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Papiermuseum in Bad Reinerz Fot.: @ Muzeum Papiernictwa 

SOMMER IN SCHLESIEN

Aneta Augustyn schreibt Kurzreportagen aus Breslau und Niederschlesien für den SILESIA-Newsletter. Sie ist seit über 20 Jahren als Journalistin tätig, vor allem mit der Tageszeitung „Gazeta Wyborcza“ verbunden, für die sie längere Reportagen aus und über Schlesien schreibt. Ausgezeichnet mit Medaillen der Universität Wroclaw und der Hochschule für Natur- und Umweltwissenschaften für die Popularisierung der Wissenschaft.

Papierfest in Bad Reinerz

Chopin schrieb seine Briefe aus Bad Reinerz (Duszniki Zdroj) auf Papier aus einheimischer Manufaktur. Auf dem Papier so ausgezeichneter Qualität, dass es „das Dauerhafte“ genannt wurde, und die Familie Kretschmer, Reinerzer Papierhersteller, für ihre Verdienste geadelt wurde. Sie erhielten das Privileg, Papier an die Ämter in Breslau zu liefern und außerdem das Monopol auf den Ankauf der zur Produktion nötigen Lumpen im Glatzer Land.

Die an der Reinerzer Weistritz stehende Barockmühle, gedeckt mit Schindeln und geschmückt mit Voluten, ist eine besondere Sehenswürdigkeit. Die Papierfabrik von 1605 ist eines der wenigen Objekte dieser Art in Europa und die älteste in Betrieb stehende Papiermühle in Polen.

Es ist ein Phänomen, dass hier Papier immer noch handgeschöpft wird, fast genauso, wie vor 400 Jahren. Die in ein Papiermuseum verwandelte Mühle – das einzige Museum dieser Art in Polen - erzählt die Geschichte der Vorfahren des heutigen Papiers: von einem ägyptischen Papyrus und Tapa aus Baumrinde und Rindenbast bis zum Lederpergament, vom Bai-Lan aus Palmblättern bis zum Papier aus Lumpen und Netzen. Eine Besonderheit ist ein kleines, graues Einzelblatt im ersten Museumsraum: aus Seilen vom Vasa-Schiff, das 300 Jahre lang auf dem Ostseegrund lag, machten die Schweden Papierblätter  und ein Exemplar schenkten sie dem Museum in Bad Reinerz.

In Räumen mit Wand- und Deckengemälden aus dem 17. Jh. finden wir eine der europaweit größten Sammlung der Geräte zur Untersuchung der Papiereigenschaften, viele historische Papierblätter und Geräte zur Papierherstellung. Neben dem Hof wurde ein „Papiergarten“ gegründet, in den Beeten wachsen Faserpflanzen, aus denen  Papier gemacht wurde: Bambus, Maulbeerbaum, Esparto, Hanf, Leinen, Chinesischer Roseneibisch und auch Rhabarber  – Papier begleitet uns seit 2000 Jahren. Die Entwicklung der Zivilisation ist ohne Papier schwer vorstellbar: auf Papierblättern entstehen Literaturwerke, künstlerische Werke, wissenschaftliche Abhandlungen seit Ende des Altertums bis zur heutigen Zeit. Wegen der technischen Entwicklung ändert sich seine Rolle, aber dabei verbrauchen wir es immer mehr – erzählt Maciej Szymczyk, Direktor des Museums.

Das Papier, das hier entsteht, ist nicht nur ein touristisches Souvenir: er wird von Verlagen für einzigartige, bibliophile Ausgaben, von Hochschulen für Ehrendoktorwürden, von Künstlern für Graphiken bestellt.

Das Papierfest im Juli ist eine Gelegenheit, selbst verschiedene Techniken auszuprobieren, vor allem die Technik des Papierschöpfens. An dem Wochenende stehen auf dem Hof Kessel mit der an Stärke erinnernden Zellulose-Masse (ehemalig wurden zu diesem Zweck Lumpen benutzt). Jeder darf selbst ein Sieb eintauchen, um Fasern herauszuziehen, dann wird die Masse durch ein Filztrennblatt zugedeckt, mit der Presse zugedrückt und das Blatt ist schon fertig, oft mit in ihm versunkenen Blumenblättern oder mit einem Wasserzeichen. Die Technik wurde im altertümlichen China ausgearbeitet und von Italienern im 13. Jh. perfektioniert. Man darf Papierblätter mit der historischen japanischen Shibori-Technik färben (Papier wird zusammengelegt und einzelne Ecken werden in verschiedene Farbstoffe getunkt) sowie Blätter mit der an Fryderyk Chopins Aufenthalt in Bad Reinerz erinnernden Sentenz auf Maschinen aus dem 19. Jh. drucken.

Das zweitägige Papierfest ist auch eine Gelegenheit, sich zu überzeugen, wie das Material unkonventionell benutzt werden kann. Während der früheren Papierfeste habe ich hochwertigen Schmuck, Lampen, Gefäße, Stoffe und Skulpturen aus Papier gesehen… Dieses Jahr zeigt Ryszard Bilan, ein mit dem Glatzer Land verbundener Künstler, seine sensiblen Papierkunstwerke.

XV. Papierfest, Bad Reinerz /Duszniki-Zdrój, 25.-26. Juli 2015,  www.muzpap.pl

Chopin-Festival in Bad Reinerz, Fot.: www.duszniki.org 

Internationales Chopin-Festival

Am Morgen, spätestens um 6 Uhr, waren schon alle Kranken bei der Quelle, was für schlechte Blasmusik gibt es hier, ein Dutzend Karikaturen verschiedenster Art, an deren Spitze ein dünner Fagottist mit einer bebrillten, schlampigen Nase steht und alle Damen erschreckt, indem er langsam den Spaziergängern aufspielt - schrieb Fryderyk Chopin über das Kurorchester in Bad Reinerz (heute Duszniki Zdroj) an seinen Freund im August 1826. Der junge, knapp sechzehnjährige Chopin ließ sich zusammen mit seiner Mutter und seinen Schwestern im bekannten Kurort behandeln.  Bei der Gelegenheit gab er zwei Benefizkonzerte für einige Waisenkinder. Nebenbei bemerkt, drei Jahre früher hatte hier der vierzehnjährige Felix Mendelssohn ein Benefizkonzert gegeben.

Frische Luft und Molke, das ich eifrig trinke, hat mich wieder auf die Beine gebracht, so dass ich ganz anders als in Warschau bin. Wunderschöne Panoramablicke über das schlesische Land bezaubern und begeistern mich, trotzdem fehlt es mir aber an einer Sache, die alle Schönheiten von Bad Reinerz mir nicht ersetzten können. Stellen Sie sich vor, dass es hier kein gutes Klavier gibt, und die Instrumente, die ich gesehen habe, bereiten mir eher Verdruss als Vergnügen“ erwähnte der junge Chopin.

Solche Probleme haben die Teilnehmer/innen des Internationalen Chopin-Festivals in Duszniki Zdroj heute nicht mehr, sie spielen auf hervorragenden Instrumenten von Steinway und Yamaha. Das ist das älteste Klaviermusik-Festival der Welt, das seit 1946 in Erinnerung an den Aufenthalt des genialen Komponisten, durchgeführt wird. Sein erstes Auslandskonzert spielte der jugendliche Chopin im Kurhaus von Bad Reinerz, heute nennt sich diese Gebäude „Chopin-Haus“ und wird im August zum Mekka der Musikliebhaber. Das Festival entwickelte sich über 70 Jahre von einer zweitägigen zu einer siebentägigen Veranstaltung, von ursprünglich nur Chopin-Musik gespielt durch polnische Pianisten zu einem Programm unterschiedlicher Komponisten, dargeboten von Pianisten aus der ganzen Welt. Manche von ihnen, wie Janusz Olejniczak oder Krystian Zimmerman, fingen hier ihre Karrieren an.

Nach Bad Reinerz werden sowohl junge Preisträger renommierter Wettbewerbe als auch anerkannte erstklassige Musiker eingeladen.

Dang Thai Son, Krzysztof Jabłoński, Konstanty Andrzej Kulka, Alexander Gavrylyuk sind nur einige der Stars des diesjährigen Festivals. Chopins Musik dominiert natürlich, aber zu hören sind auch Bach, Bartok, Tschaikowsky, Debussy, Rachmaninow und Schumann.

In der Tradition des Festivals, dessen künstlerischer Leiter Piotr Paleczny ist, sind öffentliche Vorträge, Vorlesungen und Meisterkurse für junge Musiker, durchgeführt von berühmten Pianisten. Das sind faszinierende Begegnungen, auch für Laien, und eine Gelegenheit, die Arbeit der Musiker als Insider kennenzulernen. Ein besonderes Ereignis ist das Nocturne, ein Nachtkonzert bei Kerzenlicht und bei einem Glas Wein, mit richtiger Salonatmosphäre, Musik wechselt sich mit Erzählungen über die Komponisten ab. Während des Festivals lebt die kleine Stadt Bad Reinerz von Chopin: über Musik wird gesprochen, sie wird gehört. Nicht nur in Räumen, sondern auch bei Spaziergängen entlang der Parkalleen. Masurken, Präludien und Polonaisen sind von Lautsprechern im ganzen Park hörbar, wo nicht nur das Chopin-Haus, sondern auch ein Denkmal, ein Obelisk und auch eine der Heilquellen – Chopin-Brunnen - an den Aufenthalt des Genies vor fast 200 Jahren erinnern.

70. Internationales Chopin-Festival, Bad Reinerz/ Duszniki-Zdrój, 7.-15. August 2015,  www.chopin.festival.pl

Aneta Augustyn

Aleksej Skibin als Rübezahl, Rübezahls Musikalischer Garten 

Sommer im Schlesischen Museum

Opern-Pasticcio im Nordhof
4.8., Dienstag, 19 Uhr
Rübezahls Musikalischer Garten

Am Dienstag, den 4. August um 19 Uhr sind im Schlesischen Museum zu Görlitz junge Musikerinnen und Musiker aus Russland, Estland, Kasachstan, Polen und Italien zu Gast, die unter Leitung der Sopranistin Małgorzata Mierczak Arien und Lieder über den Berggeist des Riesengebirges aufführen. „Rübezahl“ hat viele Opern und Operetten inspiriert:  Arien und Lieder von Louis Spohr, Carl Maria von Weber, Friedrich von Flotow und Hans Sommer erklingen nach einem Drehbuch von Małgorzata Mierczak und verwandeln den Nordhof des Museums in eine Szenerie des Riesengebirges.
Es ist das Verdienst der Sopranistin Malgorzata Mierczak, diese vergessenen Arien und Lieder wieder an das Licht der Öffentlichkeit gebracht zu haben. Die frühere Opernsängerin aus Karpacz/Krummhübel lebt in Salzburg und verfasst eine Dissertation zum Thema „Rübezahl in der Musik“. Die ausführenden Solist/innen des Abends sind Teilnehmer/innen der Kurse und internationalen Opernwerkstatt, die Ende Juli im Hirschberger Tal beginnen. Weitere Konzerte finden im Gerhart-Hauptmann-Haus in Jagniątków/Agnetendorf, in der Niederschlesischen Philharmonie in Jelenia Góra/Hirschberg und zum Finale im Schloss in Bukowiec/Buchwald statt.

Karten für das Görlitzer Konzert sind zum Preis von 8 €, ermäßigt 4 € im Schlesischen Museum zu erhalten oder können telefonisch vorreserviert werden.

Eine Veranstaltung der Kulturreferentin für Schlesien in Kooperation mit der Internationalen Kulturgesellschaft „Die Berggeist-Oper“ in Krummhübel/Karpacz und dem Verband der Riesengebirgsgemeinden (Związek Gmin Karkonoskich) in Buchwald/Bukowiec.

Kartenreservierung: 03581-8791-0 oder per e-mail  kontakt(at)schlesisches-museum.de

Weitere Termine

Kaffee & Kultur – natürlich schlesisch
5.8., Mittwoch, 15 Uhr 
Die Niederschlesische Gewerbe- und Industrie-Ausstellung in Görlitz 1905

17. Juli – 28. August Präsentation im Nordhof
Keramik Bunzlauer Art 1900 bis 1945

Das Schlesische Museum zu Görlitz erhält gemeinsam mit dem Muzeum Ceramiki w Bolesławcu (Keramikmuseum Bunzlau) eine Schenkung von rund 800 Keramiken des Sammlerpaares Kühn. In über 50 Jahren hatten Hans-Martin Kühn und seine Frau eine beachtliche Sammlung handwerklicher Keramik aus dem Bezirk Bunzlau und der Oberlausitz zusammengetragen. Nun geht dieser Bestand an die Partnermuseen in Görlitz und Bunzlau. Das Schlesische Museum richtet anlässlich des Schlesischen Tippelmarktes (18./19. Juli) eine Präsentation ausgewählter Keramiken ein. Sie gibt einen ersten Einblick in die Vielfalt der Erzeugnisse.

Eintritt: 1 Euro bzw. Museumsticket

Ausschnitt aus dem Atelier-Stillleben (undatiert) von Arnold Busch (1876-1951) Fot.: Stekovics 

Museum für Kinder und Jugendliche

Angebot zur Sonderausstellung „Kunst zur Kriegszeit 1914 - 1918“ für die Klassenstufen 7 bis 12

Bei einem Ausstellungsrundgang beschäftigen wir uns mit Kunstwerken, die das Kriegsgeschehen auf sehr unterschiedliche Art und Weise beleuchten. Mit kritischem Blick versuchen wir Antworten auf Fragen zu finden, die bis heute gesellschaftsrelevant sind: Wie werden junge Leute manipuliert und für den Krieg begeistert? Welche Bilder vermitteln Medien vom Krieg? Wie funktioniert Propaganda?

Angebote in den Sommerferien 2015

Veranstaltungstermine:

Dienstag, 18.8., 14 Uhr

Schlesisches Museum zu Görlitz, Treffpunkt Museumskasse
Die Kunst ist los – und doch still
(für Kinder zwischen 7 und 11 Jahren)

Seit über 400 Jahren beschäftigen sich Künstler mit Stillleben, auf denen Blumen, Gegenstände und sogar kleine Tiere kunstvoll zusammengestellt sind. Diese Bilder zeigen die Schönheit des Lebens und schicken uns Botschaften. Wir wollen erkunden, was auf den Bildern zu sehen ist und wie sich ihr Stil verändert hat. Wie würde wohl euer eigenes Stillleben aussehen?

Buchbare Angebote für Kitas und Horte

Zwischen Gut und Böse – Märchenhaftes aus dem Riesengebirge
(für Kinder zwischen 5 und 10 Jahren)

Der Berggeist Rübezahl zeigt sich in verschiedenster Gestalt – ob als Wolke, ein Stück Holz, als Tier oder Mensch. Seine Charaktereigenschaften können Vorbild sein, aber auch sehr bedrohlich wirken. Vielleicht bringt er euch zum Nachdenken oder gar zum Staunen? Wir begeben uns auf eine sagenumwobene Reise ins Riesengebirge und spüren seinen Abenteuern nach.

Die Kunst ist los – und doch still 
(für Kinder zwischen 7 und 11 Jahren)

Seit über 400 Jahren beschäftigen sich Künstler gern mit Stillleben. In diesen Bildern sind kunstvoll zusammengestellte Blumen und Gegenstände, ja sogar kleine Tiere zu finden. Sie erzählen von der Schönheit dieser Dinge, zum anderen transportieren sie Botschaften. Gemeinsam erkunden wir, was auf den Bildern zu sehen ist und wie sich ihr Stil verändert hat. Wie würde wohl euer eigenes Stillleben aussehen?

Kontakt: Sylvia Wackernagel (Museumspädagogin)
Tel.: +49 (0) 3581 / 8791-128
E-Mail:  swackernagel(at)schlesisches-museum.de

Bach-Festival in Schweidnitz, Fot.: @ Bach Festival 

XVI Bach-Festival in Schweidnitz/Swidnica

In der letzten Ausgabe des Newsletters haben wir die Reportage von Aneta Augustyn über die Veränderungen am Friedensplatz und in der Friedenskirche zu Schweidnitz veröffentlicht. An dieser Stelle noch einmal der Hinweis auf das Internationale Bach-Festival, dass am 23.7.2015 in Schweidnitz beginnt mit vielen Konzerten auch in der Friedenskirche.

Programm unter  www.bach.pl

Yiddishkayt - neue CD von Bente Kahan 

Sommer-Festival in der Synagoge zum Weiβen Storch, Breslau/Wroclaw

Die Bente Kahan Stiftung lädt zu einem sommerlichen Konzertprogramm unterschiedlicher Musikgenres von Jazz über Folk bis Avantgarde ein. Musiker mit unterschiedlichen Wurzeln und kulturellen Traditionen spielen jeden Sonntag, ab 2. August, um 19 Uhr in der Breslauer Synagoge zum Weißen Storch.

2. August – Victoria Hanna (Israel)
9. August – Duo Wajlu (Deutschland)
16. August – Świnoga & Świnoga (Polen)
23. August – Bente Kahan & Gjertrud’s Gypsy Orchestra „Yiddishkayt” (Polen, Norwegen, Ungarn)
30. August – Emose Uhunmwangho (Polen)

 www.fbk.org.pl

Festival "Streng Geheim" 2014, Fot.: @ Festiwal Tajemnic 

Geheimnisvolles Niederschlesien entdecken – Festival in Fürstenstein/Ksiaz

Im August wird es in Schloss Fürstenstein viele Geheimnisse zu entdecken geben. Vom 14. bis 16. August 2015 findet dort zum dritten Mal das Niederschlesische Festival “Streng Geheim“ mit zahlreichen Veranstaltungen, Nachstellungen historischer Szenen, Lesungen, Filmprojektionen und Vorträgen statt. Gründerin und Leiterin des Festivals ist die Journalistin Joanna Lamparska, die mit Büchern über die Schlösser Niederschlesiens und unterirdische Stollen und Höhlen bekannt geworden ist.
Das diesjährige Festival widmet sich zwei Epochen: dem Mittelalter und dem Kriegsende.

Krzysztof Przepiorka und Bogdan Rowinski halten am Freitag einen Vortrag über die „leisen Dunklen“ (Cichociemni) - Fallschirmjäger der polnischen Exilstreitkräfte. Am Samstag findet die Entdeckertagung statt, geteilt in vier Blöcke:  Jacek Kowalski, Robert Kudelski und Robert Sulik stellen ihr neues Buch „Grundmanns Liste“ über die Tätigkeit des niederschlesischen Denkmalpflegers während des Zweiten Weltkriegs vor. Jerzy Cera erzählt von geheimnisvollen Vorhaben der Nazis im Eulengebirge. Joanna Lamparska liest aus ihrem Buch über den Zobtenberg. Adam Grajewski stellt mit seinem Vortrag „Gestohlen, verloren, wiedergefunden“  die Geschichten gestohlener Objekte aus Niederschlesien vor. Außerdem können die Besucher etwas über heilige Orte und mittelalterliche Ritterorden erfahren. Anlässlich des Festivals findet auch eine „Schlossmesse“ mit der Vorstellung der  wichtigsten Denkmäler und Sehenswürdigkeiten aus Niederschlesien statt.

 www.festiwaltajemnic.pl

Festival Dell’Arte 2014, Fot.: @ Festival Dell’Arte 

Festival Dell’Arte 2015 im Hirschberger Tal

Von 15. – 23. August lädt die Stiftung Tal der Schlösser und Gärten des Hirschberger Tales und die Niederschlesische Philharmonie in Hirschberg/Jelenia Góra zum Festival Dell’Arte 2015 ein. Innerhalb einer Woche gibt es die Möglichkeit Kunst und ihre Autoren und Musiker aus Österreich, Deutschland, Prag und Niederschlesien zu treffen.

Im Programm sind Konzerte der Wiener Philharmoniker, Zbigniew Wodecki, Krystyna Pronko, Stanislaw Soyka, Yoko Kikuchi, Marek Walarowski Trio, Concertino Chamber Orchestra und Lewandowski Masters Quintet, Lesungen mit Jacek Cygan und Kazimierz Pichlak, Theaterstücke und andere Veranstaltungen zu finden.

 www.dolinapalacow.pl
 www.festivaldellarte.eu 

Fot.: @ Krzyżowa-Music 

Krzyżowa-Music – Musik aus Kreisau. Für Europa.

Vom 15.-30. August 2015 findet unter Leitung von Prof. Viviane Hagner und Dr. Matthias von Hülsen erstmals das Festival „Krzyżowa-Music“  in der internationalen Jugendbegegnungsstätte Kreisau/Krzyzowa statt.

Rund 35 Musiker werden an Meisterkursen teilnehmen und sich mit bedeutenden Werken der Kammermusik auseinander setzen. Im Begleitprogramm  gibt es ein Symposion „Musiker im Exil“. 

Besucher/innen können an den Vorträgen teilnehmen und den Proben lauschen, die Vor- und Nachmittags in verschiedenen Räumen auf dem Gutsgelände stattfinden, sowie die Abendmusiken im sogenannten „Mehrzwecksaal“ erleben.

An den Wochenenden schwärmen die Musiker aus, um in der näheren Umgebung zu konzertieren.

Konzerttermine in Niederschlesien:
22. August, 19.30 Uhr, Bad Salzbrunn/Szczawno Zdroj
23. August, 19.30 Uhr, Friedenskirche in Schweidnitz/Swidnica
19. August, 19.30 Uhr, Gräditz/Grodiszcze
30. August, 19.30 Aula Leopoldina, Breslau/Wroclaw

Ausführliche Informationen:  www.europa.krzyzowa-music.com

Auf dem Friedhof in Buchwald/Bukowiec 

Zum Gedenken an Graf von Reden

Am 3. Juli gedachten Vertreter des Verbandes der Riesengebirgsgemeinden und der Stiftung Tal der Schlösser und Garten im Hirschberger Kessel des 200. Todestags des Grafen von Reden. Am Mausoleum im Park von Buchwald/Bukowiec und beim Gedenkstein auf dem Friedhof für den schlesischen Berghauptmann und preußischen Oberberghauptmann und Minister legten sie Blumen nieder.

Anlässlich des 200. Todestages widmet sich die diesjährige „Landpartie zur Gräfin von Reden. Künstlerischer Herbst in Buchwald/Bukowiec“ vom 19.-20. September 2015 Leben und Wirken Friedrich Wilhelms von Reden. Im Programm finden Sie Lesungen mit Autoren, Vorträge von Dr. Thomas Parent und Prof. Irma Kozina über den Steinkohlebergbau in Schlesien und Deutschland sowie über die Tätigkeit des Grafen von Reden, die Eröffnung von Ausstellungen „Neue Mühle, Schlösse des Hirschberger Tals“, „Literarische Salons und Höfe“ wie auch Konzerte, Parkführungen und Veranstaltungen für Kinder.

Der Verband der Gemeinden des Riesengebirges, das Deutsche Kulturforum östliches Europa und die Kulturreferentin für Schlesien laden nach Schloss und Park Buchwald/Bukowiec ein, in das historische und neu wachsende geistig- kulturelle Zentrum des Hirschberger Tales.

Olga Tokarczuk als Gast des 6. Schlesischen Nachtlesen in Görlitz/Zgorzelec, Fot.: @ SMG 

Olga Tokarczuk erhält Görlitzer Brückepreis

Der Internationale Brückepreis der Europastadt Görlitz/Zgorzelec wird seit 1993 an Personen vergeben, die sich in besonderer Weise um die europäische Verständigung verdient gemacht haben. Der diesjährige Preis geht an die polnische Schriftstellerin Olga Tokarczuk.

Wie der Präsident der Gesellschaft zur Verleihung des Internationalen Brückepreises, Prof. Dr. Willi Xylander, mitteilt, erhält Frau Tokarczuk den Preis für ihr schriftstellerisches Schaffen, deren literarisches "Schaffen den Blick auf die neue Literatur in Mittel- und Osteuropa weite und ein starkes Kommunikationsmittel zwischen den Menschen verschiedener Nationen“ darstelle.

Die Begründung für die Preisvergabe verweist auf die Sprachkraft in Tokarczuks Werk bei gleichzeitiger filigraner Einfühlsamkeit und erzählerischer Brillanz. Sie habe  dem multinationalen und multikulturellen Niederschlesien als vergessener Kulturraum wieder eine literarische Stimme und neue intellektuelle Wurzeln gegeben. „Olga Tokarczuk ist für uns eine der wichtigen Brückenbauerinnen der Literatur im und aus dem Herzen Europas", hebt Xylander hervor.

Die Feierliche Verleihung des Brückepreises findet am 4. Dezember 2015 im Gerhart Hauptmann-Theater statt.

 www.brueckepreis.de

 

Ausschreibung: Georg Dehio-Buchpreis 2016

Im Jahr 2016 wird der Georg Dehio-Buchpreis zum siebenten Mal vergeben. Bis zum 31. Oktober 2015 nimmt das Deutsche Kulturforum östliches Europa Vorschläge von Institutionen und Organisationen sowie von Verlagen, Wissenschaftlern und Kritikern im In- und Ausland entgegen.

Mit dieser von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien dotierten Auszeichnung ehrt das Deutsche Kulturforum östliches Europa Autoren, die sich in ihren Werken fundiert und differenziert mit den Traditionen und Interferenzen deutscher Kultur und Geschichte im östlichen Europa auseinander setzen.

Der Georg Dehio-Buchpreis ist in einen Hauptpreis und einen Ehrenpreis (Gesamtsumme 10.000 Euro) unterteilt.

Der Hauptpreis würdigt das literarische oder publizistische Gesamt- und Lebenswerk eines Autors oder einer Autorin. Mit dem Ehrenpreis, der für besonders auch für Nachwuchsautoren vorgesehen ist, wird eine Autorin oder ein Autor, ggf. gemeinsam mit dem Übersetzer, für eine herausragende Publikation ausgezeichnet.

Das Deutsche Kulturforum nimmt Vorschläge von Institutionen und Organisationen sowie von Verlagen, Wissenschaftlern und Kritikern im In- und Ausland entgegen. Eigenbewerbungen sind nicht zulässig.

Die feierliche Preisverleihung findet im Herbst 2016 statt.

Mehr Informationen:  www.kulturforum.info

 

Neue Ausschreibung im Förderprogramm EUROPEANS FOR PEACE

Das Förderprogramm EUROPEANS FOR PEACE wird zum Thema „Diskriminierung: Augen auf! Projekte über Ausgrenzung damals – und heute“ ausgeschrieben. Projekte können für den Zeitraum 1. Juli 2016 bis 31. August 2017 beantragt werden. Schulen oder außerschulische Bildungsträger können sich in internationaler Partnerschaft zusammenschließen und gemeinsame Projekte beantragen und dafür historische und gegenwartsbezogene Zugänge wählen.

Historischer Bezugspunkt für die thematische Projektarbeit ist die Geschichte des Nationalsozialismus und des Zweiten Weltkriegs in Europa. Der Gegenwartsbezug sind heutige Formen der Diskriminierung und die Auseinandersetzung mit aktuellen Denkmustern der Ungleichwertigkeit.

Bewerbungsschluss ist der 1. Dezember 2015.
Das Antragsformular finden Sie spätestens ab August 2015 unter:  www.stiftung-evz.de/efp

Die Stiftung „Erinnerung, Verantwortung und Zukunft“ (EVZ) fördert im Programm EUROPEANS FOR PEACE internationale Austauschprojekte für Jugendliche aus Deutschland und den Ländern Mittel-, Ost- und Südosteuropas sowie Israel. Die Finanzierung der Projekte umfasst anteilig Reise-, Unterbringungs- und Verpflegungskosten, Projektmittel sowie Honorare.

 

Ausschreibung: Stadtschreiber/in Breslau/Wrocław 2016

Das Deutsche Kulturforum östliches Europa schreibt in Zusammenarbeit mit dem Festivalbüro Impart 2016 die von der Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien dotierte Stelle eines Stadtschreibers/einer Stadtschreiberin in der Europäischen Kulturhauptstadt Breslau/Wrocław in Polen aus.

Deutschsprachige oder deutschschreibende Autorinnen und Autoren, die bereits schriftstellerische oder journalistische Veröffentlichungen vorzuweisen haben, sind eingeladen, sich um den Posten des Stadtschreibers/der Stadtschreiberin in Breslau/Wrocław für 2016 zu bewerben. Insbesondere werden solche Autorinnen und Autoren angesprochen, die in ihren Arbeiten die mitteleuropäische kulturelle Vergangenheit und Gegenwart der Stadt thematisieren wollen.

Der Stadtschreiber/die Stadtschreiberin soll am kulturellen Leben der Stadt Breslau/Wrocław teilnehmen und Themen der gemeinsamen Kultur und Geschichte in der Stadt und der Region in ihrem oder seinem Werk aufgreifen, auf hohem Niveau reflektieren und breiten Kreisen anschaulich vermitteln. Einbezogen werden sollen nach Möglichkeit Angehörige der deutschen Minderheit und Initiativen vor Ort, die sich mit der mehrsprachigen lokalen Geschichte auseinandersetzen. Die literarischen Annäherungen an die Stadt Breslau/Wrocław und an die umgebende Kulturlandschaft sollen laufend durch einen Internet-Blog dokumentiert werden. Dieser wird auch in polnischer Übersetzung erscheinen. Die Form der abschließenden Dokumentation des literarischen Schaffens legen das Deutsche Kulturforum östliches Europa, das Festivalbüro Impart 2016 und der Stadtschreiber/die Stadtschreiberin gemeinsam fest.

Bewerbung

Autoren und Autorinnen, die sich für die Stadtschreiberstelle interessieren, schicken bis zum 31. August 2015 ihre Bewerbung an

Deutsches Kulturforum östliches Europa
Berliner Str. 135
14467 Potsdam

Das Bewerbungsformular und weitere Informationen finden Sie unter:  www.kulturforum.info

Eines von neu entdeckenen Fresken in Glatz/Klodzko, Fot.: @ K. Molga 

Fresken aus dem 17. Jahrhundert in Glatz/Klodzko entdeckt  

Eine Studentengruppe unter Leitung von Prof. Edward Kossakowski von der Krakauer Kunstakademie entdeckte während ihres Sommerpraktikums in der Kirche „St. Georg und Adalbert von Prag“ in Glatz/Klodzko Fresken aus dem 17. Jahrhundert. Die Fresken befanden sich unter vielen Farbschichten und sind eine archäologische Sensation. Die Kunstwerke sind in gutem Zustand erhalten. Die Ältesten stammen aus dem 16. Jahrhundert. Die Mehrheit der Fresken in der St. Barbara-Kapelle der Kirche wurde am Anfang des 17. Jh. gemalt und die Fresken aus der St. Antonius-Kapelle stammen aus den Jahren 1760-1765.