Seiten in anderer Sprache:

Druckansicht aufrufen:

Suchbegriff eingeben:

Hauptnavigation:

Unternavigation:

herausgegeben vom Förderverein Schlesisches Museum zu Görlitz – Landesmuseum Schlesien e.V.

Erfolgreicher Beitrag des Schlesischen Museums zur Sächsischen Landesausstellung

Für die Kulturinstitutionen in Görlitz und besonders natürlich für die Museen stand das Jahr 2011 ganz im Zeichen der 3. Sächsischen Landesausstellung „via regia- 800 Jahre Bewegung und Begegnung“, die vom 21.05. bis zum 31.10.2011 im Görlitzer Kaisertrutz gezeigt wurde. Auch wenn der Besucherstrom anfangs nur langsam in Gang kam, wurde die Landesausstellung am Ende mit rund 177.000 Besuchern doch ein recht passabler Publikumserfolg. Das Schlesische Museum hat davon profitiert (freilich nicht im wirtschaftlichen Sinne), dass die Eintrittskarte zur Landesausstellung auch den Zutritt zu seinen Ausstellungen gewährte. Die Besucherzahl dürfte bis Ende des Jahres, gute Ergebnisse im besucherstarken Monat Dezember vorausgesetzt, bei 35.000 liegen. Mit Hilfe des „Sondereffekts“ Landesausstellung hätte das Schlesische Museum damit sein bislang bestes Jahresergebnis erzielt.

Die Ausstellung „Lebenswege ins Ungewisse. Migration und Bevölkerungsbewegung in Görlitz und Zgorzelec 1933-2010“, der Beitrag des Schlesischen Museums zur Landesausstellung (Kuratorin Dr. Martina Pietsch), schloss sich inhaltlich gut an die Ausstellung im Kaisertrutz an und hat einen starken Eindruck hinterlassen. Sie greift ein zentrales Motiv der Landesausstellung auf und thematisiert es für die Lebenszeit der letzten drei Generationen: die durch Görlitz verlaufende Migration, die immer wieder in der Geschichte, nie aber so radikal wie in der jüngsten Vergangenheit, bei den Massenvertreibungen und Deportationen der 1940er Jahre und bei den sich daran anschließenden Ansiedlungsprozessen, zu einer Erneuerung und Umstrukturierung der Bevölkerung führte. Das Projekt präsentiert sich in einer anspruchsvollen medialen Gestaltung, die mit dem von der Landesausstellung vorgegebenen Standard mithält

Wie noch bei keiner Ausstellung zuvor haben Besucher gegenüber Museumsmitarbeitern spontan und positiv reagiert; auch Fachkollegen, etwa bei der großen Tagung „Zeitzeugen im Museum“ des Bundesinstituts für Kultur und Geschichte der Deutschen im östlichen Europa (BKGE), die Mitte Oktober stattfand, sparten nicht mit lobenden Worten für das Konzept und die gestalterische Umsetzung. Die Ausstellung wird (im Unterschied zu der inzwischen beendeten Landesausstellung) noch bis 25.3.2012 gezeigt. Von verschiedenen Seiten wurde angeregt, die Ausstellung doch dauerhaft präsent zu halten. Leider lassen die räumlichen Gegebenheiten das nicht zu. Doch prüfen wir derzeit die Möglichkeiten, die Präsentation der Interviews und Fotos filmisch umzusetzen. Der Film könnte als Ergänzung zur ständigen Ausstellung im Veranstaltungsraum gezeigt werden.

Es sei noch erwähnt, dass frühere Sonderausstellungen des Schlesischen Museums nach wie vor gefragt sind und in diesem Jahr in den Museen von Oppeln, Waldenburg, Brieg, Landeshut, sowie in Kreisau und im Haus der Heimat in Stuttgart gezeigt wurden.

 

Markus Bauer