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Paul Mutter (1920 - um 1970): Krippenfiguren, nach 1945, Holz, SMG 

Ernst Rülke (1896 - 1964): Ein Lebenslauf, 50er/60er Jahre, Eichenholz, SMG. Fotos: René Pech, Rietschen 

Die Holzschnitzschule in Bad Warmbrunn – gestern und heute

Sonderausstellung in Zusammenarbeit mit dem Kunstlyzeum des Stanisław-Wyspiański-Schulverbandes für Kunsthandwerk in Jelenia Góra

30.11.2013-21.4.2014

Die neue Sonderausstellung des Schlesischen Museums präsentiert Werke von Lehrern und Schülern der 1902 eröffneten Holzschnitzschule in Bad Warmbrunn. Bei ihrer Gründung hatte man zunächst nur die Förderung des heimischen Kunsthandwerks im Blick. Schon bald entwickelte sich die Schule unter Christian Hermann Walde, Richard Kieser und Friedrich Hüllweck jedoch zu einer weithin angesehenen Kunsthandwerkerschule für Holzschnitzerei und Kunsttischlerei mit überregionaler Ausstrahlung. Mit Erfolg wurden Aufträge ausgeführt und Ausstellungen in Breslau, Dresden und Görlitz beschickt. Schüler kamen aus ganz Deutschland, einige sogar aus dem Ausland. In den wirtschaftlich schwierigen 20er und 30er Jahren wurden unter der Leitung von Cirillo dell’ Antonio Krippenkunst, Grabdenkmäler und geschnitzte Wegweiser als neue Aufgabengebiete entwickelt. 1935 erhielt die Schule den Titel „Meisterschule für Holzbildhauer und Tischler“ und zählte zu den führenden Holzbildhauer- und Holzschnitzschulen in Deutschland. Erst der Zweite Weltkrieg beendete diese Erfolgsgeschichte.

Nach der Übergabe der Schule 1946 an die polnische Verwaltung setzte Ernst Rülke als letzter Direktor die Schultradition in Stuttgart mit seiner „Meisterschule für Holzbildhauer“ und verschiedenen Arbeitskreisen fort. Der „Bildhauerkreis Ernst Rülke“ in Esslingen war noch bis 2001 unter der Leitung von Rülkes Schülerin Elsbeth Siebenbürger aktiv. Sie machte zahlreiche Werke aus diesem Kreis dem Schlesischen Museum zum Geschenk.

Informiert wird ebenfalls über die lebendige Kunststätte, die sich ab 1946 unter polnischer Leitung entwickelte und bis heute die Tradition der Holzschnitzerei neben anderen Kunsthandwerken fortführt.