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Ausstellung "Pfefferkuchen. Eine Reise der Sinne" im SMG, Fot.: M. Winter 

Schlesisches Museum zu Görlitz - Angebote im Januar-Februar

Pfefferkuchen. Eine Reise der Sinne …

durch Schlesien, die Oberlausitz und über 900 Jahre Esskultur in Mitteleuropa

Ausstellung vom 29.11. 2014 bis 1.3.2015

Pfefferkuchen, Lebkuchen, Honigkuchen – die süßen, stark gewürzten und lange haltbaren Gebäcke erfreuen sich nicht nur zur Weihnachtszeit großer Beliebtheit. Auch zu anderen Festtagen, zu Kirmes und Jahrmarkt oder zu feierlichen Ereignissen im Lebenslauf gehörten sie dazu. Noch bis zum 1. März präsentiert das Schlesische Museum zu Görlitz seine Sonderausstellung ein. Sie zeigt die lange Geschichte dieses würzigen Gebäcks, das in Schlesien eine fast 900jährige Tradition hat.

Im Begleitprogramm empfehlen wir Ihnen:

Kaffee & Kultur – natürlich schlesisch
4.2., Mittwoch, 15 Uhr

Pfefferkuchen und Osterbrot. Schlesische Festtagsgebäcke von Karneval bis Ostern. Kaffenachmittag mit Roswitha Hennig, Tochter eines schlesischen Bäckermeisters und Autorin des Backbuches „Süßes Schlesien – Verführerisches Backwerk“

Puppentheater
8.2., Sonntag, 11 Uhr

Hänsel und Gretel

Pfefferkuchenhaus-Bauen mit Pfefferküchler Marcin Goetz
22.2., Sonntag, 14 Uhr

Zuckerguss an die Wände und Mandeln auf´s Dach!

Mit Oma und Opa ins Museum
25.1, Sonntag, 10-16 Uhr

Das Schlesische Museum lädt gemeinsam mit dem Kulturhistorischen Museum und dem Senckenberg Museum für Naturkunde erneut zum Großelterntag ein. Oma, Opa und ihre Enkelkinder (unter 16 Jahren) erhalten freien Eintritt zum Besuch der Museen.

Pfefferkuchenduft liegt in der Luft - Angebote zur Ausstellung „Pfefferkuchen"

Das Schlesische Museum geht der Frage nach, wie der Pfeffer in den Kuchen kommt und was einen Pfefferküchler vom Bäcker unterscheidet. Damit es nicht bei der Theorie bleibt, versuchen sich die Schüler selbst im Pfefferkuchenbacken.

Terminvereinbarungen: Magdalena Maruck 
Tel.: 03581/8791-128 oder   kontakt(at)schlesisches-museum.de

Vorankündigung: Schlesisches Nach(t)lesen
21.3., Samstag 17-22

Ein Literaturvergnügen der besonderen Art mit Texten von deutschen und polnischen, auswärtigen und einheimischen Autoren über die Stadt und die Region in Görlitz und Zgorzelec

 http://schlesisches-museum.de/index.php?id=5592

Mehr Informationen und Veranstaltungskalender:   www.schlesisches-museum.de

Fot.: Museum des Glatzer Landes 

Seit der September-Ausgabe schreibt Aneta Augustyn Kurzreportagen aus Breslau und Niederschlesien für den SILESIA-Newsletter. Sie ist seit über 20 Jahren als Journalistin tätig, vor allem mit der Tageszeitung „Gazeta Wyborcza“ verbunden, für die sie längere Reportagen aus und über Schlesien schreibt. Ausgezeichnet mit Medaillen der Universität Wroclaw und der Hochschule für Natur- und Umweltwissenschaften für die Popularisierung der Wissenschaft.

Der Januar ist der Eintritt in ein neues Jahr und eine symbolische Abmessung der neuen Zeit. Daher die Einladung ins Museum des Glatzer Landes, wo die Zeit in besonderer Weise, denn durch Dutzende Uhren, abgemessen wird. „Augen der Zeit“ (Oczy czasu) ist eine ungewöhnliche Ausstellung von Objekten, von denen jedes anders ist, aber eines verbindet sie – alle wurden in schlesischen Häusern im 19. Jh. und in der ersten Hälfte des 20. Jh. benutzt. 

Ausstellung „Augen der Zeit" im Museum des Glatzer Landes, Fot. Museum des Glatzer Landes 

„Sie alle haben in ihrer Zeit die Minuten und Stunden eines Menschen abgemessen, einen Tagesrhythmus vorgegeben, in den Schlaf gewogen. Heute ist die Mehrheit von ihnen ein starrer Zeitblick, der auf einem Zifferblatt eingefrorene Moment. Eine Illusion, dass die Zeit stehengeblieben ist“, schreiben die Kuratorinnen der Ausstellung, die an einen magischen Arbeitsraum eines Uhrmachers erinnert. Die Glatzer Uhrensammlung entstand seit den 60er Jahren des vergangenen Jahrhunderts und ist die führende und größte Sammlung in Polen – sie zählt über ein 500 Exemplare. In der Ausstellung werden 326 von ihnen gezeigt, von winzigen Taschenuhren bis zu Standuhren, großen Schrankexemplaren mit einer ovalen Krönung. Die Vielfalt der Formen überwältigt: Uhren in Form von Eulen, architektonische Uhren, verziert mit Säulen und Simsen, hinter Glas montierte Jahresuhren, die man nur einmal in Jahr aufziehen sollte, um astronomische Blätter bereicherte Uhren und viele andere. Eine Besonderheit sind Bilder-Uhren aus dem 19. Jh., deren Uhrwerke und kleine Zifferblätter auf gemalte Kirchtürme und Mühlräder in Öl-Landschaftsbildern montiert wurden.

Es scheint, dass alle Uhren denselben Zweck haben, tatsächlich sind sie aber Büro-, Bahnhofs-, Wach-, Tafel-, Büro-, Küchen, Reise-, Kaminuhren… Mal aus Porzellan, mal aus mit Blumen und Tieren geprägten Messingplättchen, aus Marmor und Alabaster hergestellt, zeugen die Uhren oft von Status und dem Wohlstand der Besitzer. Mich haben die Schwarzwälder Holzuhren besonders verzaubert, die im 19. und 20. Jh. in Bauernhäusern beliebt waren, unaufdringlich, mit einem einfachen Schwarzwälder Uhrwerk, sind sie seit dem 19. Jh. als „Kuckucksuhren“ bekannt mit einem an Vogelhäuschen erinnernden Gehäuse, umrankt von Eichen- und Ahornblättern, mit Fenstern, aus denen ein lustiger Kuckuck jede Stunde herausspringt. Solche Exemplare haben auch den Weg nach Glatz gefunden.

- Einen großen Teil der Ausstellung bilden in Niederschlesien entstandene Uhren – erzählt Joanna Stoklasek-Michalak, eine der Kuratorinnen der Ausstellung. Sie wurden in den zwei größten Werken hergestellt: in der Silberberger Fabrik von Eppner und in Freiburg in Schlesien, in der Fabrik von Gustaw Becker, der im 19. Jh. dort eine große Uhr-Industrie und eine europaweit bekannte Marke entwickelte.

Das zweite Stockwerk des Glatzer Museums ist vollständig gefüllt von einem beruhigenden Tick-Tack- Chor vieler Uhren, jede von ihnen zeigt eine andere Zeit, als ob sie in ihrer eigenen Epoche angehalten hätte. Als ich herausfinden wollte, wie spät es ist, musste ich auf mein Handy gucken, das mir meine „Uhrarmut“ verdeutlichte. Heute haben wir nur reiz- und emotionslose Ziffern auf Handydisplays.

Umso mehr begeistert die Verschiedenheit der Uhren aus Glatz. Es scheint, dass sie immer noch in Erinnerungen leben, die sie sich einander in einem regelmäßigen Rhythmus des Pendels erzählen: es war-es ist-es kommt, es war-es ist-es kommt… Es gibt die Besitzer nicht mehr, die sie aufgezogen haben, vielleicht gibt es die Häuser nicht mehr, wo sie an alltägliche Rituale erinnert haben. Sie leben in der vollendeten Vergangenheit, und von ihrem Reiz und ihrer altmodischen Anmut kann man bald auch in einer Veröffentlichung nachlesen, die im Frühling dieses Jahres herausgegeben wird als Objektkatalog sowie Artikel über Uhren und Uhrmacherei in Glatzer Land enthält.

„Oczy czasu. Zegary mechaniczne popularne na Śląsku w XIX i 1 połowie XX wieku”, Muzeum Ziemi Kłodzkiej, ul. Łukasiewicza 4, Kłodzko, www.muzeum.klodzko.pl 

Schloss in Kamnitz, Fot.: Privatarchiv 

Uhren stehen für den Fluss der Zeit, also die Vergänglichkeit, die in vielen verfallenen Denkmälern besonders sichtbar ist. Für ein Schloss in Kamnitz, das sich wenige Kilometer von der Ausstellung in Glatz befindet, hat jetzt eine ganz neue Epoche begonnen. Das Schloss ist Zeitgenosse von einigen der musealen Uhren, aber im Gegensatz zu ihnen ist es in der vollendeten Vergangenheit nicht erstarrt.

Es hat ein neues Leben bekommen dank eines Ehepaars aus Warschau. Katarzyna und Wojciech Hutny haben das Glatzer Land vor einigen Jahren über Bekannte entdeckt, die sie hierher auf einen Ausflug mitgenommen haben. Die Landschaft und die Dichte der Denkmäler begeisterte sie. – Im wiederaufgebauten Warschau täuschen die Häuser ihr Alter bloß vor, und hier ist die Geschichte auf Schritt und Tritt gegenwärtig – geben sie zu. In einem kleinen Dorf bei Glatz sind sie auf eine postsozialistische Ruine gestoßen: die einstige Residenz der Familie Seher-Thoss hatte ein löcheriges Dach, verfaulte Deckenbalken, wild wachsendes Grün auf den Mauern, ein Haufen Müll in den Räumen. Sie haben sich früher nicht vorstellen können, einmal in Denkmäler zu investieren, aber trotzdem begeisterte sie ein altes heruntergekommenes Schloss. Sie erzählen, dass ein Denkmal vor dem Verfall zu retten wie Verliebtheit wirke: wenig Vernunft, viel Gefühle. Die neue Liebe hat zu einer vierjährigen Renovierung mit Überraschungen geführt. Wie zum Beispiel ein Brief, der eines Tages aus der Schwelle einer Tür im zweiten Stockwerk hervor kam. Der Brief in einem befleckten Umschlag war vor 130 Jahren in Schönschrift geschrieben worden, mit vielen Worten, die nicht mehr gebräuchlich sind. Mit der Hilfe von Spezialisten ist es den Besitzern gelungen, der Brief zu entschlüsseln und über das Internet haben sie einen Vertreter der Familie gefunden, der ihnen sagte, wer der Absender gewesen ist. Es stellte sich heraus, dass Otto von Bülow einen höflichen Brief an Julie Bannier, seine zukünftige Schwägerin, geschrieben hatte. Es gelang auch, die Verbindung zwischen den Besitzern von Kamnitz und der Familie von Bülow heraus zu finden. – Wir wissen immer noch nicht, warum der Brief sich unter der Schwelle befand. Es bleibt ein Geheimnis, wie bestimmt noch viele im Schloss versteckt sind - meinen die stolzen Besitzer. In den einfachen, eleganten Innenräumen ist es ihnen gelungen, einen Teil der originalen Holzarbeiten, der Fußböden und Fliesen zu erhalten. – Das wird eher ein Gästehaus als ein typisches Hotel werden, für Menschen, die Gemütlichkeit, Ruhe und weite Ausblicke suchen. Mit Konzerten, Ausstellungen, Werkstätten, bei denen wir schlesische Traditionen, Küche und Handwerk popularisieren wollen – sagt Katarzyna. Sie erzählt, dass sie bei der Rettung des Gebäudes den wiedergefundenen Gegenständen ein zweites Leben gegeben habe: z.B. alte Bilderrahmen, gefunden unter dem Dach, sind zu Spiegeln für die Innenausstattung genutzt worden. An den Wänden werden auch alte Karten der Grafschaft Glatz hängen, darunter eine von 1811, die Baron Erwin von Seherr-Thoss, Enkelkind der letzten Besitzer des Schlosses, ihnen geschenkt hat. Er wohnt in Deutschland, zum ersten Mal hat er den früheren Familienbesitz in den 70er Jahren besucht. Zusammen mit dem Vater, der hier geboren und aufgewachsen ist, und beim Anblick des staatlichen Landwirtschaftsbetriebs sagte, dass er nie mehr hierher zurückkommen werde. „Das Mosaik ist zerfallen und es fehlen zu viele Stücke“ sagte damals Erwins Vatter.

Jetzt kommt Erwin regelmäßig nach Kamnitz, er teilt Fotos und Familiengeschichten, pflanzte einen Rhododendron-Strauch in dem Garten, der von einem Fachmann für die Restaurierung historischer Gartenanlagen bepflanzt wurde. Über den Ort schrieb die letzte Besitzerin des Anwesens, Andrea-Margot von Seherr Thoss: „Der Garten war nicht zu groß und man konnte ihn die ganze Zeit über in gepflegtem Zustand erhalten. Das war der Bereich der Hausfrau. Sie hat einen schönen, strauchreichen Garten mit vielen Terrassen und gepflasterten Pfaden angelegt, alle Pflanzen sind durch ihre Hände gegangen. Es gab dort ein kleines Teehaus vom Anfang des 19. Jahrhunderts, im klassischen Stil, mit Kreuzgängen, Säulen und Treppen.“

Inwieweit es gelungen ist, diesen Beschreibungen getreu den Garten wieder her zu stellen, überzeugen wir uns im Frühling, wenn das Schloss für Gäste eröffnet wird.

 www.palackamieniec.pl

 

Aneta Augustyn

Pilsen, Ring mit der St. Bartholomäus-Kathedrale, Fot.: Robert B. Fishman, ecomedia, http://www.kulturforum.info/ 

Zwischen Attraktion und Kunst: „Pilsen – open up!“ – Kulturhauptstadt 2015

Die Kulturhauptstädte 2015 sind Mons in Belgien und Pilsen in der Tschechischen Republik. Der feierliche Auftakt des Projekts „Pilsen – Kulturhauptstadt Europas 2015“ ist für den 17. Januar 2015 geplant. Direktor Petr Forman und sein Team laden mit über 50 Hauptprojekten und mehr als 600 Veranstaltungen Besucher in die Stadt und den Bezirk Plzeň ein. Das kulturelle Programm knüpft an die kulturellen Traditionen der Stadt an und soll Interessenten unterschiedlicher Zielgruppen ansprechen: Es lockt sowohl Jugendliche als auch Senioren. Pilsen soll dieses Jahr von einer mitteleuropäischen Industriestadt zu einer Kulturstadt werden.

Das Deutsche Kulturforum östliches Europa hatte im Mai 2014 eine Informationsreise nach Pilsen für Medienvertreter organisiert und veranstaltet am 2. Februar in der Bayerischen Staatsbibliothek in München einen Abend zum Thema „Pilsen – Europas Kulturhauptstadt 2015“ mit.

 www.plzen2015.cz/de/
 www.kulturforum.info

Aula Leopoldina, Universität Breslau, Fot.: Sammlung SMG 

Späte Rehabilitation dank Initiative der Breslauer Universität

Während des Nationalsozialismus wurden Wissenschaftlern, vor allem jüdischen Wissenschaftlern, die als „Feinde des Deutschen Reiches“ galten, ihre Titel aberkannt.
Die Schlesische Friedrich-Wilhelm-Universität zu Breslau erklärte damals 262 wissenschaftliche Titel für ungültig. Der Dresdner Historiker Kai Kranich erforschte die Geschichte der Schlesischen Universität zu Breslau in der Zeit des Dritten Reiches. Er wandte sich an viele deutsche Einrichtungen mit dem Anliegen, die grundlos degradierten Wissenschaftler zu rehabilitieren. Er bekam nur abweisende Antworten, die Schlesische Friedrich-Wilhelm-Universität zu Breslau gebe es formell nicht mehr. Deshalb hat er sich an die Universität Wroclaw gewendet, die sich in der Nachfolge der Friedrich-Wilhelm-Universität versteht. Eine symbolische Wiederanerkennung der Titel ist für den 22.01.2015 in der Aula Leopoldina an der Universität Wroclaw geplant.

Quelle:  www.zeit.de

 

Eröffnung des Europäischen Zentrum für Bildung und Kultur MEETINGPOINT MUSIC MESSIAEN in Zgorzelec

Am 15. Januar 2015 wurde das Europäische Zentrum für Bildung und Kultur MEETINGPOINT MUSIC MESSIAEN auf dem Gelände des ehemaligen Kriegsgefangenlagers Stalag VIII A in Zgorzelec eröffnet. Der Music Meetingpoint veranstaltete am Abend, nach der Besichtigung des Zentrums und der Autorenlesung mit dem Musikwissenschaftler Jerzy Stankiewicz, Autor des Buches  “Olivier Messiaen im Stalag VIII A in Görlitz”, das Januarkonzert mit einer Aufführung des Quartetts auf das Ende der Zeit. Das Konzert wurde von Musikern der Sächsischen Staatskapelle Dresden und dem Pianisten Piotr Sałajczyk gestaltet.

Fot. Bente Kahan Stiftung 

Internationaler Tag des Gedenkens an die Opfer des Holocaust

Die Bente Kahan Stiftung in Breslau veranstaltet zum Holocaust-Gedenktag am 27. Januar ein Theaterstück mit Texten Mordechaj Gebirtigs, jüdischer Dichter und Chansonnier. Das Stück „Mordechaj Gebirtig. Leb wohl, Krakau!“ in der Regie von Tomasz Man zeigt das tägliche Leben der Bewohner des Krakauer Stadtteils Kazimierz. Seine Werke erzählen vom grauen Alltag, von Armut und Verzweiflung, aber auch von Liebe und Hoffnung. Mit dem Holocaust ist das jüdische Leben aus Kazimierz verschwunden, und der Dichter ist 1942 im Krakauer Getto erschossen worden. Das Musikstück „Mordechaj Gebirtig“ ist in Rahmen des Projektes „Jidisz far ale“ entstanden.

Weitere Informationen und Reservierung:
 www.fbk.org.pl
E-Mail: bilety@fbk.org.pl
Tel. 71 782 81 23 lub 71 431 89 47