foto: Dzieje.pl 

Berlin und Wrocław: 50 Jahre Brief der polnischen Bischöfe

Am 18. November wurde mit einer parallelen Ausstellungseröffnung in Wrocław/Breslau und Berlin an den Hirtenbrief der polnischen Bischöfe an ihre deutschen Amtsbrüder erinnert, der vor 50 Jahren aus Anlass der Tausendjahrfeierlichkeiten der katholischen Kirche in Polen verfasst worden war.

Die Ausstellung „Pojednanie/Versöhnung in Progress. Die katholische Kirche und die deutsch-polnischen Beziehungen nach 1945“ kann noch bis zum 16. Dezember 2015 in Berlin im Kronprinzenpalais und in Breslau im Rathaus besichtigt werden.

Die Veranstalter Maximilian-Kolbe-Stiftung in Berlin und das Breslauer Zentrum „Pamięć i Przyszłość“ bieten ein umfassendes Rahmenprogramm an. Begleitend zur Ausstellung ist ein Katalog erschienen.

 http://www.1965-2015.eu/

fot. Tomasz Walków 

Wroclaw/Breslau

Klassiker der polnischen Malerei an der Wende vom XIX zum XX Jahrhundert, Stadtmuseum Breslau, Königsschloss, ul. Kazimierza Wielkiego 35.  Oktober 2015 bis April 2016.

Mit dem Direktor des Museums, Dr. Maciej Łagiewski, und der Kuratorin der Ausstellung, Katarzyna Kurpiewska, sprach Aneta Augustyn.

Im Oktober wurde im Königsschloss eine ungewöhnliche Ausstellung eröffnet. Die Namen, die sich in dieser Schau präsentieren, gehören zur ersten Liga der polnischen Malerei:  Olga Boznańska, Józef Chełmoński, Julian Fałat, Aleksander Gierymski, Jacek Malczewski, Tadeusz Makowski, Józef Pankiewicz, Zofia Stryjeńska, Władysław Ślewiński, Zygmunt Waliszewski, Wojciech Weiss, Stanisław Witkiewicz, Leon Wyczółkowski, Stanisław Wyspiański  und andere. Jeder Name ist ein Star, mit einem eigenen charakteristischen Stil.

Ihre Werke sind Sehnsuchtsobjekte aller Museumsdirektoren und Sammler.  Eben aus einer privaten Sammlung stammen die erstklassigen Kunstwerke, die jetzt im Schloss ausgestellt werden. Der größte Teil davon wird überhaupt zum ersten Mal öffentlich gezeigt. Der Eigentümer, ein Breslauer, möchte anonym bleiben. „Das ist eine imponierende Sammlung, die in dieser Familie seit drei Generationen aufgebaut worden ist. Eine der besten Privatsammlungen polnischer Malerei auf der Welt.“, sagt Dr. Maciej Lagiewski, Direktor des Städtischen Museums im Königsschloss. „Der aktuelle Eigentümer erzählte mir, dass er unter Leinwänden aufgewachsen ist, die sogar in seinem Kinderzimmer hingen. Es ist ein Wunder, dass diese Gemälde die Kriegswirren und die stalinistische Zeit überdauert haben.“

In der Ausstellung werden die Bilder thematisch präsentiert, aufgeteilt in Landschaft, Symbolismus, Expressionismus, Folklore, Portraits und Aktmalerei, Stillleben. „Meine Lieblingsarbeit ist „Kutschen bei Nacht“ (Dorożki nocą) von Eugeniusz Eibisch aus dem Jahr 1920. Das ist ein melancholisches Nocturne, fast ein verzerrtes Bild, so, als würden wir es durch eine vom Regen bedeckte Scheibe sehen, erzählt die Kuratorin der Ausstellung, Katarzyna Kurpiewska. „Mich begeistert „Marsch der Kinder“ (Korowód dziecięcy) von Witold Wojtkiewicz, ein bedeutender Maler des „Jungen Polen“, fasziniert von der Welt der Kinder. Er starb früh, gerade mal 29 Jahre wurde er alt und  war zu seiner Zeit nicht besonders geschätzt. Heute allerdings erreichen seine Werke auf den Auktionen immer höhere Preise“, erzählt die Kuratorin. Olga Boznańska ( vor kurzem erschien in Polen stark beobachtete Monographie über sie) und insbesondere ihre „Portrait einer Frau im schwarzen Hut” (Portret damy w czarnym kapeluszu) oder die Gemälde von Jacek Malczewski  „Blinder Pfau“ oder „Selbstbild mit Tod“  („Ślepy Faun” und  „Autoportret z Thanatosem”) zählen sicherlich zu den Visitenkarten der Ausstellung.  Es lohnt aber, auch bei den weniger bekannten Namen zu verweilen, wie zum Beispiel Mela Muter, die mit der École de Paris verbunden war, und von der wir  ein „Stilleben mit Äpfeln“  (Martwą naturę z jabłkami”) sehen. Die Zwillinge Efraim und Menesze Seidenbeutel gelten als Phänomen: identisches Aussehen, sie kleideten und frisierten sich gleich und malten gemeinsame Portraits und Landschaften, häufig nur mit dem Nachnamen unterzeichnet. Man erzählt sich von ihnen Geschichten, zum Beispiel konnten sie es sich nicht leisten, das Studium an der Akademie der Künste zu zahlen, also gingen sie als eine Person, an einem Tag der eine, am anderen der andere Zwilling. Sie waren untrennbar. Während des Malens unterbrach sich manchmal der eine und sagte, „für die Nase kommt mein Bruder“. Im Königsschloss können wir ihr dynamisches „Radrennen“ aus den 1930er Jahren sehen.

Die Breslauer Ausstellung besteht aus 70 Werken (die gesamte Kollektion umfasst 170 Bilder),  vom Naturalismus über den Impressionismus, Expressionismus, Junges Polen bis zur Zwischenkriegszeit.  – „Das ist eine solche Plejade, dass eigentlich jeder dieser Künstler eine eigene Ausstellung verdient. Diese Arbeiten sind in einer ungewöhnlich interessanten und heißen Phase der polnischen Kunst entstanden – ergänzt Dr. Lagiewski. 

 

 

 

Zamek Ksiaz - Schloss Fürstenstein

Schloss Fürstenstein bei Waldenburg verzeichnet in den letzten Monaten gesteigerte Besucherzahlen, da die Nachricht vom vermeintlichen  „goldenen Zug“  in den Stollen und Tunneln des Waldenburger Landes die polnische und internationale Presse beschäftigt.  Unterhalb des Schlosses können ebenfalls unterirdische Überreste der Planungen für Hitlers Hauptquartier besichtigt werden.

Gleichzeitig bietet aber das Schloss in seinen repräsentativen Sälen immer wieder sehenswerte Kunstausstellungen, die leider bei dem wachsenden Sensationstourismus untergehen. Auf zwei Neuheiten wollen wir hinweisen:

 Im SILESIA-Newsletter Nr. 3/ 2015 berichteten wir über die Pläne des Breslauer Nationalmuseums, aus den eigenen Sammlungen Bestände, die historisch zur Sammlung der Fürsten von Hochberg gehörten, in Fürstenstein als Leihgabe mittelfristig zu präsentieren.  40 Gemälde aus dem XVIII Jahrhundert sind im Juli 2015 für die kommenden vier Jahre in das Schloss Fürstenstein zurück gekehrt und werden unter dem Titel „Metamorphosen des Schlosses Fürstenstein. 700 Jahre Schloss Fürstenstein von den Piasten zu den Hochbergs“ gezeigt. 

Am 30. Oktober eröffnete die  Galerie BWA im Schloss Fürstenstein die Ausstellung „Paradies und Apokalypse“ mit Graphiken von Marc Chagall aus den Sammlungen des Chagall-Museums in Witebsk. Dieses Museum entstand 1991 im Wohnhaus des Künstlers und besitzt eine Sammlung von fast 300 Arbeiten, die eine Schenkung des Enkels von Chagall sowie einiger Sammler aus Deutschland und der Schweiz sind.  Dank der Zusammenarbeit mit der Gesellschaft „Polen und Osteuropa“ konnte die Direktorin der Galerie, Frau Alicja Młodecka,  nach zweijährigen Bemühungen eine Auswahl  mit 65 Graphiken nach Fürstenstein holen: „Die Ausstellung betrifft biblische Motive im Werk von Marc Chagall. Die Arbeiten wurden so ausgewählt, dass  die Entwicklung von der glücklichen Kindheit Chagalls in den Vororten von Witebsk bis hin zur Apokalypse des 20. Jahrhunderts mit dem Holocaust  gezeigt wird.“  - erläutert Alicja Mlodecka.

Bis zum 30. Januar 2016!

 

 

Sonderausstellungen im Landratsamt Görlitz

„Integration durch Leistung. Vertriebene, Spätaussiedler und Zuwanderer als Uternehmer in Sachsen” und „Deutsche Spuren in Niederschlesien”

Die Darstellung der gelungenen Integration von Flüchtlingen und Vertriebenen, Spätaussiedlern und aktuellen Zuwanderern in das Gebiet des heutigen Freistaates Sachsen zeichnet eine ganz eigene Wirtschafts- und Sozialgeschichte der vergangenen 70 Jahre nach. Die in zweieinhalb Jahren erstellte Ausstellung „Integration durch Leistung" spannt den Bogen von den Flüchtlingen und Vertriebenen am Ende des Zweiten Weltkrieges über die Spätaussiedler nach der friedlichen Revolution und der deutschen Wiedervereinigung 1989/90 bis hin zu aktuellen unternehmerischen Zuwanderern. Aus ihren Lebenswegen lassen sich wertvolle Erfahrungen ableiten, wie auch künftig die Integration von Zuwanderern in den Freistaat Sachsen gelingen kann. Sie zeigen zugleich unsere Verantwortung auf, wie wir in und als Sachsen dazu beitragen können.

„Deutsche Spuren in Niederschlesien"

Andreas Böer, Bürgermeister der Stadt Reichenbach/O.L., und Zbigniew Kulik, Leiter des Museums für Sport und Tourismus in Karpacz, hatten sich auf eine spannende Spurensuche in Niederschlesien begeben. Ziel des grenzüberschreitenden Vorhabens waren Zeugnisse der deutschen Vergangenheit in der heute polnischen Region zu erkunden. Entstanden ist eine beeindruckende Fotodokumentation noch oder wieder sichtbarer deutscher Spuren in Niederschlesien, porträtiert auf 50 großformatigen Bildtafeln. Deutsch-polnische Erklärungen, fünf Roll-ups und ein hochwertiger Bildband begleiten die Wanderausstellung.

Alte Denkmale, Gräber mit deutschen Grabinschriften, Reklameschilder, Fragmente deutscher Putzinschriften auf historischen Hausmauern, Werkzeuge und Haushaltsgeräte bis hin zu Hydranten, die nach über 70 Jahren noch ihren Dienst tun, aber auch so manche Erinnerung und Kuriosität gibt es zu entdecken. Deutsche und polnische Geschichte(n) derselben Region begegnen sich und tragen damit zum gegenseitigen Verständnis ihrer vormaligen und jetzigen Bewohner bei.

Quelle:  www.kreis-goerlitz.de

Bis 27. November 2015

 

 Lausitz-Museum in Zgorzelec

Am  Vorabend des polnischen Nationalfeiertags zum Gedenken an die Wiedererlangung der staatlichen Unabhängigkeit am 11. November 1918 wurde im Lausitz-Museum eine Ausstellung zu den Anfängen des polnischen Staatswesens in der zweiten Hälfte des 10. Jahrhunderts eröffnet.  Unter dem Titel „Die Insel der Herrscher“ hat das „Museum der ersten Piasten am See Lednica“ (35 km östlich von Poznan) eine Wanderausstellung aus ihren Sammlungen zusammen gestellt, die jetzt in Zgorzelec gezeigt wird. Die Insel auf dem Lednica-See, Standort des Museums,  gilt als die Wiege der polnischen Staatlichkeit, dort war der Sitz der ersten Piasten und dort kam es aller Wahrscheinlichkeit nach zur Taufe  Polens, also der Taufe Mieszko I.  im Jahr 966. Die Ausstellung zeigt Funde der archäologischen Ausgrabungen und  Unterwasserforschungen, unter anderen eine der größten Sammlungen in Europa von Waffen aus dem 10. Jahrhundert, ebenso Reliquien und Gebrauchsgegenstände des täglichen Lebens.

Bis zum 5. März 2016