Seiten in anderer Sprache:

Druckansicht aufrufen:

Suchbegriff eingeben:

Hauptnavigation:

Unternavigation:

Vollständig erhaltene Gefäße aus Bunzlau, kurz nach 1600, aus dem Keramik-Museum Bunzlau; Foto: Janusz Moniatowicz 

Moderne Keramiken von der Keramischen Fachschule und den Firmen Burdack sowie Reinhold, 1. Drittel des 20. Jh.; Foto: Janusz Moniatowicz 

 

Bunzlauer Keramik: Anfänge + Moderne 

Sonderausstellung vom 13. Juli bis 31. Oktober 2013

Das niederschlesische Bunzlau/Bolesławiec ist berühmt für seine Keramik, die man hier seit dem Spätmittelter herstellte und die in der Barockzeit eine erste große Blüte erlebte. Das Schlesische Museum zu Görlitz zeigt vom 13. Juli bis 31. Oktober 2013 zwei Ausstellungen mit Produkten aus Bunzlauer Töpferwerkstätten. Die Vorbereitungen zu dieser Präsentation haben das Muzeum Ceramiki w Bolesławcu (Keramik-Museum Bunzlau) und das Schlesische Museum zu Görlitz seit Sommer 2010 gemeinsam geleistet.

Zu sehen sind erstmals neue archäologische Funde aus der zweiten Hälfte des 16. Jahrhunderts. Anhand der Gefäße, die mit Auflagen verziert und zum Teil kobaltblau glasiert sind, lässt sich nachweisen, dass Bunzlau schon viel früher als bisher angenommen zu den bedeutendsten Töpferstandorten im deutschsprachigen Raum gehörte. Außerdem stieß man auf die Spuren einer der frühesten Werkstätten im Ort. Bereichert wird die Schau durch vielzählige Keramiken aus der Zeit um 1600 von mehr als 30 Leihgebern in Deutschland und Polen. So entsteht in der Ausstellung ein einzigartiger Überblick über den hohen handwerklichen und künstlerischen Stand der Bunzlauer Töpferei und ihre erste große Blütezeit.

Einen faszinierenden Kontrast zu den historischen Keramiken bilden die Erzeugnisse Bunzlauer Keramikbetriebe aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in der zweiten Schau. Ausgangspunkt ist die Gründung der Keramischen Fachschule Bunzlau 1897. Sie zeigte sich offen für die aktuellen Strömungen der Kunst wie den gerade beginnenden Jugendstil und versuchte, den Töpfern neue Formen und Dekore nahezubringen. Blieben kleinere Betriebe meist konservativ und beharrten auf dem althergebrachten braunen Gebrauchsgeschirr oder auf der geschwämmelten Ware, so griffen Betriebe wie Reinhold, Paul und Sohn, Burdack, Werner, Seiffert oder Randahn die künstlerischen Impulse der Keramischen Fachschule gerne auf. Mit großem internationalem Erfolg erweiterten sie ihr Sortiment und profitierten auch von den technischen Verbesserungen und Innovationen, die von der Fachschule ausgingen. Über 700 Exponate belegen in einer beeindruckenden Fülle und Vielfalt das künstlerische Schaffen bis in die 1930er Jahre, das in einem solchen Umfang und einer solchen Zusammenstellung noch nie in einer Ausstellung zu sehen war.

Beide Ausstellungen wurden ermöglicht durch das binationale wissenschaftlich-museumspädagogische Projekt „Das moderne Museum“, das vom „Europäischen Fonds für regionale Entwicklung im Rahmen des Operationellen Programms der grenzübergreifenden Zusammenarbeit Sachsen – Polen 2007-2013“ finanziert wird.

Zu den Ausstellungen sind zwei reich bebilderte Kataloge erschienen.