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Fot.: SMG 

Pfefferkuchen. Eine Reise der Sinne …
durch Schlesien, die Oberlausitz und über 900 Jahre Esskultur in Mitteleuropa

Ausstellung vom 29.11. 2014 bis 1.3.2015

Pfefferkuchen, Lebkuchen, Honigkuchen – die süßen, stark gewürzten und lange haltbaren Gebäcke erfreuen sich nicht nur zur Weihnachtszeit großer Beliebtheit. Auch zu anderen Festtagen, zu Kirmes und Jahrmarkt oder zu feierlichen Ereignissen im Lebenslauf gehörten sie dazu. Das Schlesische Museum zu Görlitz lädt am Freitag, den 28.11., um 19 Uhr zur Eröffnung seiner neuen Ausstellung ein. Sie zeigt (bis 1. März 2015) die lange Geschichte dieses würzigen Gebäcks, das in Schlesien eine fast 900jährige Tradition hat.

Mehr Informationen:    www.schlesisches-museum.de

Fot.: M. Winter 

Kunst und Handwerk im Museum

Noch bis zum 21.12. veranstaltet das Schlesische Museum zu Görlitz den Handwerkermarkt. Während des „Schlesischen Christkindelmarktes“ auf dem Untermarkt in Görlitz bieten Künstler und Handwerker in den Gängen des Schönhofes ihre Arbeiten an: Porzellanmalereien, Holzschnitzereien, Bleiverglasungen, Schmuck, Textilien und vieles mehr.

Während des Christkindelmarktes hat das Schlesische Museum veränderte Öffnungszeiten. Es ist täglich (auch montags) von 12 Uhr – 19 Uhr geöffnet.

Mehr Informationen:  www.schlesisches-museum.de

Fot.: SMG 

Außergewöhnliche Öffnungszeiten des Museums:

5.12. bis 21.12.2014: täglich 12 bis 19 Uhr
2.1. bis 29.3.2015: Di-So 10-16 Uhr 

Öffnungszeiten an Feiertagen
Heiligabend 24.12.2014 geschlossen
1. Weihnachtstag 25.12.2014 13 – 17 Uhr
2. Weihnachtstag 26.12.2014 13 – 17 Uhr
Silvester 31.12.2014 geschlossen
Neujahr 01.01.2015 13 – 16 Uhr

 

Historisch-Musikalisches Wochenende. Januarkonzert in Görlit-Zgorzelec

Anfang des Jahres 2015 wird in Zgorzelec das „Europäische Zentrum für Bildung und Kultur“ auf dem Gelände des ehemaligen Stalag VIII A eröffnet. Erstmals erklingt das Januarkonzert zur Erinnerung an die Uraufführung von Messiaens „Quartett an das Ende der Zeit“ in dem neuen Konzertsaal, aufgeführt durch die Staatskapelle Dresden.

Am 10. und 11. Januar 2015 findet in Görlitz und Zgorzelec das Begleitprogramm in Form eines Historisch-Musikalischen Wochenendes statt. Der MEETINGPOINT MUSIC MESSIAEN e.V. lädt mit verschiedenen Museen und Institutionen der Europastadt Familien, Interessierte, Bewohner und Besucher zu einer vielfältigen Spurensuche in der Geschichte und Musik ein.

An beiden Tagen bieten Historiker, Künstler, Autoren und Museumspädagogen Führungen, Vorträge und Lesungen zum Thema: Stalag VIII A, Dulag, Olivier Messiaen und seine Musik, Görlitz im Nationalsozialismus, Bürger aus Görlitz und Zgorzelec an.

Die Kulturreferentin für Schlesien lädt am 10.01.2015 um 13.00 Uhr zu einer Führung „Schlesien im Nationalsozialismus“ und einem museumspädagogischen Angebot in der Dauerausstellung des Schlesischen Museum zu Görlitz ein.

Für Kinder werden museumspädagogische Angebote zeitgleich zu einigen Vorträgen organisiert.

Der MEETINGPOINT MUSIC MESSIAEN möchte die Bewohner aus beiden Seiten der Neiße einbeziehen, darum werden alle Veranstaltungen auf Deutsch und Polnisch angeboten.

Weitere Informationen so wie das genaue Programm können Sie unter  www.meetingpoint-music-messiaen.net finden.

Haus des Nationalen Symphonieorchesters, Kattowitz, Fot.: B. Barczyk 

Seit der September-Ausgabe schreibt Aneta Augustyn Kurzreportagen aus Breslau und Niederschlesien für den SILESIA-Newsletter. Sie ist seit über 20 Jahren als Journalistin tätig, vor allem mit der Tageszeitung „Gazeta Wyborcza“ verbunden, für die sie längere Reportagen aus und über Schlesien schreibt. Ausgezeichnet mit Medaillen der Universität Wroclaw und der Hochschule für Natur- und Umweltwissenschaften für die Popularisierung der Wissenschaft.

Im Dezember schlage ich einen Ausflug nach Oberschlesien vor.  Eben im Dezember wird der Tag der Heiligen Barbara begangen, die Patronin der schlesischen Bergleute, die von ihnen besonders verehrt wird.  Die immer noch lebendigen Barbara-Traditionen vermischen sich mit den Advents-Bräuchen. 

Nikiszowiec, Fot.: www.facebook.com/Nikiszowiec 

Das ist besonders gut in Nikiszowiec (dt. Nikischschacht) zu sehen, einem Stadtteil von Kattowitz, der vor kurzem auf die Liste der Denkmäler der Geschichte Polens eingetragen wurde. Das ist die höchste Auszeichnung, die vom Präsident Polens für Denkmäler vergeben wird. Auf der Liste stehen bisher gerade 58 Objekte. Nikiszowiec ist ein architektonisches und soziales Phänomen, in meinem persönlichen Ranking eines der interessantesten Plätze in Polen. Scheinbar eine typische Arbeitersiedlung vom Beginn des 20. Jahrhunderts, gebaut für die Bergarbeiter des expandierenden Konzerns Georg von Giesche`s Erben, die allerdings durch ihre Ausmaße, ihre durchdachte Architektur und vor allem ihren schwer zu fassenden Zauber überrascht. Als ich durch einen der Torbögen ging und mich auf den gepflasterten Gassen treiben ließ, hatte ich das Gefühl, als wäre ich in einen einheitlichen, geschlossenen Raum eingetreten, in dem die Zeit stehen geblieben ist. Ich streifte Reihen von Häusern aus rotem Backstein, mit Innenhöfen umschlossen von vier Flügeln.  Die durch  verbundenen Gebäude sind nur scheinbar identisch: sie unterscheiden sich durch verschiedene Details, Erker, Giebel. Ich warf einen Blick in die Laubengänge mit ihren Ladenreihen. Ich kam an der Post vorbei, die mit einem Rosen-Mosaik – ein Motiv der Schleifen der schlesischen Trachten – geschmückt ist. Ich besuchte ein Foto-Atelier, das seit 1919 ununterbrochen von der Familie Niesporki geführt wird und eine alte Wäscherei, wo heute das Museum der Geschichte der Stadt Kattowitz untergebracht ist und eine typische Bergarbeiterwohnung rekonstruiert wurde. Die Gründer von Nikiszowiec, die Vettern Emil und Georg Zillmann aus Berlin-Charlottenburg, haben eine praktisch autarke Enklave projektiert, mit einem eigenen Krankenhaus, Kirche, Schule und Wohnungen für die Lehrer, Waschhaus, Kinderhort, einer Baracke für Patienten mit ansteckenden Krankheiten.  Das Viertel sieht fast genauso aus wie vor 100  Jahren, verschwunden sind nur die „Piekarnioki“  (Backstuben)  – Öfen, bei denen sich die Einwohner zum gemeinsamen Backen von Brot und Kuchen trafen.  Diese Mini-Stadt war so ausgedacht, dass es einen gemeinsamen Raum gab, der verbindet. Daher der Hauptplatz, die Öfen, die elektrische Reinigung mit Mangel, die Gaststätte…. Immer noch leben hier Bergarbeiter-Familien, immer noch hört man den schlesischen Dialekt und das ganze sieht aus wie eine fertige Filmkulisse. Nikiszowiec lockt Künstler und Aktivisten an; verschiedene Stiftungen sind hier aktiv.  Philip Zimbardo, weltbekannter Psychologe von der Universität Stanford, besuchte Nikiszowiec vor zwei Jahren und unterlag ebenfalls dem Reiz dieses Ortes und der Menschen, die hier wirken. So sehr, dass er „seinen Namen spendete” und in der schlesischen Siedlung das erste weltweite soziokulturelle Zentrum Zimbardo entstand.

Es lohnt sich, Nikiszowiec gerade im Dezember kennen zu lernen: jedes Jahr am Barbara-Tag, dem 4. Dezember um 6 Uhr marschiert das Bergwerksorchester in Festtracht durch die Straßen zur Frühmesse. Wenige Tage später, am 6. Dezember beginnt der zweitägige Weihnachtsmarkt am Nikisz. Die Gassen füllen sich mit Ständen, dem Geruch heißer Mehlsuppe, Lebkuchen und Glühwein. Am besten besichtigt man die Siedlung mit Kopfhörern – Audioguides kann man unentgeltlich im Museum an der Rymarska Straße 4 entleihen. Durch die stimmungsvollen Gassen führen uns die Stimmen der früheren und heutigen Einwohner, u.a. der berühmte Regisseur Kazimierz Kutz, der hier seine Filme „Das Salz der schwarzen Erde“ und „Die Perle in der Krone“ gedreht hat. Wer nicht genug bekommen kann von Nikiszowiec, der nehme das Buch „Czarny Ogrod“ von Malgorzata Szejnert zur Hand, nominiert für den Literaturpreis NIKE. Es ist ein beeindruckendes dokumentarisches Panorama der schlesischen Familien, die in der Giesche-Grube  arbeiteten.  Eine Figur taucht auf, die man nicht übersehen kann:  Erwin Sówka, ein pensionierter Bergarbeiter und Maler, der immer mehr von sich reden macht.  Motive aus dem Bergbau vermischen sich mit mystischen Bildern, und den herausragenden Platz in seinen Bildern nimmt natürlich die Heilige Barbara ein, in durchaus provokativer Gestalt. 

Haus des Nationalen Symphonieorchesters, Kattowitz, Fot.: B. Barczyk 

An das historische Nikiszowiec knüpft ein völlig modernes Gebäude in Kattowitz an, das in letzter Zeit zu den am häufigsten gelobten Architekturbeispielen zählt.  Das neue Haus des Nationalen Symphonieorchesters des Polnischen Radios begeistert seit zwei Monaten durch seine Architektur, seine Qualität und Akkustik. Trotz seiner Größe wirkt es leicht, mit viel Luft und Freiheit. Das Gebäude ist mitten im Zentrum auf dem Gelände der früheren Grube/des früheren Bergwerks aus rhythmischen Säulenreihen mit Klinkern, kunsthandwerklich gebrannt in einem Ofen des 19. Jahrhunderts. Die Fläche zwischen den Säulen füllt Glas aus, so dass die Fassade durchlässig wirkt und Licht einfällt. Der Innenraum ist sehr raffiniert gestaltet: Kristall-Deckenleuchter im mehrstöckigen Atrium  sehen aus wie riesiger Modeschmuck, und der rohe/nüchterne Beton der Wände und der Carrara-Marmor auf dem Boden bilden eine elegante Melange.

Das helle Atrium kontrastiert mit dem dunklen Konzertsaal für 1800 Gäste, der dennoch kameral wirkt, einladend und durch seinen Grundriss an ein Instrument erinnert. Joanna Wnuk-Nazarowa,  Generaldirektorin des Orchesters, ist der Meinung, dass es keine kalte Kathedrale der Kunst sei, sondern ein Ort, der Wärme ausstrahlt.  Das ist die Wirkung der Holzverkleidung aus Birke und exotischen Hölzern und des Lichtes, das von verschiedenen Punkten aus strahlt. Die angenehme Atmosphäre hängt auch mit der Raumaufteilung zusammen, die so geplant wurde, dass die Zuhörer im Rund sitzen und sich gegenseitig sehen. Unter der Decke hängt ein ovaler Deckenläuchter, die auf die Klangstreuung im Raum wirkt. Diese Lösung schlug die Firma Nagata Acoustics vor,  einer der besten Akkustik-Spezialisten der Welt. Die Zusammenarbeit eben mit dieser Firma hatte der herausragende polnische Pianist Krystian Zimerman empfohlen, der die Baustelle besichtigte und seine Vorschläge unterbreitete.  Der Verdienst der Japaner besteht darin, dass die Musik von jedem Platz im Raum gleich gut zu hören ist und das NOSPR gilt jetzt als bester Konzertsaal in ganz Polen. Alexander Liebreich,  künstlerischer Direktor des NOSPR erinnert sich, dass als er mit seinem Orchester die ersten Töne anspielte der Eindruck unbeschreiblich war.  Die Qualität der Akkustik bestätigt Krzysztof Penderecki, seiner Meinung nach gibt es in Europa nur zwei oder drei vergleichbare Konzertsäle.  Der berühmte Komponist und Dirigent ist bekannt für seine Vorliebe für Bäume (auf seinem Anwesen in Lusławice gibt es ein bedeutendes Arboretum) und so wundert es nicht, dass er den Vorschlag für die Begrünung des Umfelds des Gebäudes machte, wo 500 Bäume gepflanzt wurden.

Diese Verbindung von Natur und Kultur setzt sich im Inneren fort, denn Birken wachsen sowohl um das Gebäude, aber wurde auch für Details im Inneren eingesetzt.  Der Architekt Tomasz Konior, verantwortlich für das Projekt, sagt, es sei ein sinnliches Gebäude. Genau diesen Eindruck hatte ich während eines Konzertes, dirigiert von Jerzy Maksymiuk.  Mit einem Platz weit oben auf dem Balkon hörte ich alle Töne ideal, aber es war nicht nur ein Genuß für die Ohren, sondern ebenso für die Augen und den Tastsinn, der die Wärme des gewachsten Holzes aufnimmt, die Kühle des Steines und des in Wellen geformten Betons.  Der anthracitfarbene Beton soll an die Kohle, an Schlesien anknüpfen. Zitate der Architektur von Nikiszowiec  finden wir ebenfalls in den roten Nischen an der Fassade, die an die Fensterumrahmungen in Nikiszowiec erinnern.  Auf jeden Schritt Tradition und Modernität, in idealer Harmonie.  Das Gebäude, das sich so ideal in seine Umgebung einstimmt, steht auf dem Kilar-Platz – benannt nach dem vor einem Jahr verstorbenen großen Pianisten und Komponisten, der mit Kattowitz verbunden war, hier lebte und seine größten Werke schuf.  Er war Mitglied des Programmrates des NOSPR und engagiert in den Entstehungsprozess dieses einzigartigen Ortes.

NOSPR, pl. Kilara 1, Katowice,  www.nospr.org.pl

 

Aneta Augustyn

Fot. R.-H. Haugk 

157. Todestag von Eichendorf

Am 16. November 2016 begingen die katholische Pfarrei St. Maria Köthen und die Arbeitsgruppe „Eichendorff-Ehrung“ in der Neuen Fruchtbringenden Gesellschaft das Gedenken zum 157. Todestag des Dichters Joseph Freiherr von Eichendorf und seiner Gattin Louise. Der Dichter war Bürger von Köthen und Mitglied der Köthener katholischen Kirchengemeinde. Alljährlich bereiten die Katholische Pfarrei St. Maria Köthen und die Arbeitsgruppe „Eichendorff-Ehrung“ unter der Regie von Herrn Norbert Pietsch ein würdiges Gedenken für den Dichter Eichendorff.  So auch dieses Jahr begann das Gedenken mit der Feier der Heiligen Messe in der Schloß- und Pfarrkirche St. Maria und der anschließenden literarisch-musikalischen Veranstaltung im Gemeindesaal des Pfarrhauses unter dem Thema:
„Schläft ein Lied in allen Dingen,
die da träumen fort und fort.
Und die Welt hebt an zu singen,
triffst du nur das Zauberwort.“

Bei der Matinee wurden zwei Kurzvorträge über „Die volkstümlichen Traditionen bei Eichendorff“ (Ernst Kiehl, Quedlinburg) und „Das volkstümliche geistliche Lied - länder- und sprachenübergreifend“ (Norbert Pietsch, Köthen) gehalten. Zwischendurch wurde viel gesungen, musiziert, rezitiert und geschauspielert.

(eingesandt von Andreas Brandt)