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Friedenskirchen

Das evangelische Schlesien im 17. und frühen 18. Jahrhundert

© SMG, Karte: Burger

Trotz ihrer schwierigen Lage waren die Protestanten Schlesiens nicht völliger Willkür ausgesetzt. Der Westfälische Frieden garantierte ihnen gewisse Rechte; dafür hatte vor allem Schweden gesorgt. Die Lutheraner sollten nicht zur Auswanderung gezwungen werden und durften Kirchen jenseits der Landesgrenze aufsuchen. Ferner sollten vor den Toren von Jauer, Schweidnitz und Glogau drei neue evangelische Kirchen errichtet werden. Die „Friedenskirchen“ waren nur aus Lehm und Holz zu errichten, Glockentürme und Schulen blieben ihnen versagt.

Die Bauarbeiten gingen zügig voran. Aus vielen Ländern Europas gingen Spenden ein. Angehöriger des schlesischen Adels und des evangelischen Bürgertums stifteten Baumaterial, Bauern leisteten freiwillig Spann- und Handdienste. Es entstanden die größten Fachwerkbauten der Architekturgeschichte, Hölzerne Emporen, zum Teil in zwei Geschossen übereinander, boten vielen tausend Gläubigen Platz.

Friedenskirche „Zur Heiligen Dreifaltigkeit“ in Schweidnitz, Kupferstich nach einer Zeichnung von Friedrich Bernhard Werner (1690-1776)

Die Schweidnitzer Friedenskirche wurde in den Jahren 1656/ 57 von Bau- und Zimmermeistern aus der Umgebung als Fachwerkbau errichtet. Sie konnte bis zu 7500 Gläubige fassen.

Friedenskirche „Zum Heiligen Geist“ in Jauer, 2004

Die beiden existierenden Friedenskirchen in Schweidnitz und Jauer sind auch heute noch evangelisch und gehören zum UNESCO-Weltkulturerbe.

© SMG, Foto: Weger

Hostiendose aus der Friedenskirche in Schweidnitz, Meister Georg Caesar, datiert 1655, Silber vergoldet

Die Hostiendose ist eine Stiftung des Schweidnitzer Bürgers Tobias Fessel und seiner Frau Magdalena. Fahne und Lamm wurden erst 1716 hinzugefügt.

© SMG, Foto Stekovics

Altarkreuz aus der Glogauer Friedenskirche, Kreuz Glogau oder Beuthen an der Oder 1702, Sockel von Johann Gottlob Clement, Beuthen 1732, Silber vergoldet

Wegen ihrer Konfession mussten die Goldschmiede von Glogau am Ende des 17. Jahrhunderts die Stadt verlassen. Selbst noch im Exil arbeiteten sie weiter für die evangelische Friedenskirche ihrer Vaterstadt.

© SMG