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herausgegeben vom Förderverein Schlesisches Museum zu Görlitz – Landesmuseum Schlesien e.V.

 

Hirschberger Spitzen. Eine großzügige Unterstützung

Anfang des Jahres erhielt das Schlesische Museum ein ungewöhnliches Angebot: ca. 1 m³(!) Hirschberger Spitzen aus den 1920er und 1930er Jahren wurden zum Kauf angeboten. Angesichts leerer Kassen hätte das hochinteressante Angebot ausgeschlagen werden müssen, hätte sich nicht dankenswerterweise die Familie Dr. Hans-Joachim Vits zu einer großzügigen Spende entschlossen und den Erwerb ermöglicht.

Somit ist das Schlesische Museum nun stolzer Besitzer von zwölf Kisten und Koffern mit Hirschberger Spitzen. Sie stammen aus dem Besitz von Hedwig Freiin von Dobeneck (1877-1956), die 1906 zusammen mit Margaret(h)e Bardt in Hirschberg die privaten „Schulen für künstlerische Nadelarbeiten“ gegründet hatte. 1911 übernahm Fürstin Mary Teresia (Daisy) von Pless die Schulen, die weiterhin von den ehemaligen Eigentümerinnen der nunmehrigen „Spitzenschulen der Fürstin von Pless“ geleitet wurden. 1922/23 stellte die Fürstin ihr Engagement ein und die Schulen wurden wieder von H. von Dobeneck übernommen. Infolge wirtschaftlicher Schwierigkeiten musste sie die Schulen 1935 schließen.

Bei den wohl weit über eintausend Einzelstücken handelt es sich um die Restbestände aus den Verkaufsstellen in Hirschberg und Warmbrunn. An zahlreichen Arbeiten hängen noch Etiketten mit Muster- bzw. Modellnummern und Preisen. Die Spitzen sind in verschiedenen Techniken ausgeführt und von meist sehr guter Qualität. Es handelt es sich dabei um Bänder und Borten, Applikationen (Kragen, Rüschen), Hauben, Schleier, Taschentücher sowie Platzdeckchen und Untersetzer. Hinzu kommen u.a. zwei spitzenbesetze Taufgarnituren (Kleid, Haube, Kissen).

Die vollständige Aufarbeitung und Präsentation der Sammlung wird wegen des immensen Umfangs noch etwas dauern – vom 23. Juni bis 16. Juli ist aber eine kleine Auswahl im Nordhof des Schönhofs zu bewundern.

Martin Kügler