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herausgegeben vom Förderverein Schlesisches Museum zu Görlitz – Landesmuseum Schlesien e.V.

Bericht  des Museumsdirektors

Das Jahr ist für das Schlesische Museum bislang gut verlaufen. Drei Sonderausstellungen wurden neu eröffnet, davon zwei eigene Produktionen:        1) Bunzlauer Keramik der Firma Hugo Reinhold & Co. 1897-1937 (Übernahme vom Keramikmuseum Bunzlau); 2) Parlamentarier in Demokratie und Diktatur: Paul Löbe und Carl Ulitzka 3) Rollenwechsel. Künstlerinnen in Schlesien um 1880 bis 1945.

Bis zum Ende des Jahres wird das Museum vier eigenständige Publikationen vorlegen können:  1) Rollenwechsel. Künstlerinnen in Schlesien um 1880 bis 1945; Katalog zur Sonderausstellung. Hrsg. von Johanna Brade im Auftrag des Schlesischen Museums. 2) Schlesier in der DDR. Berichte von Flüchtlingen, Vertriebenen und Umsiedlern. Hrsg. von Michael Parak im Auftrag des Schlesischen Museums. 3) Lebenswege ins Ungewisse. Migration und Bevölkerungswandel in Görlitz und Zgorzelec seit 1933. Beiträge der Tagung im Schlesischen Museum zu Görlitz am 26. und 27.2.2009. Hrsg. von Martina Pietsch im Auftrag des Schlesischen Museums. 4) Von Schlesien nach Israel. Über die Flucht schlesischer Juden nach Palästina und ihren Beitrag zum Aufbau des Staates Israel. Beiträge der Vorlesungsreihe am Schlesischen Museum 2008/ 2009. Hrsg. von Maximilian Eiden im Auftrag des Schlesischen Museums.

Die Besucherzahlen haben sich ungleichmäßig entwickelt. Es gab einen Rückgang in den Sommermonaten, doch besteht Aussicht, dieses Defizit durch gute Ergebnisse zum Jahresende wieder auszugleichen, um zuletzt eine ähnliche Zahl zu erreichen wie im vergangenen Jahr (22.300 Besucher). Auch bei den Besucherzahlen von Ausstellungen des Schlesischen Museums außerhalb von Görlitz, hauptsächlich im polnischen Schlesien, wird man dem (freilich außergewöhnlich guten) Ergebnis des vergangenen Jahres (rund 25.000) wohl wieder nahe kommen. Ausstellungen unseres Museums waren bzw. sind im Jahr 2009 zu sehen im Oberschlesischen Landesmuseum in Ratingen, im Haus des deutschen Ostens in München, im Stadtmuseum in Breslau, im Riesengebirgsmuseum in Hirschberg, im Webereimuseum in Landeshut, in den Museen in Lauban, Waldenburg und Freiburg, im Oberschlesischen Museum in Beuthen, im Schlesischen Museum in Kattowitz, im Museum des Oppelner Landes in Oppeln, im Stadtmuseum von Dombrowa (bei Kattowitz), in Schloss Lomnitz und in der Gnadenkirche von Teschen.

Die Berichterstattung in den regionalen Printmedien und in Fachpublikationen war sehr positiv; erneut gelang es durch einen großen, gut platzierten Artikel über das Schlesische Museum in der Wocheendbeilage der „Welt“ am 2. Oktober deutschlandweite Aufmerksamkeit auf das Museum zu lenken. Sehr erfreulich war auch, dass das Thema „Schlesien“ und die Arbeit des Schlesischen Museums bei der einstündigen Sendung des Deutschlandradios über Görlitz in der Reihe „Deutschlandrundfahrt“ am 5. September breiten Raum einnahmen und der Museumsdirektor ausführlich zu Wort kam.

Eine dauernde Aufgabe ist es, die Attraktivität des Museums zu steigern und neue Besucherschichten zu erreichen. 2009 standen Bemühungen im Mittelpunkt, Angebote für Tagestouristen und Gruppenreisende zu erarbeiten, die bislang vom Museum kaum erreicht werden: thematische Führungen durch die ständige Ausstellung, in Ergänzung zur Standardführung, Stadtführung zum Thema „schlesisches Görlitz“, Kurzführung durch das Museum für „eilige“ Gruppen zu einem ermäßigten Pauschalpreis, Durchführung einer Veranstaltungsreihe „Kaffee & Kultur – natürlich schlesisch“ mit einem unterhaltsamen kulturgeschichtlichen Programm bei Kaffee und Streuselkuchen (immer am 1. Mittwoch im Monat und auf Wunsch). Die ersten Erfahrungen mit den neuen Veranstaltungsformen und Führungen sind ermutigend. In den kommenden Monaten wird ein Schwerpunkt der Öffentlichkeitsarbeit des Museums darauf liegen, diese Angebote besser bekannt zu machen und Kontakte zu interessierten  Reiseveranstaltern zu knüpfen.

In vielfältiger Weise war das Schlesische Museum an den Vorbereitungen zur Landesausstellung Via Regia 2011 beteiligt, planend, beratend und unterstützend: bei der Erarbeitung einzelner inhaltlicher Komponenten, bei der Erstellung eines Konzepts für die Öffentlichkeitsarbeit und bei der Planung für eine gemeinsame der  2011 in Görlitz stattfindenden Ausstellungen. Im Mittelpunkt standen aber die Vorbereitungen für die eigene Ausstellung des Schlesischen Museums, die 2011 unter dem Titel „Lebenswege ins Ungewisse“, die Vertreibungen aus und nach Görlitz und Zgorzelec und andere erzwungene oder freiwillige Migrationen der letzten Jahrzehnte behandeln will (Kuratorin: Martina Pietsch). Zur inhaltlichen Vorbereitung fand im Februar eine wissenschaftliche Tagung statt, die inhaltliche Grundlagen für die Präsentation des Themenkomplexes in der Ausstellung lieferte. Ferner kam ein mit dem Augustum-Annen-Gymnasium durchgeführtes familiengeschichtliches Projekt zum Abschluss, bei dem Schülerinnen und Schüler Interviews mit Verwandten und ehemaligen Schülern des Gymnasiums durchführten.

Markus Bauer