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herausgegeben vom Förderverein Schlesisches Museum zu Görlitz – Landesmuseum Schlesien e.V.

 

Aus der Arbeit der Kulturreferentin. Von West nach Ost – Entdeckungen in Schlesien mit Studierenden

Seit vielen Jahren arbeitet das Zentrum für schulpraktische Lehrerausbildung in Jülich mit dem Kulturreferat für Schlesien zusammen und organisiert mehrtägige Exkursionen für Lehramtsreferendare nach Schlesien. Allein die Anreise vom westlichen Rand der Bundesrepublik in die Stadt an der Neisse bedeutet für die Teilnehmer/innen bereits eine Grenzüberschreitung (735 km!). Die 32 Personen starke Gruppe setzte sich aus zukünftigen Lehrer/innen verschiedener Fächer sowie den Fachleiter/innen Geschichte, Mathematik, Religion und Geographie zusammen. Die 7-tägige Studienreise wurde neben der Förderung durch die Kulturreferentin anteilig von der Stiftung „Erinnern ermöglichen“ der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf finanziert.

„Deutsche, polnische und jüdische Geschichte und Kultur“ lautete das Thema der Reise, die von Görlitz zunächst nach Krakau und Auschwitz führte, nach zwei Tagen Breslau-Programm über Schweidnitz, Kreisau und Muhrau zurück nach Görlitz. Die Studierenden hatten die Aufgabe, ein Exkursionstagebuch zu führen, das jetzt als Dokumentation der Reise durch Fotos illustriert und gebunden vorliegt.

Für die Gruppe war es in erster Linie eine Entdeckung Polens, das sie nicht kannten. Selbst Görlitz war in den Köpfen immer noch eine Stadt der DDR, umso überraschter waren sie über die Farbigkeit und die Lebendigkeit der Stadt. Ich war hingegen überrascht, dass die Generation, die nach 1989 Schule und Studium in den westlichen Bundesländern erlebt hat, immer noch Bilder vom “Osten” in sich trägt, die längst überholt sind. Insofern erfüllen die Studienreisen ihre Aufgabe, Schlesien und die verflochtene deutsch-polnische Beziehungsgeschichte in das Bewusstsein der zukünftigen Lehrer/innen zu rücken.

Eine weitere mehrtägige Exkursion nach Niederschlesien versammelte Anfang Oktober 20 Stipendiaten der Konrad-Adenauer-Stiftung, die in Sachsen studieren oder promovieren. Das Thema des Kooperationsseminars der Kulturreferentin für Schlesien lautete „Alte Grenzen und neue Mitte. Niederschlesien als Region im historischen Europa und in der heutigen EU.“  Stationen waren die Metropole Breslau/Wroclaw, die Friedenskirche in  Schweidnitz/Swidnica, die Begegnungs- und Gedenkstätte in Kreisau/ Krzyzowa, der Kurort Görbersdorf/Sokolowsko bei Waldenburg/Walbrzych und auf dem Rückweg nach Görlitz Park und Schloss Buch-wald/Bukowiec im Hirschberger Tal. Für die Teilnehmer/innen war der Kontrast zwischen der Metropole Breslau und dem ländlichen Raum jenseits der Stadtgrenze und auf den Wegen durch Schweidnitz und Waldenburg das stärkste Erlebnis. Sehr beeindruckt waren die Studierenden auch vom Hirschberger Tal und der sichtbaren dynamischen touristischen Entwicklung. Der Besuch im Schlesischen Museum zum Abschluss des Programms war für alle eine hilfreiche historische Einordnung der Erlebnisse der Fahrt und machte Lust auf mehr. Da die Zeit zu kurz bemessen war, haben sich die Stipendiaten jetzt selbst organisiert, um im Dezember noch einmal nach Görlitz zu kommen und neben der Stadt vor allem das Schlesische Museum ein zweites Mal zu besichtigen. 

Annemarie Franke