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herausgegeben vom Förderverein Schlesisches Museum zu Görlitz – Landesmuseum Schlesien e.V.

 

Die große Not. Erinnerung an das Kriegsende 1945 und den Neubeginn in Görlitz und Zgorzelec. Aufruf zu einem öffentlichen Ausstellungsvorhaben

Das Jahr 2015 ist das Jahr des Gedenkens an das Ende des Zweiten Weltkrieges. Solche großen Jubiläen sind in der öffentlichen Wahrnehmung stark von den offiziellen Feierlichkeiten geprägt. Auch in Görlitz und Zgorzelec haben um den 8. Mai dieses Jahres zahlreiche Gedenkveranstaltungen stattgefunden – organisiert von den Stadtverwaltungen und engagierten Vereinen. Im Schlesischen Museum sind eine Ausstellung, Internetpräsentation und Artikelserie in der Sächsischen Zeitung geplant, mit denen es einen Beitrag zur Auseinandersetzung mit den historischen Ereignissen von 1945 und den Nachkriegsjahren in Görlitz und Zgorzelec leisten möchte.

Dabei hat es mit diesem Vorhaben etwas Besonderes auf sich: Es soll ein Angebot und ein Impuls für die breite Öffentlichkeit sein, Erinnerungen aufzudecken, Zeitzeugen in der Familie zu befragen und nach Erinnerungsstücken zu suchen. Die geplante Ausstellung wird ein Forum für die Menschen sein, in das sie ihre individuelle Geschichte einbringen. Das Museum organisiert und begleitet fachlich diesen Prozess.

Am 11. Mai 2015 trat es mit einem Aufruf in der Sächsischen Zeitung an die Öffentlichkeit, weitere Aufrufe sind in Zeitschriften und auf der Museums-Homepage erschienen, zahlreiche Briefe an Görlitzer Institutionen versendet worden. Es wurde Kontakt zur Stadtbibliothek Zgorzelec aufgenommen, die derzeit schriftliche Erinnerungen und Andenken an die Entstehungszeit von Zgorzelec sammelt. Beide Initiativen sollen miteinander verknüpft werden.

Die Resonanz macht optimistisch: Anrufe aus Görlitz und anderen Orten in der Region, Zuschriften aus Bremen, Essen und Geretsried sowie Rückmeldungen aus Görlitzer Einrichtungen sind inzwischen eingegangen. Persönliche Notizen, zahlreiche Dokumente, ein Russisch-Lehrbuch aus der Anfangszeit des Schulbetriebes in Görlitz, Plakate und Fotos wurden angeboten. Die Görlitzer Stadtbibliothek möchte ihre umfangreiche Sammlung von Dokumenten und Büchern aus den Jahren 1945/46 auswerten, als Buchprüfkolonnen die Bestände nach den neuen politischen und ideologischen Richtlinien aussortierten. Die Städtische Friedhofsverwaltung und das Kulturhistorische Museum der Stadt haben ebenfalls schon Objekte zugesagt.

Das Museum wendet sich mit seinem Aufruf auch an die Mitglieder des Fördervereins. Gestalten Sie unsere Ausstellung mit! Museumsmitarbeiterin Dr. Pietsch wird Ihre Erinnerungsstücke und Informationen dokumentieren. Wenn Sie einverstanden sind, werden diese in Beiträgen der Sächsischen Zeitung und auf der Internetseite des Museums vorgestellt. Schließlich sollen die Objekte als Leihgaben in der Ausstellung gezeigt werden, die von November 2015 bis Juni 2016 geplant ist.

Begleitend zu diesem Vorhaben findet eine Vortragsreihe mit deutschen und polnischen Referenten statt die mit dem Eröffnungsvortrag von Dr. Markus Bauer am 9. September beginnt.

Dr. Martina Pietsch
Kontakt: Tel. 03581 / 8791-132  mpietsch(at)schlesisches-museum.de