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herausgegeben vom Förderverein Schlesisches Museum zu Görlitz – Landesmuseum Schlesien e.V.

Mitgliederversammlung mit Verleihung von Ehrengaben am 7. November 2009

Die diesjährige Mitgliederversammlung des Vereins der Freunde und Förderer fand am 7. November 2009 statt. Höhepunkt der Mitgliederversammlung war wie schon im vergangenen Jahr die Überreichung von Ehrengaben an Freunde und Förderer, die sich aus Sicht des Vorstands der Stiftung Schlesisches Museum zu Görlitz in besonderer Weise um das Museum verdient gemacht haben. Die Ehrungen nahm Dr. Markus Bauer in seiner Eigenschaft als Vorstandsvorsitzender der Stiftung vor. Zunächst war eine ursprünglich bereits für 2008 vorgesehene Ehrung für das Ehepaar Terp nachzuholen, die Elfriede Terp, gebürtige Görlitzerin,  auch für ihren verstorbenen Mann Hans-Joachim Terp, geborener Breslauer und nach dem Krieg in Görlitz ansässig geworden, entgegennahm.

Das Ehepaar Terp war von Anfang an dabei, als das Projekt eines Schlesienmuseums in Görlitz gestartet wurde. Dr. Bauer führte in seiner Laudatio aus:  „Ich habe die beiden kennen gelernt, gleich nachdem ich Anfang 1999 in Görlitz die Stelle des Museumsdirektors angetreten habe. Herr Terp hat mich in einem langen Gespräch in die Geheimnisse und Hintergründe des Museumsprojektes eingeführt und das Gespräch mit ihm ist – zwar unterbrochen durch Krankheit, bis zu seinem Tod nie abgerissen und wird heute mit seiner Frau weitergeführt. Der Rat der beiden war und ist uns wertvoll, ihr fulminantes Wissen über das alte Breslau und das alte Görlitz, vor allem aber das Lebensgefühl und der Geist, den die beiden ausstrahlten und immer noch vermitteln – ich hoffe, es ist uns gelungen, etwas von diesem Geist, etwas von dieser Haltung in unserem Museum aufzufangen und festzuhalten.“

Die diesjährige Ehrung galt Fritz Peter     Maercker, der im Jahr 2000 seine große numismatische Sammlung an das Schlesische Museum verkauft hat – weit unterhalb des realen Wertes, denn er wollte, dass die Sammlung zusammenbleibt und in Görlitz dauerhaft aufbewahrt wird. Herrn Maercker, ebenfalls in Breslau geboren, hat es nach dem Krieg nach Südwestdeutschland verschlagen. Dr. Bauer sagte in seiner Laudatio: „Unter seinen vielen Publikationen zur schlesischen Münzkunde ragt die Fortsetzung des „Friedensburg und Seger“ heraus, des Standardwerks zur Numismatik Schlesiens aus dem Jahr 1901, gemeinsam herausgegeben mit Norbert Jaschke, dessen Münzsammelung sich inzwischen ebenfalls im Schlesischen Museum befindet. Eigentlich hatte Maercker die Absicht, dieses Werk in den frühen 80er Jahren gemeinsam mit Dr. Adam Więcek, dem Direktor des Medaillenmuseums in Breslau zu schreiben. Doch der lehnte das rundweg ab, er wollte nicht mit einem Deutschen zusammenarbeiten. Keine zwei Jahrzehnte später gab das Medaillenmuseum selbst eine Plakette auf den verdienten schlesischen Numismatiker Maercker heraus, und mit Więceks Nachfolger Jan Sakwerda verband Herrn Maercker eine enge, sehr persönliche Freundschaft, bis zu Herrn Sakwerdas Tod vor drei Wochen“.

Maerckers Interesse an Schlesien blieb nicht auf Münzen und Medaillen beschränkt. Nach und nach entstand eine große Sammlung von Silesiaca, Bücher, Erinnerungsstücke, Kunsthandwerk, Bilder in jeder Form und Technik. Diese Sammlung ist im Laufe der Jahre als Schenkung an das Schlesische Museum übergegangen.

Elfriede Terp und Fritz Peter Maercker sprachen nach der Ehrung einige Worte zu den Anwesenden, sie hatten sich übrigens beide aus den zur Auswahl stehenden Ehrengaben für Blätter von Grete Schmedes entschieden. Es war für alle Teilnehmer spürbar, dass beide die Ehrung bewegt und dankbar entgegennahmen - ein schöner Abschluss der diesjährigen Mitgliederversammlung.

Nach der Mitgliederversammlung hatten die Teilnehmer Gelegenheit, gemeinsam die Sonderausstellung „Rollenwechsel. Künstlerinnen in Schlesien um 1880 bis 1945“ zu besuchen. Die Kuratorin der Ausstellung, Frau Dr. Johanna Brade, führte durch die Ausstellung, sie hat durch ihre lebendige Art der Darstellung und durch ihre fundierten Kenntnisse immer sehr aufmerksame Zuhörer und so verstand sie es auch dieses Mal, den Teilnehmer die Zielsetzung und die Bedeutung dieser Ausstellung nahezubringen. 

Klaus Schneider

 

Spenden für das Schlesische Museum

Aus der institutionellen Förderung stehen dem Schlesischen Museum für das Jahr 2010 insgesamt 5000,- (in Worten fünftausend) Euro zur Verfügung. Ein Museum lebt aber nicht zuletzt davon, daß seine Schätze, mit denen es wuchern kann, zunehmen. Das geschah und geschieht in ganz erfreulicher Weise durch Sachspenden, oder durch finanzielle Unterstützung beim Erwerb auf dem Markt angebotener Objekte, insbesondere durch verschiedenen Stiftungen, zu denen der Museumsdirektor in den vergangenen Jahren Kontakte geknüpft hat. Auch der Verein der Freunde und Förderer will wie bisher seinen Beitrag leisten. Das Museum hat zur Zeit wieder einige Objekte im Visier, die ihren Platz im Schlesischen Museum finden sollten. Ich bitte Sie daher,  für den Erwerb neuer Objekte auch in diesem Jahr eine Spende zu überweisen.

Dr. Klaus Schneider