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Hinterglasbild, Kaiserswalde, um 1850, Fot.: Sammlung SMG 

Schlesisches Museum zu Görlitz - Angebote im April

Kaffee & Kultur – natürlich schlesisch
Mittwoch, 1.4., 15 Uhr

Eine zerbrechliche Kunst - Hinterglasbilder aus Schlesien

In der nächsten Veranstaltung der Reihe „Kaffee & Kultur – natürlich schlesisch“ am Mittwoch, den 1.4., 15 Uhr, erläutert Martin Kügler die Geschichte der Hinterglasbilder aus der Grafschaft Glatz. Diese bunt bemalten Glasscheiben mit einfachen, meist etwas naiven Darstellungen von Heiligen oder Szenen aus dem Leben Jesu gehörten bis ins 20. Jahrhundert zur üblichen Ausstattung von Bauernstuben und bürgerlichen Wohnungen. Die Bilder waren religiöses Bekenntnis und die dargestellten Heiligen nach katholischer Vorstellung zugleich Helfer in der Not.

- Eintritt: 10 € (inkl. Kaffee und Kuchen)
- Reservierung: Telefon +49 3581 8791 0

 

Lesung und Gespräch zur Kulturgeschichte Breslaus mit Klaus Garber

Donnerstag, 30.4., 18 Uhr

Der Kulturhistoriker und Literaturwissenschaftler Klaus Garber beschreibt in seinem 2014 erschienenen Buch „Das alte Breslau. Kulturgeschichte einer geistigen Metropole“ die geistig-kulturelle Entwicklung der Stadt Breslau von der Reformation über den Dreißigjährigen Krieg bis zur Aufklärung. Detailreich und lebendig erzählt er von Gelehrten und Literaten, Gymnasien und Bibliotheken, Kirchen und Ratssälen.
Mit der Buchvorstellung und dem Autorengespräch beginnt eine neue gemeinsame Veranstaltungsreihe der Kulturreferentin und der Redaktion „Schlesien heute“. Regelmäßig stellen Autoren ihre Neuerscheinungen zur schlesischen Geschichte und Kultur vor.

- Eintritt: 3 €

Schloss Fürstenstein, Postkarte, Fot.: Sammlung SMG 

Aneta Augustyn schreibt Kurzreportagen aus Breslau und Niederschlesien für den SILESIA-Newsletter. Sie ist seit über 20 Jahren als Journalistin tätig, vor allem mit der Tageszeitung „Gazeta Wyborcza“ verbunden, für die sie längere Reportagen aus und über Schlesien schreibt. Ausgezeichnet mit Medaillen der Universität Wroclaw und der Hochschule für Natur- und Umweltwissenschaften für die Popularisierung der Wissenschaft.

Im Breslauer Nationalmuseum laufen intensive Vorbereitungen für ein großes Ereignis. Die Gemälde der früheren Sammlung von Hochberg, die seit Jahrzehnten nicht aus den Magazinen des Museums entnommen worden sind, werden am 10. Juli 2015 in der Ausstellung „Metamorphosen des Schlosses Fürstenstein. 700 Jahre Schloss Fürstenstein von den Piasten zu den Hochbergs“ das Tageslicht erblicken.

Zum ersten Mal kehren die flämischen, italienischen, niederländischen und französischen Gemälde des XVII und XVIII Jahrhunderts auf das Schloss zurück, dass sie während der Wirren des Krieges verlassen hatten.

- Die wohlhabenden von Hochbergs, eine der reichsten Familien Europas, versammelten Kunstwerke, manchmal eher spontan erworben, die ihrem Familiensitz Glanz verliehen. Wir können davon ausgehen, dass die Prinzessin Daisy sie bestaunt hat – erzählt Dr. hab. Piotr Oszczanowski, der Direktor des Breslauer Nationalmuseums.

Das Schloss war gründlich leer geräumt worden; Teppiche, Portraits, Möbel, die seine Innenausstattung ausmachten, gelangten an unterschiedliche Orte. Hunderte von Portraits aus Fürstenstein sind heute im Schloss Pless – Alles, was wir von den Hochbergs haben, werden wir für die Ausstellung entleihen. Wir wollen die Bilder in ihrem ursprünglichen Kontext zeigen – sagt der Direktor.

In der Ausstellung werden 39 Gemälde und 2 Skulpturen aus den Sammlungen des Nationalmuseums in Breslau gezeigt. Darunter sind 10 Bilder der früheren Kollektion Hochberg und vier Portraits von Mitgliedern der verschiedenen Familienzweige aus dem XVIII Jahrhundert. Die Auswahl der Arbeiten verbindet kein Leitmotiv, was sie verbindet, ist ihre Herkunft als Teil des Erbes der Hochbergs. Sie werden im Schloss für sogar 4 Jahre verbleiben, da die Sonderausstellung so lange gezeigt werden soll. Piotr Oszczanowski verrät, dass diese Ausstellung auch ein Beginn des ehrgeizigen Projektes des Schlosses Fürstenstein darstellt, Museum des schlesischen Adels zu werden, was möglicherweise hier in der Zukunft entsteht.

- Vielleicht führt diese Ausstellung irgendwann zur Umsetzung dieses Planes. Der Stadt Waldenburg liegt daran, ich bin ebenfalls dieser Idee zugeneigt. Aber wir sollten uns Zeit geben. Erst mal überzeugen wir uns, wie die Gemälde in ihrer historischen Umgebung wirken!

Die Ausstellung in Fürstenstein liegt vor uns, aber schon jetzt kann man ein anderes Kunstwerk bewundern, das ebenfalls durch Europa gewandert ist. Nach 6 Jahren Bemühungen des Museums kehrte das Bild „Der Heilige Iwo hilft den Armen“ von Jacob Jordaens zurück, der als einer der großen flämischen Meister gilt, vergleichbar mit Rubens oder van Dyck. Das Kunstwerk war während des Krieges nach Kamenz/Kamieniec Zabkowicki evakuiert worden, lange galt es als verloren.

Vor einigen Jahren „tauchte“ es im Auktionshaus Sotheby’s in London auf und dank der Intervention des polnischen Ministeriums für Kultur und Nationales Erbe wurde es aus der Auktion zurück gezogen.

– Nach dem 2. Weltkrieg sind nur ganz wenige Arbeiten zu uns zurück gekehrt. Der Rest befindet sich entweder an unbekanntem Ort oder unterliegt komplizierten Prozeduren. Um so mehr freut es mich, dass Jordaens in sein „Heimatmuseum“ zurück gekehrt ist – erzählt der Direktor.

Fot.: Nationalmuseum Breslau 

Für das größte Ereignis des Museums in diesem Jahr hält der Direktor die Ausstellung „Schöpferische Hände. Metall-Kunst aus Breslau zwischen Jugendstil und Art Deco“.  Seit dem 16. März kann man 200 Arbeiten schlesischer Künstler und Kunsthandwerker aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts sehen, u.a. von Jaroslav Vonka, tschechischer Kunstschmied-Meister oder Erich Adolf, herausragender Goldschmied.  Kerzenständer, lithurgische Gefässe oder Goldarbeiten waren verteilt auf Klöster, Kirchen, Institutionen und Privatpersonen – praktisch alle ausgestellten Arbeiten kommen nicht aus Museumssammlungen, sondern wurden von uns ausgeliehen. Einige mussten demontiert werden, z.B. das große Gitter einer Bank in Neustadt OS/Prudnik.

Piotr Oszczanowski: – Die Architektur oder Malerei der Zeit des Jugendstils und Art Deco sind gut bekannt, hingegen die kunsthandwerklichen Arbeiten sind in Vergessenheit geraten.  Für uns war das eine terra incognita;  wir haben einfach gesucht und fanden auf jedem Schritt etwas, das uns interessierte. An dieser Ausstellung hat ein großes Team gearbeitet, ich hatte auch die Freude, an diesem aus musealer Perspektive ungewöhnlichen Vorhaben teil zu nehmen. Wir sind zu solchen romantischen Orten vorgedrungen, wie die Krankenhauskapelle in Branitz/Branice, wo sich eines der herrlichsten Jugendstilgitter der Welt erhalten hat.

Die Ausstellung, die begleitet wird von einer Vielzahl von Vorträgen und museumspädagogischen Angeboten, läuft bis zum 15. Juni 2015.

www.mnwr.art.pl,  www.stworczerece.pl

Chor kommentierender Breslauer, Fot.: Teatr Capitol 

Vorbereitungen zur Kulturhauptstadt 2016:  „Chor kommentierender Breslauer”  (Chór Komentujących Wrocławian)

Seit einigen Monaten trifft sich jeden Samstag nachmittag eine Gruppe von 45 Personen, um gemeinsam Texte zu schreiben über ihren Alltag in der Stadt Breslau. Zu dem Kreis zählt sowohl ein 4-jähriges Mädchen mit seinen Eltern als auch ein 76-jähriger Schneider. Studenten, Rentner, Ärzte, Anwälte und Informatiker…Die Sammlung unterschiedlichster Persönlichkeiten verbindet alle dieselbe Liebe zur Stadt und die Begeisterung für eine ungewöhnliche gemeinsame Unternehmung. Sie treffen sich im Musiktheater Capitol, Ideengeber des Projektes. Der Schauspieler des „Capitol“, Tomasz Leszczyński leitet den Chor, die Musik komponiert Rafał Karasiewicz, Pianist und Komponist, und über allem wacht Marek Kocot, Schauspieler, Drehbuchautor und Gründer des „Antikabarets”.

Die Idee des „Chors kommentierender Breslauer” bezieht sich auf den „Chor der schimpfenden Bewohner Breslaus” aus dem Jahr 2008.  Die Breslauer trafen sich damals nach dem Vorbild der Einwohner von Helsinki, Birmingham, Jerusalem, Melbourne, Budapest, St. Petersburg oder Juneau im Elsaß im Stadtzentrum beim Denkmal für Bolesław Chrobry und schimpften über alles, was sie im Leben stört, mit dem Lied „Das Pony von Chrobry”, das große Bekanntheit erreicht hat.

- Nach diesem einmaligen Ereignis blieb der Appetit auf mehr. Da wir schon so ein Instrument hatten, dass eine Stimme durch einen ganzen Chor unterstützt werden kann, warum nicht mehr daraus machen?  Wir wollen die Kreativität und das Engagement der Bürger/innen nutzen, wir wollen ihnen eine Stimme geben, das gemeinsame Verantwortungsgefühl für die Stadt, in der wir aus eigener Wahl leben, fördern, sagt Marek Kocot. – Wir wollen uns nicht darauf beschränken, zu schimpfen, deshalb wurde das Thema erweitert und wir nennen unsere Gruppe „Chor kommentierender Breslauer“. Wir wollen vermitteln, wie es sich in dieser Stadt lebt und wohnt. Vielleicht findet sich etwas, was die Breslauer besonders betonen, bewerten oder bemerken wollen, worauf sie stolz sind und was sie lobend erwähnen wollen.

Das Projekt entstand im Rahmen der Europäischen Kulturhauptstadt und besteht aus einer Folge von gemeinsamen Proben und Auftritten, gekrönt durch ein Konzert auf der Bühne des Musiktheaters Capitol Ende 2016.  Alle bis dahin komponierten Lieder werden dann erklingen. Das erste Lied konnte man schon jetzt am 20. März hören, als der Chor das „Festival der singenden Schauspieler“ (Przegląd Piosenki Aktorskiej) vom Dach des „Haus auf dem Wasser” in der Nähe der Grundwald-Brücke eröffnet hat. Marek Kocot: Wir haben uns davon anregen lassen, dass Breslau an der Oder liegt und diesen Standort wenig nutzt. Das Lied handelt genau davon und ist unser erstes Werk!

 www.teatr-capitol.pl

Aneta Augustyn

 

Aktuelle Ausgabe der „Polen-Analysen“ zum Thema Bewegung für die Autonomie Schlesiens

Die Polen-Analysen bieten regelmäßig kompetente Einschätzungen aktueller politischer, wirtschaftlicher, sozialer und kultureller Entwicklungen in Polen. Die neuste Ausgabe beschäftigt sich mit dem Thema „Die polnischen Parteien und die Bewegung für die Autonomie Schlesiens (RAŚ)“.

Inhaltsverzeichnis:

- Analyse
Das Verhältnis polnischer Parteien zur Bewegung für die Autonomie Schlesiens (RAŚ)
Piotr Kocyba und Rafał Riedel, Chemnitz
- Dokumentation
Koalitionsvertrag in der Woiwodschaft Schlesien 2010
-  Tabellen und Grafiken zum Text
Die Ergebnisse der Selbstverwaltungswahlen zum Woiwodschaftstag in der Woiwodschaft Schlesien 2010 und 2014
- Chronik
3. – 16. März 2015

Die Polen-Analysen erscheinen am 1. und 3. Dienstag im Monat als E-Mail-Dienst und können unter  http://www.laender-analysen.de/ herunter geladen werden.

Zentrum für Bildung und Kultur MEETINGPOINT MUSIC MESSIAEN, Fot.: wordpress.themusicpoint.net 

Geschichtswerkstatt „Stalag VIII A – Vergessen oder verdrängt?“

Der Meetingpoint Music Messiaen e.V. lädt ab Mai 2015 deutsche und polnische Jugendliche und Senioren zur Geschichtswerkstatt "Stalag VIII A - Vergessen oder verdrängt?" ein.

Die Teilnehmer werden die Geschichte des Kriegsgefangenenlager Stalag VIII A bei Görlitz kennenlernen und sich mit Einzelschicksalen, mit dem französischen Komponisten Olivier Messiaen und mit weiteren Gedenkstätten rund um Görlit-Zgorzelec beschäftigen. Das Ziel der Geschichtswerkstatt ist ein Projekt, das die Teilnehmer selbstständig erarbeiten und im Januar 2016 einem breiten Publikum präsentieren werden. Auch über die Geschichte des Lagers hinaus wird ein breites Programm rund um die Thematik des Nationalsozialismus angeboten. Dabei soll untersucht werden, wie unterschiedlich sich Junge und Alte, Polen und Deutsche mit der Vergangenheit auseinandersetzen.

 http://wordpress.themusicpoint.net/?p=5924

Fot.: www.ich-lebe-noch.info 

Unterstützung für NS-Opfer – eine Kampagne der Stiftung EVZ

Stiftung "Erinnerung, Verantwortung und Zukunft" (EVZ) schenkt Aufmerksamkeit auf Opfer des Nazisozialismus und wirbt mit der Kampagne „Ich lebe noch!“ um Spenden für sie. Lebenssituation der Überlebenden ist oft prekär und gekennzeichnet durch einen Mangel an gesellschaftlicher Teilhabe. Die Stiftung EVZ unterstützt in Mittel- und Osteuropa sowie in Israel Initiativen, die die Hilfsbereitschaft für Opfer von Zwangsarbeit und anderem NS-Unrecht lokal und international stärken.

Mehr zur Kampagne und ihren sechs Zeitzeugen ist unter  www.ich-lebe-noch.info zu erfahren.

Fot.: www.facebook.com/kolejDEPL 

Bahnverbindung Dresden – Breslau aufgehoben

Seit dem 1. März wird die Strecke Dresden – Breslau nicht mehr durch die Regio-Züge der Deutschen Bahn bedient. Die kurzfristige Nachricht des Niederschlesischen Marschallamtes, das die Förderung für die internationale Bahnverbindung gestoppt wird, hat alle Beteiligten überascht. Wer zur Zeit von Görlitz nach Breslau per Bahn reisen will, muss zunächst zu Fuß oder mit dem Stadtbus den Bahnhof Zgorzelec-Miasto aufsuchen. Dort fahren täglich mehrere Regionalverbindungen (Koleje Dolnoslaskie) von Zgorzelec nach Wroclaw/Breslau. Über die Zukunft der Verbindung Dresden – Breslau haben wir im Moment keine Informationen, hoffen aber, dass sie bald wieder befahren wird!