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herausgegeben vom Förderverein Schlesisches Museum zu Görlitz – Landesmuseum Schlesien e.V.

Peter Graf Henckel von Donnersmarck und Museumsdirektor  

Peter Graf Henckel von Donnersmarck für Verdienste um das Schlesische Museum geehrt

Die Mitgliederversammlung des Vereins der Freunde und Förderer fand in diesem Jahr am Vormittag des 8. Oktober 2011 im Vortragssaal des Schlesischen Museums statt. Der Vorsitzende Dr. Klaus Schneider konnte wieder neue Mitglieder begrüßen. Es ist erfreulich dass der Verein weiterhin wächst. Der Vorsitzende erinnerte daran, dass das Schlesischen Museum vor fünf Jahren, im Mai 2006 im Schönhof eröffnet wurde, und er konnte berichten, dass der Verein der Freunde und Förderer dem Schlesischen Museum in den vergangenen Jahren über 25.000 Euro für den Erwerb neuer Objekte zur Verfügung gestellt hat. Die neuesten Objekte waren eigens  für die Mitgliederversammlung im Vortragssaal ausgestellt, damit die Teilnehmer die mit Hilfe des Vereins erworbenen Objekte besichtigen und bewundern konnten. Eine Bildergalerie im Internet-Auftritt des Schlesischen Museums zeigt die vom Verein finanzierten bzw. mitfinanzierten Erwerbungen (unter Auswahlpunkt „Förderverein“).

In diesem Jahr wurde Peter Graf Henckel von Donnersmarck, der auch Mitglied im Verein der Freunde und Förderer ist, für seine Verdienste um das Schlesische Museum geehrt. Die Laudatio hielt Dr. Bauer. Er erinnerte daran, dass Graf Henckel schon in der Aufbauphase mit dem Schlesischen Museum verbunden war, also noch vor der Teileröffnung im Haus „Grüner Baum“ im Jahr 2001. Am Anfang hat er dem Museum Gegenstände aus seinem Besitz verkauft, später ging er mehr und mehr dazu über, Leihgaben zu gewähren, schließlich Schenkungen zu machen, die immer umfangreicher, üppiger und großzügiger wurden. Dr. Bauer charakterisierte die Entwicklung über die Jahre so:  „Inzwischen hat unser Verhältnis eine ziemliche Schlagseite bekommen: wir haben einen Geschäftspartner verloren und einen Freund gewonnen“. Unter den Objekten finden sich Kunstwerke wie das große Gemälde  von Resch mit der Jagdrast der schlesischen Magnaten von 1841, Familienporträts aus dem 18. und frühen 19. Jahrhundert, Tafelsilber aus der Mitte des 19. Jahrhundert, Bücher aus der Schlossbibliothek und Gegenstände der Jagd und des alltäglichen Gebrauchs einer schlesischen Adelsfamilie. 

Peter Graf Henckel von Donnersmarck wurde 1933 in Schlesien geboren und ist in Grambschütz, Kreis Namslau, im väterlichen Schloss aufgewachsen. Im Jahre 1945 fand die Familie bei Graf Henckels Großmutter mütterlicherseits in der Nähe von Ingolstadt eine neue Heimat. Graf Henckel hat Jura in Fribourg und Bonn studiert, später als Volkswirt in Erlangen und mit Pädagogik und Psychologie für Diplomhandelslehrer in Nürnberg abgeschlossen. Er war lange Zeit als Diplomhandelslehrer an der kaufmännischen Berufsschule in Ingolstadt tätig und hat später am Institut für Schulpädagogik in München Lehrpläne für bayrische Schulen entwickelt.

Dr. Bauer erwähnte in seiner Laudatio auch die erfolgreichen Bemühungen Graf Henckels, mit den heutigen polnischen Bewohnern Kontakt aufzunehmen. Seit 1975 ist er immer wieder in die alte Heimat gefahren. Er hat maßgeblich daran mitgewirkt, dass sich die alten Grambschützer und die heute dort  lebenden Menschen wieder näher gekommen sind. Entscheidend war dabei, dass Graf Henckel Freundschaft schloss mit Tadeusz Rusnak, früher Pfarrer von Grambschütz, danach an der Universitätskirche von Breslau. Pfarrer Rusnak ist seit Jahren Mitglied des Vereins der Freunde und Förderer und war aus Anlass der Ehrung seines Freundes Peter Henckel eigens nach Görlitz gekommen.

Im Anschluss an die Mitgliederversammlung gab Frau Dr. Martina Pietsch, die Kuratorin der Sonderausstellung „Lebenswege ins Ungewisse“, für die Teilnehmer eine Einführung in diese Ausstellung, die bei allen Anwesenden einen tiefen Eindruck hinterließ.

Klaus Schneider