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herausgegeben vom Förderverein Schlesisches Museum zu Görlitz – Landesmuseum Schlesien e.V.

 

Bericht des Museumsdirektors

Liebe Freunde des Schlesischen Museums,
am 22. März hat die Ausstellungssaison 2013 im Schlesischen Museum begonnen. Die Schau „Art Déco in Schlesien“ vereinigt die schönsten Stücke aus unserer Sammlung mit einer großen Zahl von Leihgaben zu einem Überblick über diese Stilrichtung, die auch in Schlesien die kunstgewerbliche Produktion stimulierte. Den Schwerpunkt bilden Glas und Porzellan. Elegante Formen, kräftige Farben, stark stilisierte Motive und geometrische Dekore in ungewöhnlichen Kombinationen zeichnen die schlesischen Produkte aus. Die Reaktionen vieler Besucher zeigen, dass dieser Stil der 1920er und frühen 1930er Jahren von seiner Attraktivität bis heute nichts verloren hat. Schon mehrmals wurden wir gefragt, ob dieses oder jenes Objekt nicht verkäuflich sei – aber wir müssen enttäuschen: das Museum gibt nichts mehr heraus, was es sich einmal einverleibt hat.

Martin Kügler hat die Art-Déco-Ausstellung konzipiert, zu der auch ein kleiner Katalog erschienen ist. Derzeit arbeitet er daran, die beiden Ausstellungen über Bunzlauer Keramik, die wir gemeinsam mit dem Museum in Bunzlau (Bolesławiec) erarbeitet haben, in ein für unsere Räume passendes Format zu bringen. Bei der Ausstellungseröffnung am 12. Juli kann man das Ergebnis in Augen-schein nehmen. Wer hier nicht dabei sein kann, der sollte sich den 20. und 21. Juli vormerken: An diesem Wochenende findet in Görlitz – passend zu unserer Ausstellung – der Schlesische Tippelmarkt statt. Das Museum gewährt freien Eintritt, Buden und Stände ziehen sich bis in den Innenhof hinein, und wir laden zu einem keramischen Museumsfest.

Was kommt als nächstes? Für den Winter bereitet Johanna Brade gerade eine kleine Ausstellung über die Warmbrunner Holzschnitzschule vor. Auch über die heute in Warmbrunn / Cieplice bestehende polnische Schnitzerschule wird man etwas erfahren können, von Aurelia Zdunczyk, einer polnischen Kunsthistorikerin, die diese Schule selbst besucht hat und die derzeit am Schlesischen Museum ein freiwilliges Jahr absolviert.

Martina Pietsch hat noch einiges zu tun, bevor ihre nächste Ausstellung die Tore öffnet: Gemeinsam mit Kai Wenzel vom Kulturhistorischen Museum arbeitet sie an unserem großen deutsch-polnischen Projekt über den Adel in Schlesien und in der Oberlausitz. Und das heißt zurzeit: Sammlungen durchforsten, Leihgaben einwerben, Recherchen anstellen und trotz der Konzentration auf Geschichte und Besonderheit einzelner Exponate nicht den Überblick über die gesamte Dramaturgie der Ausstellung zu verlieren.

Den meisten Stress hat aber derzeit wohl Maximilian Eiden. Bevor er Ende Juni das Schlesische Museum verlässt, muss er noch zahlreiche begonnene Projekte zu Ende bringen oder jedenfalls in einen Stand versetzen, dass sie von seinem Nachfolger / seiner Nachfolgerin übernommen werden können. Wir freuen uns mit ihm über seinen beruflichen Aufstieg, aber traurig sind wir natürlich schon, einen so guten und kompetenten Kollegen zu verlieren. Er hat in seinen vier Görlitzer Jahren viel Sympathie erworben, für seine eigene Person, für das Museum und für Schlesien. Wir sind uns nicht ganz sicher, ob Oberschwaben ihn verdient hat, hadern noch ein wenig mit unserem Schicksal – und sind doch schon gespannt auf den neuen Kulturreferenten oder, was noch schöner wäre, auf die Kulturreferentin.

Mit besten Grüßen
Ihr Markus Bauer