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herausgegeben vom Förderverein Schlesisches Museum zu Görlitz – Landesmuseum Schlesien e.V.

 

Bericht des Museumsdirektors

Liebe Freunde des Schlesischen Museums,

Besucherzahlen sind ein wichtiger Gradmesser für den Erfolg eines Museums (beileibe nicht der einzige!). Unter diesem Gesichtspunkt können wir in diesem Jahr mit der Arbeit des Schlesischen Museums ganz zufrieden sein. Nach einem Rückgang der Besucherzahlen im vergangenen Jahr ist 2013 wieder ein Aufschwung zu verzeichnen. Die Zahlen werden am Ende des Jahres wohl nahe bei dem bislang besten Ergebnis liegen, das 2010 erzielt wurde (24.800).

Grund dafür ist sicher auch der Erfolg der bei-den von Martin Kügler betreuten Ausstellungen „Art Déco in Schlesien“ und „Bunzlauer Keramik – Anfänge + Moderne“, die viel Anklang gefunden haben.
Auch die von Johanna Brade kuratierte Ausstellung mit Arbeiten der Warmbrunner Holz-schnitzschule, die in diesen Tagen eröffnet, wird – so darf man hoffen – das Interesse der Besucher ansprechen.
Die Ausstellung über Bunzlauer Keramik stellte ja nur einen Teil der Ergebnisse dieses über drei Jahre laufenden EU-Kooperationsprojektes mit dem Museum in Bunzlau dar. Erheblicher wissenschaftlicher Forschungsaufwand, wie er im Arbeitsalltag eines Museums sonst kaum zu leisten ist, floss in die beiden Publikationen, zwei dickleibige Bände, die den Forschungsstand zum Thema Bunzlauer Keramik auf viele Jahre bestimmen werden. Daran waren die Mitarbeiter des Schlesischen Museums, vor allem Herr Kügler, in hohem Umfang beteiligt, wenn auch der Leadpartner in Polen den größeren Anteil der Lasten (wie auch der Nutzen) hatte.

Von ähnlich hohem Aufwand ist das deutsch-polnische Ausstellungsprojekt „Adel in Schlesien“, das uns derzeit im Atem hält. Dank einer großzügigen Förderung durch den Kulturbeauftragten der Bundesregierung wird ab 24.5. im Görlitzer Kaisertrutz eine gut gestaltete, reich mit Leihgaben von Familien des schlesischen und Oberlausitzer Adels sowie aus deutschen und polnischen Museen bestückte Ausstellung zu sehen sein. Sie dürfen gespannt sein!

Unter den Erwerbungen dieses Jahres ist vor allem der Ankauf eines Bestands von Gemälden und Grafiken aus dem Besitz eines Nürnberger Sammlers hervorzuheben, darunter zwei Porträts eines Breslauer Gürtlermeisters und seiner Frau von 1849 von der Hand des für Breslau wie Dresden gleichermaßen wichtigen Malers Julius Scholtz.
Um umfangreiche Konvolute handelt es sich bei den  „Waldenburger Sammlungen“ der Stadt Dortmund, die dem Museum im Sommer als Dauerleihgabe übergeben wurden, Ergebnis einer über Jahrzehnte gepflegten, seit einigen Jahren aber eingeschlafenen Patenschaft zwischen Dortmund und dem Heimatkreis der Waldenburger. Zu den Sammlungen gehören Porzellane, Vereinsfahnen, Bergmannsuniformen und Frauentrachten, rund 100 Blätter Druckgrafik, 200 Bücher, 150 Erlebnisberichte, ferner die verfilmte Zentralkartei des Kreises Waldenburg mit 49.000 ausgefüllten Vordrucken. Die Museologie wird noch einiges zu tun haben, bevor die Sammlung erfasst und ausgewertet sein wird. Dann soll sie Gegenstand einer Sonderausstellung werden, die wir möglichst gemeinsam mit dem Museum in Wałbrzych konzipieren wollen.

Willkommen und Abschied im Kulturreferat: Zum Ende des zweiten Quartals verließ nach vier erfolgreichen Jahren Maximilian Eiden das Schlesische Museum, um das Kulturamt des Kreises Ravensburg zu übernehmen. Das Be-dauern über den Verlust dieses wertvollen Mitarbeiters wurde dadurch gemindert, dass bald eine würdige Nachfolgerin gefunden werden konnte.
Schon im August trat Annemarie Franke, langjährige Leiterin der Begegnungsstätte in Kreisau, die Stelle an. Sie hat sich schnell eingearbeitet, in Görlitz und darüber hinaus bekannt gemacht. Wir sind sehr gespannt, welches Profil sie dieser Stelle geben wird, die für meine Begriffe die zweitschönste am Schlesischen Museum ist (nach derjenigen des Museumsdirektors, versteht sich).

Ihr Markus Bauer