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herausgegeben vom Förderverein Schlesisches Museum zu Görlitz – Landesmuseum Schlesien e.V.

 

Bunzlauer Keramiken der 1920er/1930er Jahre. Ein freundschaftliches Angebot

Es geschieht wohl nur selten, dass ein Museum aus eigenem Antrieb und aus Kollegialität auf einen Teil einer Schenkung zu Gunsten eines Partners verzichtet. So aber ist es jüngst geschehen, als Frau Direktor mgr Anna Bober-Tubaj vom Muzeum Ceramiki w Bolesławcu / Keramikmuseum Bunzlau dem Schlesischen Museum anbot, sich die Sammlung Kühn zu teilen.

Bei der Sammlung Kühn handelt es sich um ca. 600 Keramiken, die Hans Martin Kühn und seine Frau in den letzten 50 Jahren zusammengetragen haben. Dabei bevorzugten sie handgefertigte Produkte aus der Oberlausitz und dem Bezirk Bunzlau; serielle Fabrikware wurde nur zu Vergleichszwecken erworben. Ziel war es, eine Sammlung aufzubauen, die die Entwicklung vom einfachen Braungeschirr zu der bunt dekorierten Keramik Bunzlauer Art in der Zeit von etwa 1900 bis 1945 dokumentiert.

Nachdem sich das Ehepaar Kühn aus Platzgründen von seiner Sammlung trennen musste, bot es die Kollektion dem Muzeum Ceramiki w Bolesławcu/Keramikmuseum Bunzlau an, wo man einer Übernahme gerne zustimmte. Auf Grund der schon seit mehreren Jahren bestehenden guten und freundschaftlichen Beziehungen mit dem Schlesischen Museum und der erfolgreichen Zusammenarbeit bei mehreren großen Ausstellungen kam dort die Idee auf, einen Teil der Sammlung Kühn nach Görlitz abzugeben.

Das Angebot wurde vom Schlesischen Museum freudig und sehr dankbar angenommen, ergänzen die Keramiken doch den vorhandenen Bestand an Arbeiten aus dem Umkreis von Bunzlau. Die wissenschaftliche Aufarbeitung der Sammlung durch das Ehepaar Kühn und die Überlassung der Inventarkarten macht es beiden Museen möglich, jeweils einen Überblick über den gesamten Bestand zu haben und sich bei Bedarf gegenseitig Stücke auszuleihen.

Anlässlich des Schlesischen Tippelmarktes (18./19. Juli) wird ab 17. Juli bis 28. August 2015 ein kleiner Ausschnitt aus der Sammlung Kühn im Nordhof des Schönhofs gezeigt.

Martin Kügler