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Der Breslauer Exekutionsrezess

Titelblatt einer Flugschrift mit einer Darstellung der „Betenden Kinder“, 1708

 

Die Bewegung der „betenden Kinder“ erregte großes Aufsehen über die Grenzen Schlesiens hinaus. Die lutherische Amtskirche sah Schwarmgeister und Pietisten am Werk und bemühte sich, die spontanen Versammlungen zu unterbinden.

Die Verhandlungen über die Umsetzung der Altranstädter Konvention zogen sich über Monate hin. Wiederholt drohten sie zu scheitern. Schließlich gelang es dem schwedischen Bevollmächtigten, dem Kaiser neue Zugeständnisse abzuringen. In den schlesischen Erbfürstentümern sollten sechs weitere evangelische Kirchen zugelassen werden. Allerdings wollte Joseph I. dem lediglich „aus Gnade“, nicht auf Grund schwedischen Drucks zustimmen. Daher verzichtete Karl XII. zunächst in aller Form auf das Recht Schwedens, zugunsten der schlesischen Protestanten zu intervenieren. Am 8.2.1709 wurden in Breslau die Ausführungsbestimmungen (Exekutionsrezess) der Altranstädter Konvention verkündet.

Die Nachricht vom Einlenken des Kaisers löste in Schlesien Begeisterung und eine religiöse Massenbewegung aus. Überall im Land versammelten sich die „betenden Kinder“ zu Andachten unter freiem Himmel - nach dem Vorbild der Feldgottesdienste bei der schwedischen Armee.

Johann Anton Graf Schaffgotsch (1675-1742), Landeshauptmann von Schweidnitz-Jauer, Kupferstich

 

Mit der Umsetzung der Altranstädter Konvention in Schlesien beauftragte der Kaiser eine Kommission mit Graf Schaffgotsch an der Spitze.

Titelblatt einer Druckausgabe des Exekutionsrezesses, Verlag Johann Jacob Korn, Breslau, 1742

 

Im Exekutionsrezess von 1709 wurden die Vereinbarungen der Altranstädter Konvention konkretisiert und erweitert. Er enthielt eine endgültige Liste der 125 zurückzugebenden Kirchen und die Erlaubnis zur Errichtung der Gnadenkirchen.