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Foto: SMG 

Entdeckung in der Bibliothek: Erstausgabe von Gerhart Hauptmann

Im Jahr 2013 übernahm das Schlesische Museum die Sammlung der Waldenburger Heimatstube, die sich bis dahin in Dortmund befand. Zu dem umfangreichen Bestand gehören unter anderem rund 240 Bücher und Zeitschriften. Bei ihrer bibliothekarischen Einarbeitung gab es vor kurzem eine Überraschung. Unter den Publikationen befindet sich die – von den Vorbesitzern nicht erkannte – Erstveröffentlichung eines Werkes von Gerhart Hauptmann. In der Januar-Ausgabe der Literaturzeitschrift „Die neue Rundschau“ von 1920 publizierte der Dichter erstmals sein Drama „Indipohdi“. Im selben Jahr erschien das Werk dann als kleine Monografie bei S. Fischer in Berlin – im selben Verlag wie auch die Zeitschrift.

Darüber hinaus findet sich auf der ersten Seite der Ausgabe eine handschriftliche Widmung Gerhart Hauptmanns vom Mai 1920. Hier heißt es: „Herrn Friedrich Siegmund-Schultze in herzlicher Verehrung Gerhart Hauptmann“. Der Empfänger ist eine prominente Persönlichkeit, die 1885 in Görlitz geboren wurde. Siegmund-Schultze war als evangelischer Theologe, Sozialpädagoge und Sozialethiker tätig. 1933 von den Nationalsozialisten in die Schweiz abgeschoben, engagierte er sich bis 1945 für die Flüchtlingshilfe. In der Bundesrepublik setzte er sich gegen die Wiederbewaffnung und für das Recht auf Kriegsdienstverweigerung ein. Er starb 1969 in Soest.