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Tanzkreis Rübezahl, Markersdorf 

Bente Kahan, Wroclaw 

Ensemble Thomas Friedlaender, Andreas Arend, Christine Mothes 

Two weeks ago, School of Rock Ebersbach-Neugersdorf, Fotos (4) René Pech 

Feierstimmung und zahlreiche Gratulationen zum Jubiläumsfest des Schlesischen Museums zu Görlitz am 16. April 2016 

Rund 1.500 Gäste strömten zu dem ganztägigen Festprogramm. Etwa 20 Veranstaltungen wurden im Schönhof und im Haus „Goldener Baum“ geboten: Konzerte unterschiedlichster Genres, Tanz, Lesungen, Vorträge und Führungen. Kinder vergnügten sich beim Schminken und Modellieren von Luftballonfiguren. Mehrere Präsentationen informierten über die Baugeschichte der Häuser, über das Wachsen des Objektbestandes dank großzügiger Sammler und über Sonderausstellungen in den vergangenen zehn Jahren. Bei der Ausgestaltung des Tages wirkten nicht nur professionelle Musiker und Sänger mit, sondern auch Akteure von Jung bis Alt, die aus Görlitz und aus anderen Orten kamen, um das Museumsfest mitzugestalten.

Gemeinsam mit dem Mitarbeiterteam des Schlesischen Museums gelang ein üppiges und abwechslungsreiches Fest, das die Gäste durch ihr zahlreiches Kommen und auch in vielen lobenden Worten honorierten. Eine „wunderschöne Jubiläumsveranstaltung! Es war ein unglaubliches Erlebnis! Das Schlesische Museum ist in der Region angekommen.“, so der Kommentar eines langjährigen Begleiters des Museumsprojektes, Ministerialrat a.D. Jürgen Martens, der in den frühen Jahren des Stiftungsvorstandes als Vertreter der Bundesrepublik tätig war.

Zum Auftakt des Festtages spielte das Blechbläserquartett der Neuen Lausitzer Philarmonie vor dem Tor des Schönhofes. Ein Spalier der Oberlausitzer Bergleute in Festuniform, die den Steigermarsch anstimmten, geleitete die Gäste in das festlich geschmückte Museum. In einer Feststunde wurde eine Rückschau auf die Entstehung des Schlesischen Museums und sein Wirken in den vergangenen Jahren gegeben. Festredner Dr. Maciej Łagiewski, Direktor des Stadtmuseums Breslau, der aus gesundheitlichen Gründen nicht nach Görlitz kommen konnte, aber seine Ansprache verlesen ließ, gratulierte zu den erreichten Erfolgen. Er dankte für das Zusammenwirken beider Einrichtungen und das gemeinsame Bestreben, „uns allen dabei behilflich zu sein, den Reichtum des multikulturellen Schlesiens kennen und verstehen zu lernen“. Diese Aufgabe sei faszinierend, aber bisweilen schwierig.

Museumsdirektor Dr. Markus Bauer ließ in seiner Rede die Hürden beim Aufbau des Museums nicht unerwähnt, betonte aber zugleich seine Erfolge. Vor 20 Jahren war mit der Gründung der Stiftung Schlesisches Museum zu Görlitz ein wichtiger Meilenstein gesetzt worden. Mit der Eröffnung der ständigen Ausstellung im neu sanierten Schönhof im Mai 2006 kam der Aufbau des Museums zum Abschluss und eröffneten sich gleichzeitig neue Arbeitsfelder. Inzwischen hat sich die Einrichtung etabliert: als attraktiver kultureller und touristischer Anziehungspunkt in Görlitz, als zentrales Museum für Schlesien in Deutschland, als Kooperationspartner zahlreicher Museen im polnischen Schlesien. Die Gratulationen, die von den Museumsleiterinnen aus Hirschberg/Jelenia Góra, Bunzlau/Bolesławiec und Agnetendorf/Jagniątków überbracht wurden, vermittelten davon einen lebhaften Eindruck. Auch die Anwesenheit von Ehrengästen wie MdB Michael Kretschmer, Marcin Zawiła, Stadtpräsident von Jelenia Góra, und MdL a.D. Volker Bandmann war Ausdruck der Anerkennung.

Das abwechslungsreiche Festprogramm bot den Gästen mehrere musikalische Höhepunkte. Das Ensemble Thomas Friedlaender, Christina Mothes und Andreas Arend ließ mit Gesang und historischen Instrumenten 300 Jahre schlesische Musikgeschichte lebendig werden. Die international erfolgreiche, jüdisch-norwegische Künstlerin Bente Kahan trat im vollbesetzten Saal mit mehrsprachigen Liedern auf, mit denen sie die Geschichte der europäischen Juden im Spiegel ihrer eigenen Familie seit dem 13. Jahrhundert erzählte. Auch die Auftritte von Jugendlichen zogen das Publikum an: zwei Bands rockten das Haus „Goldener Baum“, während Schüler aus Köthen und Görlitz im Schönhof ihre Interpretation von Texten Joseph von Eichendorffs und Gerhart Hauptmanns vorstellten. Großes Interesse fanden die Ausstellungs- und Hausführungen von Museumsmitarbeitern und dem Architekten Frank Ernest Nietzsche. Zu einer beeindruckenden Begegnung gestaltete sich die Lesung von drei Autorinnen aus Zgorzelec, die mit ihren Texten an die Anfangsjahre von Zgorzelec erinnerten.      

Wir danken herzlich allen Sponsoren, die dieses Fest ermöglicht haben!