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herausgegeben vom Förderverein Schlesisches Museum zu Görlitz – Landesmuseum Schlesien e.V.

 

Bericht des Museumsdirektors

Liebe Freunde des Schlesischen Museums,

auch wenn wir nun schon ziemlich genau in der Mitte des Jahres 2012 stehen, soll der Blick doch noch einmal zurückgehen auf 2011. Denn das war mit 40.700 Besuchern in Görlitz und rund 18.500 Besuchern bei Wanderausstellungen auswärts, vor allem in Polen, unser bislang erfolgreichstes Jahr, und wir sind gehörig stolz darauf. Natürlich ist der Zulauf vor allem auf unsere Beteiligung an der Sächsischen Landesausstellung „Via Regia“ zurückzuführen. Aber umgekehrt haben auch wir mit unserem Beitrag „Lebenswege ins Ungewisse“ das Angebot der Lan-desausstellung nicht unerheblich bereichert. Viel Lob haben wir für diese Ausstellung bekom-men und bedauern nur, dass wir  sie nach knapp einem Jahr Laufzeit wieder abbauen mussten. Immerhin kann man das Kernstück der Ausstellung jetzt in einem Film anschauen.

Inzwischen sind schon zwei weitere Präsentationen der „Lebenswege“-Ausstellung  gefolgt. Unsere Aufmerksamkeit richtet sich längst auf Projekte in der Zukunft, die noch Gespinste der Phantasie sind, aber nach und nach Konturen annehmen: Ausstellungen über die Anfänge der Keramikproduktion in Bunzlau in der frühen Neuzeit und über die späte Blüte der künstlerischen Keramik in den 1920er Jahren, ferner über Art Déco in Schlesien. 2014 steht der Adel in Schlesien und in der Oberlausitz im Mittelpunkt eines ehrgeizigen deutsch-polnisch-tschechischen Projektes. Museen in Görlitz, Liegnitz, Breslau und Troppau wollen sich daran beteiligen, mit Ausstellungen und Publikationen, Vorträgen und Exkursionen. Wenn gelingt, was wir uns da vorgenommen haben, wird das eine wirklich große Sache.

Im Hintergrund und ohne öffentliches Aufsehen läuft die eigentliche, die „klassische“ Arbeit des Museums: der Aufbau und die Pflege der Sammlung. Unsere Magazine haben sich in den letzten Jahren erfreulich gefüllt, so dass wir allmählich beginnen müssen, über neue Lagerräume nachzudenken. Die Zuwächse sind ganz überwiegend auf Schenkungen zurückzuführen: Es macht sich bemerkbar, dass die letzte Generation, die noch  in Schlesien aufgewachsen ist, allmählich abtritt und sich um den Verbleib ihrer Erinnerungsstücke sorgt. Gezielte Ankäufe hingegen erlauben unsere finanziellen Möglichkeiten kaum. Bei den interessantesten Neuerwerbungen haben uns andere unter die Arme gegriffen, so vor allem der Verein der Freunde und Förderer. Mit seiner Hilfe konnten wir im letzten Jahr ein schönes Gemälde mit einer Ansicht der Breslauer Dom insel von Gerhard Beuthner erwerben, einem Maler der Neuen Sachlichkeit, sodann vier kolorierte Kupferradierungen mit Darstellungen aus dem Riesengebirge nach Gemälden von Sebastian Carl Christoph Reinhardt (1738 - 1827), schließlich eine interessante Sammlung Bunzlauer Keramik. Die wertvollste Neuerwerbung aber ist das Porträt von Gerhart Haupt-manns Sohn Ivo in jungen Jahren, gemalt von Otto Mueller. Es handelt sich um eine der ältesten erhaltenen Arbeiten Muellers. Und wir sind der Ernst von Siemens Kunststiftung sehr dankbar, dass sie dieses schöne Bild für uns erworben und uns als Dauerleihgabe zur Verfügung gestellt hat. Mit den besten Grüßen aus dem frühsommerlichen Görlitz (nie ist die Stadt schöner als in dieser Zeit).

Ihr Markus Bauer