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Gegenreformation in Schlesien

Kloster Leubus, Kupferstich von Friedrich Bernhard Werner

Das Zisterzienserkloster an der Oder erlebte in der Zeit der Gegenreformation in der 2. Hälfte des 17. Jh. seine Blütezeit und wurde als barocke Anlage fast vollständig neu errichtet.

1675 starb das Geschlecht der Piasten aus. Die Fürstentümer Liegnitz, Brieg und Wohlau fielen an den Kaiser. Auch hier setzte sich jetzt die Gegenreformation durch, wurden evangelische Kirchen enteignet und Pastoren vertrieben.

Der Sieg der katholischen Kiche in Schlesien schien vollständig zu sein. Die Jesuiten ließen sich in den Städten nieder und übernahmen die protestantischen Gymnasien. In den Magistraten und Zünften drängten Angehörige der katholischen Minderheit an die Macht. In manchen Gegenden kehrte fast die gesamte Bevölkerung zur katholischen Kirche zurück: so in Oberschlesien, im Bischofsland um Neisse und Ottmachau und in den Gebieten der großen Klöster.

Beim Wiederaufbau nach dem großen Krieg verwandelte sich Schlesien in eine katholisch-barocke Kulturlandschaft, geprägt von den prachtvollen Neubauten der großen Klöster, von Wallfahrtskirchen, Bildstöcken, Marien- und Pestsäulen.

Kaiser Leopold I. (1640-1705), Künstler unbekannt, Öl auf Leinwand, 2. Hälfte. 17. Jh.

Leopold war sehr an Wissenschaft und Kunst interessiert und hing einem strengen, gegenreformatorischen Katholizismus an. 1702 erhob er das Breslauer Jesuitenkolleg zur Universität, ein wichtiges Datum in der Kulturgeschichte Schlesiens.

Leihgabe: Muzeum Tkactwa Dolnośląskiego w Kamiennej Górze

Aula des Jesuitenkollegs in Neisse, erbaut 1624

In Neisse, dem „schlesischen Rom“, gründete  Fürstbischof Karl von Habsburg ein Gymnasium. Unter Leitung der Jesuiten entwickelte es sich zur bedeutendsten Stätte der Priesterausbildung in Schlesien. Allerdings  scheiterten Pläne, die Schule zur Universität auszubauen.

© Bistumsarchiv Görlitz, Foto: Poklekowski, 1938