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herausgegeben vom Förderverein Schlesisches Museum zu Görlitz – Landesmuseum Schlesien e.V.

 

Bericht des Museumsdirektors

Liebe Freunde des Schlesischen Museums,

an die 350 geladene Gäste waren dabei, als am 24. Mai die Ausstellung „Beharren im Wandel“ über den Adel Schlesiens und der Oberlausitz im Görlitzer Theater eröffnet wurde. Harfenklänge umrahmten die Gruß-worte von Vertretern der Stadt Görlitz, der Kulturbeauftragten der Bundesregierung und des sächsischen Innenministeriums. Und natürlich kamen auch die beteiligten Direktoren zu Wort, die Leiter des Universitätsmuseums in Breslau, des Kulturhistorischen Museums Görlitz und des Schlesischen Museums. Zur Ausstellungseröffnung gab es gleich noch eine Filmpremiere: Andrzej Klamt und Ronald Urbanczyk präsentierten ihren Film „Gloria und Exodus“, der die Geschichte des schlesischen Adels im 20. Jahrhundert nachzeichnet, in Gesprächen mit Angehörigen schlesischer Adelsfamilien und in stimmungsvollen Bildern.

Inzwischen haben schon rund 3.000 Besucher die Ausstellung gesehen. Der voluminöse Ausstellungskatalog verkauft sich gut. Auch das dichte und vielfältige Begleitprogramm findet Anklang: die Vortragsreihe zur Adelsgeschichte Schlesiens und der Oberlausitz, das kulturgeschichtliche Kaffeetrinken, die von der Kulturreferentin veranstaltete Filmreihe „Kino im Schönhof“, die Fahrrad- und Busexkursionen.

Vier Ausstellungen zu einem zentralen Thema der schlesischen Geschichte, gleich-zeitig präsentiert in drei verschiedenen Städten (Görlitz, Liegnitz und Breslau), gemein-sam organisiert von vier Museen: Das ist ein ambitioniertes Vorhaben, das einen erheblichen Aufwand an Beratung, Abstimmung und Rücksichtnahme erfordert. Eine neue Qualität an Kooperation zwischen deutschen und polnischen Museumskollegen wurde dabei erprobt. Es war manchmal anstrengend, aber wir haben das Gefühl, dass es sich gelohnt hat. Natürlich war es wichtig, am Ende das Ziel zu erreichen, aber auch der Weg dorthin hatte seinen eigenen Wert, und wir haben viel gelernt. In den nächsten Wochen und Monaten muss es sich jetzt noch zeigen, ob wir tatsächlich ein grenz-überschreitendes Kulturereignis erzeugt haben. Werden deutsche Besucher auch nach Liegnitz und Breslau fahren? und kommen polnische Besucher in nennenswerter Zahl zu uns?

Die Arbeit des Museums stand in den letzten Monaten ganz im Banne des Adels. Manches Andere ist vernachlässigt worden oder liegen geblieben. Jetzt wird der Kopf allmählich frei, um sich neuen Projekten zu widmen. Martina Pietsch macht sich Gedanken über eine Ausstellung zur Geschichte Glogaus in den Jahren 1945-1947 (Vertreibung der Deutschen, Ansiedlung einer neu-en polnischen Bevölkerung) - erneut ein anspruchsvolles deutsch-polnisches Projekt, bei dem der Glogauer Heimatbund und das Museums in Glogau / Głogów unsere Partner sind. Martin Kügler arbeitet an einer Ausstellung über Pfefferkuchen, die zur Pfefferkuchenzeit in diesem Winter zu sehen sein wird – im Kern eine Übernahme von Haus Schlesien, die wir aber bearbeiten und ergänzen wollen. Und gleichzeitig träumt er schon von einer Ausstellung mit barockem Glas aus Schlesien gemeinsam mit dem Riesengebirgsmuseum in Hirschberg / Jelenia Góra. Frau Brade schließlich steckt schon tief in den Vorbereitungen für die Hauptausstellung des nächsten Jahres, die Arbeiten schlesischer Künstler aus dem Ersten Welt-krieg vorstellen wird, zwischen Hurrapatriotismus und Friedenssehnsucht.
Sie sehen also: viel „Beharren“ gibt es bei uns nicht, dafür umso mehr „Wandel“, neue Projekte, neue Ideen.

Mit sommerlichen Grüßen
Ihr Markus Bauer